Bis zu 330 Fans in die Markwaldhalle

Tischtennis-Bundesligist TSV Langstadt bereitet Saison vor

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Erstklassig: Monika Pietkiewicz (vorn) und Janina Kämmerer (Hintergrund) gehören auch nach dem Aufstieg in die 1. Bundesliga dem Erstmannschaftskader des TSV Langstadt an.

Langstadt - In gut zwei Monaten beginnt für die Tischtennis-Damen des TSV Langstadt das Abenteuer erste Bundesliga. Im Hintergrund laufen dafür bereits seit Langem die Vorbereitungen. Von Jens Dörr 

In sportlicher Hinsicht wird die Erstliga-Premiere für Aufsteiger TSV Langstadt nicht das oft zitierte „Abenteuer“: Wenn die Tischtennis-Frauen aus dem Babenhäuser Stadtteil am 15. September zuhause gegen Böblingen in die Saison 2018/19 in die Bundesliga starten, steht ihr Klassenerhalt schon vor dem ersten Ballwechsel fest. Nur acht Team umfasst das Oberhaus in der neuen Runde, absteigen muss aufgrund der geplanten späteren Aufstockung auf zehn Teams keins. Der Meistertitel scheint für Langstadt außer Reichweite, der Einzug in die Play-offs indes möglich.

Insbesondere Rainer Kegelmann (Marketingleiter), Manfred Kämmerer (Sportlicher Leiter Tischtennis) und Christa Erbes (Vorsitzende und mit Ulrike Colmar-Dingel auch Tischtennis-Abteilungsleiterin) befassen sich unterdessen bereits seit Monaten auch mit den finanziellen und organisatorischen Herausforderungen. Schließlich stellen Liga eins und Verpflichtungen von Assen wie der deutschen Nationalspielerin Petrissa Solja sowie der Taiwan-Chinesin Hsien Tzu Cheng ziemliche Ansprüche an den Dorfklub.

Marketingleiter Rainer Kegelmann (links), Vorsitzende Christa Erbes und der sportliche Leiter Manfred Kämmerer befassen sich seit Monaten mit den neuen Herausforderungen.

Zunächst zum schnöden Mammon, den es für Spitzensport meist aber nun mal braucht. In die Runde 2018/19 geht der TSV Langstadt mit einem mehr als verdoppelten Etat, der sich im mittleren fünfstelligen Bereich bewegen wird. Einige bisherige Gönner hätten ihr Engagement erhöht, sagt Kegelmann, und nennt mit Lotto Hessen den nächsten gewonnen Premiumsponsor. Luft nach oben sieht der Verein besonders noch bei der Unterstützung durch die größten Unternehmen in Babenhausen. Bewegung in die Sponsorensuche soll ein neuer „Wirtschaftsrat“ bringen, dem mit Klaus Peter Schellhaas der Landrat des Kreises Darmstadt-Dieburg sowie Babenhausens Bürgermeister Joachim Knoke angehören.

Nicht nur die Prämien für die Spielerinnen und die Kosten etwa für die Auswärtsfahrten – auch der zweiten Frauen-Mannschaft, die gerade in die Drittklassigkeit aufgestiegen ist und beispielsweise dreimal nach Schleswig-Holstein und einmal nach Berlin reisen muss – schlagen ins Kontor. Allein für Meldegebühren und Schiedsrichter gibt der TSV in der nächsten Runde 6 000 Euro aus. In Liga eins kommen fünf Unparteiische zu den Heimspielen, nach bisher drei in Liga zwei. Pro Heimspiel werden hier etwa 300 Euro an Ausgaben fällig. Trotz aller Anstrengungen und finanziell schon erzielten Steigerungen ist sich Marketingleiter Kegelmann sicher: „Wir werden in der 1. Liga sicher den kleinsten Etat haben.“

TSV Langstadt feiert Aufstieg in die 1. Tischtennis-Bundesliga: Bilder

In einem Punkt könnten die Langstädterinnen derweil eine Klasse für sich werden: Die Zuschauerresonanz war schon zu Zweitliga-Zeiten bemerkenswert, mit einem Schnitt von 150 Kiebitzen in der Langstädter Markwaldhalle lag man im Frauen-Tischtennis bundesweit auf Platz drei hinter Kolbermoor (160) und Bingen (155). „Da wir weit und breit der einzige Erstligist sind, sich die tolle Stimmung in unserer Halle mehr und mehr rumspricht und wir eine Petrissa Solja haben, rechnen wir mit einer deutlichen Steigerung“, blickt Kegelmann voraus.

Der Aufbau von Stehtribünen und ein Reservierungs- (nicht Vorbestellungs-)Verfahren für die Tickets (eine Vollzahler-Karte kostet sechs Euro, eine Dauerkarte 35 Euro) sollen dem wahrscheinlichen Andrang Herr werden. 330 Zuschauer könne man in Langstadt maximal unterbringen. Ausweichhallen für den Fall, dass der TSV überrannt wird, werden aktuell geprüft. Denn schon der Besuch nur jener Leute, die selbst in Langstadt aktiv Tischtennis spielen, würde die bisherige Struktur des Zuschauerbereichs (bislang in erster Linie Sitzplätze) sprengen: Je 50 Männer und Frauen gehen im Babenhäuser Stadtteil aktuell an die Platte, dazu 35 Jugendliche. Der Turn- und Sportverein ist damit hessenweit auch quantitativ ganz vorn dabei.

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