Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr

Junger Mann begeht Straftat aus Liebeskummer und steht jetzt deshalb vor Gericht

Zwei Frauen wegen Mordversuchs vor Gericht
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Zwei Frauen wegen Mordversuchs vor Gericht

Ein junger Mann wollte aus Liebeskummer einen schweren Unfall auf der B26 herbeiführen. Deshalb steht er jetzt in Dieburg vor Gericht. 

Dieburg/Babenhausen – Viel Verständnis für den Täter zeigten Staatsanwaltschaft und Richter gestern in einer Verhandlung am Amtsgericht Dieburg. Ein 19-Jähriger musste sich dort wegen eines „gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr“ verantworten.

Hinter dem juristischen Abstraktum steht der Versuch des jungen Mannes, sich auf der B26 durch gezielt herbeigeführte Kollision mit einem Sattelschlepper das Leben zu nehmen.

Dieburg: Mann soll es bewusst auf einen Unfall angelegt haben

Er hat dabei allerdings trotz einer Geschwindigkeit von 70 Stundenkilometern nur geringe Blessuren davongetragen, da der LKW-Fahrer vorab das Ausscheren des Fahrzeugs aus dem Gegenverkehr wahrgenommen hatte. Er ist so weit seitlich ausgewichen, dass es nicht zu einem frontalen Zusammenstoß kam. So schilderte es er 50-jährige Kraftfahrer dem Gericht. Seit dem Ereignis am 4. Februar dieses Jahres hat er ein „mulmiges Gefühl“, wenn ihm auf der Landstraße PKW-Kolonnen entgegenkommen. Was als „posttraumatische Belastungsstörung“ bezeichnet wird, beschäftigt ihn so stark, dass er nicht als Berufskraftfahrer weiterarbeiten will.

Der geständige Täter, der in Großostheim eine Ausbildung zum Fluggerätemechaniker absolviert, entschuldigte sich im Gerichtssaal bei dem Geschädigten ebenso wie bei anderen Zeugen, die in das Geschehen verwickelt waren. Mit seinem Geständnis machte der junge Mann deren Anhörung überflüssig. Nicht unter den Zuschauern weilte die Ex-Freundin des Dieburgers, seine erste große Liebe, wie er unumwunden einräumte. Nach einem Jahr hat es in der Beziehung gekriselt. Es kam zu Auseinandersetzungen, heftigen Wortwechseln, Trennungen und Versöhnungen. 

Unfall auf der B26: Der Angeklagte erklärt, wie es zu der Tat kam

In dieser Ausnahmesituation, die durch Angst vor einer beruflichen Zwischenprüfung verschärft wurde, habe er auf einmal überlegt, sich das Leben zu nehmen, und sei am Tattag mit entsprechender Absicht mit seinem Auto losgefahren, schilderte der junge Mann die Vorgeschichte. Zuvor hatte er ein Testament verfasst und der Geliebten in den Briefkasten geworfen. Allerdings war seine Planung nicht präzise, das Zusteuern auf den Sattelzug im Bereich des Abzweigs von der B26 nach Hergershausen eher eine spontane Entscheidung gewesen. So ganz genau könne er sich an die Minuten vor der Kollision nicht erinnern.

Staatsanwältin Barbara Ratschinsí schloss sich der Sichtweise des Gutachters an, der eine verminderte Schuldfähigkeit diagnostiziert hatte, und schlug vor, es bei einer Verwarnung und einer Geldbuße von 500 Euro zu belassen. Auf den Angeklagten kommen noch erhebliche zivilrechtliche Forderungen zu. Von 15.000 Euro ist die Rede.

Junger Mann soll absichtlich Unfall gebaut haben

Gesondert betrachtete sie eine zweite Straftat. Nach dem Zusammenstoß wurde der Führerschein des jungen Mannes eingezogen. Er ist allerdings trotzdem Auto gefahren, „weil ich ja irgendwie zur Arbeitsstelle in Großostheim musste“. Aufgefallen ist das bei einem Unfall ohne Fremdschaden. Fast ein Jahr ist die „Pappe“ jetzt weg, Ratschinski forderte zwei weitere Jahre on top.

Das sei ziemlich heftig für einen 19-Jährigen, wertete Verteidiger Christian Eidenschinck. Von Richter Kindinger gab es trotzdem nicht viel Rabatt. Die Sperre verlängerte er um weitere 14 Monate. Ansonsten ließ er es bei einer Verwarnung und einer Geldbuße von 500 Euro bewenden, in Raten zu 100 Euro pro Monat zu zahlen an „Ärzte ohne Grenzen“. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Tragischer Unfall auf der A3 bei Wiesbaden: Ein junger Mann stirbt bei einem schweren Verkehrsunfall. Der Markt in Babenhausen schließt: Die Nachfragte sei einfach nicht mehr in erforderlichem Maße da. Bei einem Unfall auf der B26 bei Babenhausen wurde derweil ein Radfahrer schwer verletzt. Er war bei Rot über eine Ampel gefahren. 

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