SCHULE IM KIRCHGARTEN Erstmals „gebundene Paktklasse“

Den Unterricht entzerren

Tanja Herzner

Babenhausen – Kaffee und Kuchen, außerdem Spiel- und Bastelangebote für die kleinen Gäste bereicherten den Tag der offenen Tür in der sogenannten Kindervilla, der zukünftigen Schülern und ihren Eltern Gelegenheit bot, das Ganztagsangebot der Schule im Kirchgarten, die Räume und das Personal kennenzulernen. VON PETRA GRIMM

Die Schulleitung und das Team des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), an der Spitze die Ganztagskoordinatorin Tanja Herzner, informierten über die Abläufe und das Konzept des „Pakts für den Nachmittag“, dem die Babenhäuser Grundschule seit dem Schuljahr 2015/16 angehört. Als Träger ist seit dem Schuljahr 2016/2017 der ASB pädagogisch im Einsatz. .

Seit dem Schuljahr 2018/2019 ist die Edward-Flanagan-Schule ebenfalls in das Landesprogramm eingetreten und kooperiert mit der Schule im Kirchgarten. So besuchen durchschnittlich auch fünf Kinder der Förderschule die Betreuung in der Kindervilla, die über ein stattliches Raumangebot verfügt. Ein komplettes Gebäude auf dem Schulgelände mit einer Essensausgabe und einer Mensa sowie mehreren Gruppenräumen stehen zur Verfügung. Ruhe- und Leseecken kommen dem Bedürfnis nach Entspannung entgegen. Auf dem Schulhof kann getobt werden. Angegliedert ist noch ein Pavillon. Daneben können Fachräume der Schule, wie der Werkraum, der Kreativraum, der Experimentierraum, der Computerraum, die Aula, die Schulküche, der Musikraum und die Bücherei genutzt werden. Auch der Bewegungsraum der Förderschule wird mit einbezogen.

„Die Lernzeiten für die Hausaufgaben finden in den Klassenräumen der Grundschule statt“, sagte Herzner, die ein Team von 22 Mitarbeiterinnen plus drei FSJler koordiniert. Lehrkräfte sowohl der Grundschule als auch der Förderschule unterstützen die Kinder in den Lernzeiten und bieten ebenso wie die pädagogischen Mitarbeiter und einige Babenhäuser Vereine Arbeitsgemeinschaften für die Kinder an.

Das Spektrum dieser AGs ist weit gefächert und reicht von musikalischen, sportlichen und kreativen Angeboten bis zu Computer und Experimentieren. Einige Eltern fragten beim Tag der offenen Tür auch nach dem Mittagessen. „Das kommt vom Caterer E&A-Gastronomie. Über ein Online-Bestellsystem wählen die Eltern das Essen aus“, erklärte Herzner. Wer bis 17 Uhr im Pakt bleibt, muss ein warmes Essen zu sich nehmen. „Die anderen können sich auch eine Brotzeit mitbringen.“

Auf Interesse stieß die im laufenden Schuljahr zum ersten Mal für die Erstklässler angebotene „gebundene Paktklasse“. Die Schüler dieser Klasse lernen, essen und spielen an drei Tagen in der Woche, von Montag bis Mittwoch, bis 14.30 Uhr im festen Klassenverband. Die Kinder sollten alle vier Jahre an der Grundschule auch in dieser Klasse bleiben. „Wer sein Kind aus dem Pakt für den Nachmittag abmeldet, muss von der gebundenen Paktklasse in eine Parallelklasse wechseln“, so die Schulleitung. Der Vorteil aus pädagogischer Sicht sei eine „Entzerrung“ des Schultags, denn das Unterrichtspensum muss nicht komplett in den Vormittagsstunden absolviert werden, sondern wird auf den Vor- und Nachmittag verteilt. „Das ist eine echte Rhythmisierung. Denn es gibt auch am Vormittag Spielzeiten und nach dem Mittagessen noch einmal Unterricht, beispielsweise Sport, Musik und Kunst“, sagte Schulleiterin Silke Schulz-Mandl, die davon ausgeht, dass es auch unter den ersten Klassen im neuen Schuljahr mindestens eine „gebundene Paktklasse“ geben wird. Das hänge vom Bedarf der Eltern ab.

Überzeugt von diesem Konzept zeigte sich Jessica Osojnicki, deren Sohn Felix im Sommer in die erste Klasse kommt: „Die entzerrte Struktur des Schultags finde ich gut, viel moderner. Auch dass die Kinder in einem geschlossenen Verbund sind, gefällt mir.“

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