Mutter kritisiert Rentner-Paar und lobt Feuerwehrmann

Unverschämt! Baby-Retter angepöbelt

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Schneller Helfer in der Not: Seligenstadts Feuerwehrmann Harald Kaiser half einer verzweifelten Mutter aus Babenhausen – trotz uneinsichtiger Parkplatzsucher.

Babenhausen/Seligenstadt – Anfang Januar in der Taunusgemeinde Eppstein. Notarzt und Rettungssanitäter sind im Einsatz. Ihre Fahrzeuge blockieren das Auto eines 45-Jährigen, der nicht ausparken kann. Er beschimpft erst die Retter und parkt dann eigenmächtig das Notarztauto um. Der Vorfall machte bundesweit Schlagzeilen. Von Norman Körtge

„In letzter Zeit hört und liest man ja leider viel zu oft, wie unseren Hilfs- und Rettungskräften das Leben schwer gemacht wird und kann dies fast immer nur kopfschüttelnd und ungläubig zur Kenntnis nehmen“, erzählt Lena Spanuth. Die Babenhäuserin hat am Montag selber erfahren müssen, wie unverschämt und selbstsüchtig Menschen mit Rettern umgehen. In diesem Fall mit Harald Kaiser, Gerätewart bei der Freiwilligen Feuerwehr in Seligenstadt.

„Mir ist eine dumme Angewohnheit zum Verhängnis geworden“, berichtet Spanuth. Nämlich, dass sie über die Schlüssel-Fernbedienung ihr Auto verriegelt, obwohl noch nicht alle Türen geschlossen sind. Sie macht es, um die Hände für Tom, ihren zehneinhalb Monate alten Sohn, frei zu haben. Beim Aussteigen auf dem Commerzbank-Parkplatz in Seligenstadt passiert es. Der Schlüssel fällt ins Wageninnere, sie schlägt die Tür zu – und drinnen ist ihr noch nicht ganz einjähriger Sohn. Panik. Aufregung.

„Zum Glück hat er geschlafen“, erzählt sie von dem schlimmen Moment. An den Ersatzschlüssel in Babenhausen zu kommen, ist auf die Schnelle nicht möglich. Zum Glück befindet sich der Seligenstädter Feuerwehrstützpunkt schräg gegenüber. Ein Anruf und Feuerwehrmann Harald Kaiser hastet mit einem Ausrüstungskoffer über die Frankfurter Straße zu Spanuth und beginnt routiniert mit dem entsprechenden Gerät die Tür zu öffnen.

Rentner-Paar will parken und schimpft

Dann das Unglaubliche: Ein älteres Paar möchte auf den Parkplatz direkt neben Spanuths Auto fahren. „Dieser war allerdings durch die Werkzeugtasche des Feuerwehrmannes belegt“, schildert die Babenhäuserin die Situation. Die Beifahrerin stieg aus, und forderte unmissverständlich, dass sie dort parken möchten und die Werkzeuge doch zur Seite geräumt werden sollen. „Ich dachte erst, dass sie die Situation nicht erkannt hat und erklärte den Feuerwehreinsatz und dass im Pkw mein Baby eingeschlossen ist“, berichtet Spanuth. Doch das interessierte die beiden gar nicht. Ganz im Gegenteil: Sie forderten weiterhin mehrfach, dass der Parkplatz freigeräumt werden soll und „stellten zu aller Unverschämtheit noch in den Raum, dass ich doch sicher überhaupt nicht Kunde dieser Bank bin“, ärgert sich Spanuth auch Tage nach dem Vorfall, der sie sehr erschüttert habe. „Erst als der Feuerwehrmann sie etwas massiver aufforderte, endlich weiterzufahren, sind die beiden Senioren schimpfend verschwunden“, schließt Spanuth ihre Erzählung.

Wie werde ich Notfallsanitäter/in?

Und Baby-Retter Harald Kaiser: „Leider ist das ein Verhalten, das wir tagtäglich erleben.“ Woran das liegt, weiß er nicht. Er habe das Seniorenpaar dann einfach ignoriert und seine Arbeit gemacht. Der einzige, der von der ganzen Aufregung nichts mitbekam, war Spanuths Sohn. Tom schlief seelenruhig weiter. Mag vielleicht auch an der Mutter liegen. Sie ist Schlafcoach und berät Familien.

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