Evangelischer Kirchenchor und Flötenensemble „Il Flauto Dolce“ begeistern

Mit voller Hingabe einstudiert

Gemeinsam dirigierten Claudia Krämer (vorne links) und Ralph Scheiner das Flötenensemble „Il Flauto Dolce“ und den Kirchenchor. Foto: Panknin

Babenhausen – Sinnbild für eine übergreifende Zusammenarbeit im kirchlichen Musikbereich boten der Evangelische Kirchenchor und das Flötenensemble „Il Flauto Dolce“, das in Jügesheim beheimatet ist, aber bereits mehrfach bei Konzerten in der Stadtkirche erfolgreich aufgetreten ist.

Freunde der beiden Ensembles und Liebhaber barocker Musik strömten nun in das Gotteshaus am Marktplatz, dass kaum ein Platz unbesetzt blieb. .

Nach Begrüßung der Gäste durch Pfarrerin Andrea Rudersdorf startete das Flötenensemble fulminant unter der Leitung von Claudia Krämer mit dem 1. Satz aus dem Brandenburgischen Konzert Nr. 2 von Bach. Eine Erklärung, warum die Brandenburgischen Konzerte so heißen, gab es auch. Es handelt sich um eine Gruppe von sechs Instrumentalkonzerten, die Johann Sebastian Bach dem Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt (1677-1734) gewidmet hat. Gemeinsam setzten Chor und Flötenensemble das Konzert fort mit Werken von Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach und Johann Crüger, ein Zeitgenosse von Bach und Telemann.

Mit Kompositionen von Mozart verließ zumindest der Chor die Zeit des Barock und lieferte mit dem „Ave verum“ und mit „Abendruh“ das Plus im Namen der Veranstaltung. In der musikalischen Hauptsache des späten Nachmittags stand jedoch Komponist Telemann, der von 1712 bis 1721 Stadtmusiker und Kapellmeister an der Barfüßerkirche in Frankfurt war. Sein Choral „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ leiteten die Flöten ein, gefolgt vom Singen der 1. Strophe durch den Chor. Mit Kyrie und Gloria aus ,,Missa Brevis“ setzten Chor und Flötenensemble Höhepunkte des Konzerts. Nach Wiederholung der ersten Strophe des Chorals waren alle in der Kirche Anwesenden aufgerufen, bei der zweiten Strophe mitzusingen. Ein großartiges Erlebnis, vom Klang der Musik und der damit erzeugten Stimmung im Gotteshaus. Der Beifall war reich bemessen, erst mit Mozarts „Abendruh“ ließ sich das Publikum etwas beruhigen, um der Zugabe der beiden Ensembles volle Aufmerksamkeit schenken zu können.

Gedacht als Jubiläumsveranstaltung zum zehnjährigen Dirigat von Ralph Scheiner beim Evangelischen Kirchenchor, war das Konzert am Sonntagabend das erste, das von beiden Künstlergruppen von Anfang an gemeinsam vorbereitet und mit voller Hingabe einstudiert wurde. Alle Beteiligten waren von ganzem Herzen dabei, als sie ihr gemeinsames Werk vortrugen – der Erfolg krönte ihre Bemühungen. Es gibt im Rhein-Main-Gebiet nur wenige Chöre und Instrumentalgruppen, die sich so erfolgreich der durchaus schwierigen Literatur der barocken Kirchenmusik widmen und diese dann auch zur Aufführung bringen.

Für 2022 ist als weiteres, gemeinsames Projekt an die Aufführung von Bach-Kantaten gedacht. Musikbegeisterte dürfen gespannt sein.  zpp

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