Zweckverband Gruppenwasserwerk Dieburg lässt neuen Brunnen bohren

Wasser aus 68 Metern Tiefe für Babenhausen

Beim Einbau der Sperrrohre (oben) und der insgesamt sieben Tonnen schwere Flügelbohrer (unten).
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Beim Einbau der Sperrrohre (oben) und der insgesamt sieben Tonnen schwere Flügelbohrer (unten).

Der Zweckverband Gruppenwasserwerk Dieburg hat zwischen Sickenhofen und Hergershausen einen neuen Trinkwasserbrunnen gebohrt.

Sickenhofen/Hergershausen - Aus insgesamt 20 Brunnen fördert der Zweckverband Gruppenwasserwerk Dieburg in den Wäldern und Feldern rund um Hergershausen und in der Schaafheimer Senke Wasser, das im Wasserwerk Hergershausen aufbereitet wird. Zwischen 30 und 60 Meter ragen sie in die Tiefe. Zu dem am weitesten unter die Erdoberfläche getriebenen gehört nun ein neuer Brunnen, der in den vergangenen Wochen zwischen Sickenhofen und Hergershausen gebohrt wurde. Eine Spezialfirma stieß auf dem Feld nahe der Gersprenz bis auf 68 Meter vor, um damit neue wasserführende Schichten zu erschließen

Völlig autark betrieb der drei Mann starke Arbeits-trupp wochenlang die Baustelle. Bohrmeister Ronny Schieck erklärte am Bedienpult des Bohrgerätes, das auf einem Speziallastwagen montiert ist, den Ablauf einer Tiefbohrung. Die Stromversorgung wird durch ein separates Aggregat sichergestellt, ein Kompressor liefert die erforderliche Druckluft, mit der das Erdreich aus dem Bohrloch gesaugt wird. Dabei wird ein Luft-Wassergemisch durch ein doppelwandiges Gestänge in das Erdreich gedrückt, das der sieben Tonnen schwere Flügelmeißel vorher gelockert hat. Das graue Bohrgut steigt in diesem Rohr nach oben und wird in einem Container gesammelt und abtransportiert.

Wie Wolfram Wittwer, Betriebsleiter des Wasserwerks Hergershausen, berichtetet, fällt Erdaushub von rund 50 Kubikmeter an. Dieser wird zum größten Teil vor Ort zur Flächengestaltung verwendet, der Rest gelagert und zur Landschaftsgestaltung genutzt oder dient als Deponieabdeckung.

Der insgesamt sieben Tonnen schwere Flügelbohrer.

Im nächsten Arbeitsschritt musste der Bohrtrupp das Gestänge samt Meißel ausbauen, um danach mit der Tiefbohranlage die jeweils sechs Meter langen Sperrrohre ins Bohrloch einzulassen und miteinander zu verschweißen. Diese bilden den äußeren Rahmen des gesamten Bauwerks und werden mit Spezialzement gefestigt. Danach wird weiter gebohrt, bis die gewünschte wasserführende Bodenschicht erreicht ist. Nun folgt der Einbau der Edelstahlbrunnenrohre bis in die Tiefe von 68 Metern. Der entstandene Raum zwischen Sperr- und Brunnenrohren wird mit Filterkies verfüllt, der das aufsteigende Wasser filtert. An der Oberfläche ist letztendlich nur noch der Brunnenkopf sichtbar, in dem die Steigleitung mit dem kostbaren Nass endet. Ab hier läuft das Wasser durch Rohrleitungen zum Wasserwerk im Hergershäuser Wald, wo die endgültige Aufbereitung stattfindet. Nach Fertigstellung der Anlage erfolgt nun der Leistungspumpversuch, der sich über 144 Stunden erstreckt.

„Es ist ein Knochenjob“, meint Ronny Schieck, denn die Arbeiten fanden bei Wind und Wetter statt. Das Team aus dem mittelfränkischen Insingen im Landkreis Ansbach übernachtete unter der Woche in der Region und arbeitete jeweils montags bis donnerstags täglich rund 15 Stunden und damit auch in der Dunkelheit , in der große Flutlichter die Baustelle ausleuchteten.

ZVG-Betriebsleiter Wolfram Wittwer informierte darüber, dass zuvor bei einer Erkundungsbohrung ein Grundwasserleiter mit ausreichender Fördermenge ermittelt wurde und deshalb der neue Tiefbrunnen ergiebige Mengen in Zukunft fördern wird. Im kommenden Frühjahr soll der rund 750 000 Euro teure Brunnen VIII, so die offizielle Bezeichnung, in Betrieb genommen werden.  (zwk/nkö)

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