Neuer Vorstand

Aufbruchstimmung beim SV Sickenhofen

Neuer SVS-Vorsitzender
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Das erste Vorbereitungsspiel des SV Sickenhofen fand bereits statt.

Totgesagte leben länger: Dieser Kategorie könnte man jenen Aufbruch zuordnen, den gerade der SV Sickenhofen vollzieht. Nach ziemlich schweren Jahren steht der der Stadtteil-Verein derzeit vor einen vielversprechenden Neuanfang.

Sickenhofen- Vor fünf Jahren war die Fusion mit dem SV Germania Babenhausen, wo ebenfalls Fußball König war, vor allem wegen Skeptikern im Germania-Lager gescheitert. Die Sickenhöfer versuchten es danach weiter auf eigene Faust. Doch obwohl sie mit einem schönen Sportgelände samt zweier Naturrasen-Großfelder direkt an der B26 einen Trumpf haben, ging es bergab. Schon vor Ausbruch der Corona-Krise im Amateursport hatte der Verein alle Nachwuchskicker verloren, stellte kein Juniorenteam mehr. Im Sommer 2019, kurz nach Saisonstart, sorgte ein Exodus an Aktiven für den Rückzug der zweiten Mannschaft (Kreisliga D). Übrig blieben nur noch die erste Mannschaft, die in der B-Liga zuletzt kaum konkurrenzfähig war, wegen des coronabedingten Saisonabbruchs aber die Klasse hielt, sowie das Altherren-Team und einige Tischtennis-Spieler.

Dass sich beim SV Sickenhofen eine kleine Tischtennis-Abteilung gebildet hatte, war neben ein paar infrastrukturellen Maßnahmen und der 60-Jahr-Feier (2018) einer der wenigen Anlässe für positive Schlagzeilen. Die Tischtennis-Spieler haben den Klub zwar gerade gen Sickenhöfer Turnverein verlassen; davon abgesehen berappelt sich der SVS gerade aber und konzentriert sich nun wieder aufs Kerngeschäft Fußball. Wofür man erst mal die personellen Weichen stellen musste.

Rafal Josefus ist der neue Vorsitzende des SV Sickenhofen.

Denn 2020 trennte sich der SVS von seinem damaligen Vorsitzenden. Ihm wirft der Verein Verfehlungen im Rahmen seiner Amtsausübung vor. „Wir haben das angezeigt“, sagt Rafal Josefus, der neue Vorsitzende. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen, fügt er hinzu. Die Veröffentlichung von Details in der sensiblen Causa verbieten sich daher. Klar ist schon jetzt, dass das Tuch zwischen dem Ex-Vorsitzenden und dem SVS zerschnitten ist.

Das neue Vorstandsteam wurde coronabedingt per Briefwahl bestimmt. Josefus steht an der Spitze: Der 39-jährige Metallbauer wohnt in Babenhausen, stammt aus Polen und kam 2002 nach Deutschland. In der Region spielte er zunächst für den Schaafheimer Ortsteil-Klub FSV Schlierbach, dann für den TSV Ringheim und den SV Germania Babenhausen. Vor fünf Jahren, kurz nach der geplatzten Fusion zwischen Sickenhofen und Germania, kam er zum SVS. „Ich war hier erst Spieler, dann Trainer – und nun bin ich Vorsitzender“, sagt Josefus, der sich im Verein wegen seiner fleißigen, zupackenden Art bereits einen guten Namen gemacht hat. Demnächst wolle er sich noch mal auf einer „richtigen“ Versammlung vorstellen, kündigt er an. Ebenso wie die anderen, freilich schon bekannteren Männer im neuen SVS-Vorstand: Willi Mayer (stellvertretender Vorsitzender), Reiner Stütz (Rechner), Klaus Ankenbrand (Schriftführer) sowie Vereinslegende und Dauerkümmerer Franz Weihert (Geschäftsführer).

Neuer Trainer der ersten Mannschaft und dort Nachfolger von Josefus ist Alfio Castro (früher Germania Babenhausen). Die zweite coacht Brian Funk, der vom TSV Harreshausen kam. „Für die erste und zweite Mannschaft haben wir 30 Zugänge“, sagt Josefus. Sie kommen etwa aus Schaafheim, Harreshausen, Hergershausen und Kleestadt. Die erste Mannschaft soll diesmal keine Abstiegssorgen haben, die zweite schlicht ihr Comeback feiern.

Mindestens ebenso wichtig: Der SVS will wieder Jugendarbeit betreiben. Die eingeleiteten Bemühungen tragen erste Früchte: Zur neuen Saison stellt man wieder ein Team bei den Kleinsten, den G-Junioren, gecoacht von Dennis Walter. Schon 14 Spieler sind mit von der Partie, „die meisten aus Sickenhofen“, freut sich Josefus.

Zudem habe man „auch wieder passive Mitglieder hinzu gewonnen“. Die Vereinsfamilie bestehe nun aus rund 200 Personen, ein Plus gegenüber der Vor-Corona-Zeit. „Der Verein ist auf einem guten Weg, wir arbeiten uns schnell nach oben“, ist sich der neue Vorsitzende sicher. Den Biergarten hat man vergrößert, und freitagabends ist auf dem Gelände zu Leckereien vom Team um Küchenchef Franz Weihert wieder ordentlich Betrieb. Außerdem gibt es einen kleinen Kinderspielplatz.

Demnächst will der SVS das Flutlicht modernisieren. Nächstes Jahr soll neben dem Biergarten ein Kunstrasen-Minispielfeld mit Vollbande entstehen. „Wir haben noch einiges vor“, verspricht Rafal Josefus. (Jens Dörr)

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