Marcus Schwinn erhält Siegprämie der Philipp-Gisbert-Stiftung

Die Zukunft von "Radio Schwinn" ist gesichert

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Jungmeister Marcus Schwinn wurde bei der Meisterfeier in Darmstadt von Hessenschau-Moderatorin Constanze Angermann interviewt.  

Hergershausen - Seit fast einem halben Jahrhundert kümmert sich der in Hergershausen beheimatete Betrieb „Radio Schwinn“ mit den Geschäften in Eppertshausen und Groß-Umstadt um Radio- und Fernsehtechnik. Die Zukunft des Familienbetriebs ist dank Marcus Schwinn gesichert. Von Norman Körtge

Der Jungmeister wurde kürzlich sogar ausgezeichnet. Marcus Schwinn kennt Münster mittlerweile ganz gut von oben. Denn der Hergershäuser ist in den zurückliegenden Wochen etlichen Bürgern der Nachbarkommune aufs Dach gestiegen. Der Sturm „Fabienne“, der Ende September in der Region wütete, beschädigte oder zerstörte so manche Satelliten-Schüsseln. Wochenlang habe er quasi nichts anderes gemacht, als seinen Kunden das Fernsehvergnügen zurückzugeben. Der Dank der Münsterer war dem 28-Jährigen ausgebildeten IT-Systemelektroniker und dem elterliche Betrieb „Radio Schwinn“ mit Sitz in Hergershausen sicher.

Wochen später ist er nun ausgezeichnet worden. Nicht für seine Satellitenschüssel-Reparaturkünste, sondern mit der Siegprämie der Philipp-Gisbert-Stiftung. Damit wird der beste Junghandwerker eines Jahrgangs aus der Region Darmstadt gewürdigt. „Das war völlig überraschend“, berichtet Schwinn, der ins Wissenschafts- und Kongresszentrum nach Darmstadt gekommen war, um im feierlichen Rahmen der Handwerkskammer Frankfurt/Rhein-Main seinen Meisterbrief entgegenzunehmen. Denn der Hergershäuser darf sich nun auch Informationstechnikmeister nennen. „Den Informationstechniker hat man früher Radio- und Fernsehtechniker genannt“, erklärt Schwinn. Als „eierlegende Wollmilchsau“ habe sein Ausbilder die in dieser Berufssparte Arbeitenden bezeichnet. Zumindest, wenn es um Stecker geht. „Ich bin für alles, was Stecker hat, zuständig“, führt der Jungmeister aus.

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So kümmert sich Schwinn eben nicht nur um Sat-Anlagen und kaputte Fernseher, sondern baut und erstellt für seine Kunden Heimnetzwerke und betreut alles rund ums Home-Entertainment. Zu seinen größeren Kunden zählt ein Hotel, in dem er für das Computernetzwerk und das WLAN zuständig ist.

Im Zeitalter von Internethandel und großen Elektronikmärkten sieht Schwinn seinen entscheidenden Vorteil im Vorortservice. Und seiner Handwerkskunst. „Ich baue Sachen immer so, wie ich sie auch privat bei mir machen würde“, sagt er. Das habe er zuletzt auch bei der Meisterprüfung gezeigt. Die Noten beweisen es.

Um die Zukunft des bald 50 Jahre bestehenden Familienbetriebes „Radio Schwinn“ zu sichern, baut der Junior derzeit das Ladengeschäft in der Oberen Marktstraße in Groß-Umstadt um. Die Neueröffnung soll im kommenden Frühjahr sein.

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