Stadtverordnete legen sich noch nicht fest

Neue Stundenmodelle für Kitas in Babenhausen

40 statt 35 Wochenstunden Betreuung – für die Kita „Regenbogenland in Langstadt möchten Eltern und der ASB ein neues Stundenmodell etablieren. Die Lokalpolitik hat noch Gesprächsbedarf.
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40 statt 35 Wochenstunden Betreuung – für die Kita „Regenbogenland in Langstadt möchten Eltern und der ASB ein neues Stundenmodell etablieren. Die Lokalpolitik hat noch Gesprächsbedarf.

„Verschonen Sie uns zukünftig mit solchen Drucksachen“ – die Kritik von CDU-Fraktionsmitglied Günther Eckert in Richtung der Stadtverwaltung und insbesondere dem verantwortlichen Fachbereich war deutlich. Die aus seiner Sicht unausgereifte Beschlussvorlage, in der es um von Kita-Betreiber Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) beantragten zusätzliche Stundenmodelle ging, habe zu „unnötigen Diskussionen in den Ausschüssen“ geführt und „Eltern verunsichert“.

Babenhausen - Viel Arbeit und Mühe hat die CDU in einen ausführlichen Änderungsantrag gesteckt – in den auch Anliegen anderer Fraktionen eingeflossen sind –, um offene Fragen und das weitere Vorgehen zum ASB-Begehren von der Verwaltung beantworten und prüfen zu lassen. Das wurde von den anderen Fraktionen gewürdigt: SPD, Grüne, FWB, FDP und Linken-Abgeordnete Nicole Jarmer stimmten dem CDU-Änderungsantrag einstimmig zu.

Darum geht es im Kern: In Babenhausen können Eltern für ihre Kinder bestimmte wöchentliche Stundenmodelle buchen: Angefangen bei 25, über 35, 44,5 bis hin zu 47,5 Stunden. Nicht alle Stundenmodelle sind in allen Kitas buchbar. Die jeweils gebuchten Stunden können flexibel über die Wochentage verteilt werden. Der ASB. der in der Gersprenzstadt acht der elf Kitas betreibt, hat nun beantragt, dass in allen ihrer Kitas ein 30-Stundenmodell eingeführt werden soll, wie es zuvor nur in Harpertshausen (dort gibt es kein Mittagessen) vorgesehen war, und für die Kitas „Regenbogenland“ in Langstadt und „Wuselkiste“ in Harreshausen ein 40-Stundenmodell ermöglicht werden soll. Der ASB führt an, dass der Antrag zum einen aus Elternwünschen resultiere und das Ergebnis von Umfragen sei, zum anderen darin begründet wird, dass der Kita-Betreiber weg von der flexiblen Stundenverteilung seitens der Eltern und hin zu einer festgelegten gleichmäßigen Aufteilung auf die Wochentage möchte. 40 Stunden bedeute demnach, jeden Tag acht Stunden Betreuungszeit. Wie es in einer Antragsergänzung von Anfang Juli heißt, würden sich etwa die Hälfte der Eltern in Langstadt das 40 Stundenmodell wünschen. Dort ist das Maximale derzeit 35 Stunden, genauso wie in Harreshausen. „Die Verwaltung empfiehlt, dem Antrag zuzustimmen“, heißt es abschließend.

Die Stadtverordneten waren nicht dieser Meinung. Sie nehmen zwar den Wunsch zu den Stundenmodellen zur Kenntnis, beauftragen aber den Magistrat unter anderem, diese Modelle mit allen Kita-Betreibern (evangelische Kirche, Kaisergärten gGmbH und Waldkita) abzustimmen. Außerdem wird der Magistrat gebeten, Stellung zum geplanten Umstellen der flexiblen Wochenstundenmodelle auf fixe Modelle zu beziehen und auch eine Stellungnahme des Gesamtelternbeirates einzuholen. Das flexible Stundenmodell sei ein „zentraler Wunsch der Eltern gewesen“, begründet die CDU diese Frage. Zur geplanten Sitzung des Sozialausschusses nach der Sommerpause am Mittwoch, 1. September, sollen Antworten und Stellungnahmen vorliegen.

Der letzte Punkt des beschlossenen CDU-Änderungsantrages betrifft die notwendige Satzungsänderung und gleichzeitig, wer nach Beendigung des bereits gekündigten Vertragsverhältnisses mit dem ASB die acht Kitas betreiben wird (ab Mitte 2023). Die Satzungsänderung soll so vorbereitet werden, „dass diese als Basis für ein Vergabeverfahren zur Ausschreibung eines Betreibers genutzt werden kann“. (Norman Körtge)

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