Festival war erfolgreicher als im Vorjahr

Grimm-Festspiele legen zu

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Mit zwei Aufführungen des Familienstücks „Der Froschkönig“ (Szene mit Yasmin Münter und Marcus Abdel-Messih) enden am Sonntag im Amphitheater die 34. Brüder-Grimm-Festspiele.

Hanau - Die Hanauer Märchenmacher können zufrieden sein: Während bei den 34. Brüder-Grimm-Festspielen der Endspurt eingeläutet wird, beginnt diese Woche auch die Auswertung der diesjährigen Spielzeit. Von Christian Spindler 

Schon jetzt steht fest: Es gab für alle Inszenierungen einmal mehr fast durchweg gute Kritiken. Und: Das Festival konnte die Besucherzahl im Vergleich zum Vorjahr steigern.
„Es lief wirklich toll“, fasst Intendant Frank-Lorenz Engel wenige Tage vor dem Ende der noch bis einschließlich Sonntag laufenden Spielzeit die Saison zusammen. Nicht nur das Wetter hat bei dem seit 11. Mai laufenden Festival mitgespielt, auch die befürchtete Konkurrenz durch König Fußball war keine, zumal die deutschen Kicker bei der WM bereits nach der blamablen Vorrunde heimreisen mussten. Lediglich beim ersten deutschen Gruppenspiel gegen Mexiko hatten die Fußball-Konkurrenz Folgen für das Hanauer Festival. Ein just an diesem Termin angesetztes Konzert mit Anna Montanaro in der Orangerie im Rahmenprogramm der Festspiele musste abgesagt werden.

Ansonsten verlief die 34. Saison der Hanauer Festspiele mit rund 100 Aufführungen weitgehend ungetrübt und durchaus erfolgreich, auch wenn Widernisse wie der kurzfristige verletzungsbedingte Ausfall eines Hauptdarstellers kompensiert werden mussten. Die Kritiken für die fünf diesjährigen Inszenierungen „Dornröschen“, „Der Froschkönig“, „Die Prinzessin auf der Erbse“, „Der Brandner Kaspar“ sowie „Die Leiden des jungen Werther“ waren fast durchweg äußerst positiv; und der Zuspruch der Besucher sogar noch größer als im vorigen Jahr.

Nach knapp über 77.000 Zuschauern in 2016 gab es im vergangenen Jahr einen leichten Rückgang von gut zwei Prozent auf 75250 Besucher. Noch steht die offizielle Bilanz für die aktuelle Spielzeit aus, aber bereits kurz vor dem Finale ist klar: Es lief besser als in der letztjährigen Spielzeit. Bei den Besucherzahlen wird es laut Intendant Engel wohl ein Plus von sieben bis acht Prozent geben.

Bereits vor Beginn der Saison hatte sich eine erfolgreiche Saison angedeutet, nachdem bei den Vorverkaufszahlen ein neuer Rekord gemeldet wurde. Auch an der Abendkasse, so Engel, habe man im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Verkaufszahlen festgestellt.

Mit der Inszenierung von „Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben“, die in Kooperation mit dem Förderverein palliative Patienten-Hilfe gezeigt wurde, wartete Intendant Engel in der von ihm ins Leben gerufenen Reihe „Grimm Zeitgenossen“ mit der wohl bisher ungewöhnlichsten Festspiel-Inszenierung auf, die das Thema Sterben auf humorvoll-hintersinnige Weise thematisiert. Auch sie wurde ein Erfolg. „Die Faust-Inszenierung im Vorjahr lief nur geringfügig besser als der Brandner Kaspar“, sagt Engel.

Premiere für „Brandner Kaspar“ bei Festspielen Hanau: Bilder

Und auch die Reihe „Junge Talente“, in der in der Wallonischen Ruine diesmal „Die Leiden des jungen Werther“ gezeigt werden, war überaus erfolgreich. Alle sieben Aufführungen waren bzw. sind ausverkauft, laut Engel gibt es nur noch „drei oder vier Karten“.

Am 14. August will Frank-Lorenz Engel, der seit 2013 Intendant der Brüder-Grimm-Festspiele ist und seinen Vertrag unlängst bis 2022 verlängert hat, die genaue Saisonbilanz präsentieren - und auch den Spielplan für nächstes Jahr. Wie exklusiv von unserer Zeitung berichtet, werden mit dem Familienstück „Die Bremer Stadtmusikanten“ sowie dem Schauspiel „Schneewittchen“ zwei bekannten Grimm-Märchen auf dem Programm stehen. In der Klassiker-Reihe wird Schillers „Maria Stuart“ gezeigt und beim Musical gibt es ein Novum: Kein Märchen von den Grimms, sondern ein Stück über sie. Unter dem Titel „Weltenwandler“ wird „die sagenhafte Geschichte von Jacob und Wilhelm Grimm“ erzählt, Hanaus berühmtesten Söhnen. Wer das Buch zu der Inszenierung schreiben wird, will Engel erst am 14. August verraten. Die Verträge sind noch nicht unterschrieben.

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