Schlaftest auf dem Matratzenturm

Festspiel-Premiere für „Die Prinzessin auf der Erbse“ 

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Spielt die Hauptrolle in dem Schauspiel mit Musik, das bei den Festspielen im Amphitheater anläuft: Johanna Haas. 

Hanau - Die Hanauer Brüder-Grimm-Festspiele gehen in die nächste Runde. Mit „Die Prinzessin auf der Erbse“ feiert am Samstag die dritte von fünf Inszenierungen Premiere. Und die ist eine Besondere: Zum ersten Mal in der Geschichte der Festspiele steht dieses Märchen auf dem Spielplan. Von Christian Spindler 

Genau genommen ist die Geschichte, die Jacob und Wilhelm Grimm 1843 in die fünfte Auflage der von ihnen gesammelten Kinder- und Hausmärchen unter dem Titel „Die Erbsenprobe“ aufgenommen haben, gar kein erzähltes Volksmärchen. Es taucht auch nur in dieser einen Grimm-Auflage auf – weil Hans Christian Andersen intervenierte. Das Märchen, das den Grimms zugetragen wurde, stammte nämlich aus der Feder des dänischen Schriftstellers und wurde durch ihn bekannt.

In der Bearbeitung von Jan Radermacher (Buch und Regie) wird der Märchenstoff in ein humorvolles und buntes Schauspiel mit Musik umgesetzt. Die Inszenierung warte mit viel Situationskomik auf und biete eine Achterbahn der Gefühle, hatte Intendant Frank-Lorenz Engel bei der Präsentation des diesjährigen Spielplans erklärt. Der 37-jährige Radermacher, der 2014 den Autorenwettbewerb der Hanauer Festspiele gewann, ist mittlerweile eine feste Größe im Kreativ-Team und seit zwei Jahren stellvertretender künstlerischer Leiter des Festivals.

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Die Geschichte, die er für die 34. Saison bearbeitet hat, ist schnell erzählt: Ein Königssohn soll schnellstmöglich heiraten, doch in den Augen des Königs und der Großmutter ist keine Heiratskandidatin geeignet. Als sich schließlich mitten in der Nacht eine weit gereiste Dame als Prinzessin ausgibt und die Hand des Prinzen fordert, muss sie sich erst einer Probe unterziehen. In dem für sie vorbereiteten Schlafgemach wird unter einem Matratzenturm eine Erbse platziert. Wie es sich für eine echte Prinzessin gehört, wird diese durch den winzigen Störenfried vom Schlafen abgehalten. Der Beweis ihrer königlichen Herkunft ist erbracht und der Hochzeit mit dem Prinzen scheint nichts mehr im Wege zu stehen...

In der Rolle der abenteuerlustigen, fantasievollen Königstochter ist Johanna Haas zu sehen. Um die Gunst des Prinzen konkurrieren auch die beiden Damen Eleonore und Odette van Dussel (Carolin Sophie Göbel und Marina Lötschert). Ihre ehrgeizige Mutter Fürstin Eleonore von Dussel verkörpert Nadine Buchet. Lukas Haiser gibt als Prinz Paul von Pisumien sein Debüt in Hanau. Die Musik für das Stück hat Markus Syperek geschrieben, der musikalische Leiter der Festspiele. „Die Prinzessin auf der Erbse“ hat am kommenden Samstag um 19.30 Uhr Premiere im Amphitheater. Die Produktion steht insgesamt 20 Mal auf dem Spielplan. Weitere Vorstellungen: 12. Juni, 17.30 Uhr; 20. Juni, 20.30 Uhr.

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Mit den Brüder-Grimm-Festspielen, die noch bis Ende Juli laufen, ehrt die Stadt Hanau die Märchensammler und Sprachforscher Jacob und Wilhelm Grimm, die in Hanau geboren wurden. 70.000 Zuschauer kamen in de letzten Jahren jeweils zu den Festspielen. Diesmal wurden bereits 50.000 Karten verkauft. Auf dem Spielplan 2018 steht außerdem das Musical „Dornröschen“, das Familienstück „Der Froschkönig“ sowie „Der Brandner Kasper“ (Premiere: 9. Juni) und „Die Leiden des Jungen Werther“ (Premiere: 13. Juli).

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