Wirtschaftskrise

Corona und Kurzarbeit: Alles, was wegen des Coronavirus wichtig ist

Das Coronavirus hat eine Wirtschaftskrise ausgelöst. Viele Unternehmen haben deshalb wegen Corona Kurzarbeit angemeldet. Alles, was dazu jetzt wichtig ist. 

  • Corona hält die Wirtschaft in Atem
  • Wegen des Coronavirus melden Unternehmen Kurzarbeit an
  • Welche Auswirkung hat das auf die Arbeitnehmer?

Offenbach - Die Wirtschaft und der Deutsche Aktienindex (Dax) befinden sich wegen der Corona-Krise auf Talfahrt. So haben Unternehmen wie Volkswagen (VW) die Produktion in zahlreichen Werken aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus ausgesetzt. Aber auch das Kontaktverbot und Ausgangsbeschränkungen haben Auswirkungen für die Wirtschaft. Die Bundesregierung und BundeskanzlerinAngela Merkel (CDU) haben eine Änderung beim Kurzarbeitsgesetz beschlossen, um die Folgen der Coronavirus- Pandemie für die deutsche Wirtschaft einzudämmen.

Corona: Unternehmen können wegen des Coronavirus Kurzarbeit anmelden

Unternehmen können Rückwirkend ab März Kurzarbeit wegen des Coronavirus anmelden. In diesem Fall müssen Unternehmen keine Sozialversicherungsbeiträge mehr zahlen. Leiharbeiter können künftig in Kurzarbeit gehen. Doch wie läuft das eigentlich, wenn der Arbeitgeber Kurzarbeit anordnet? Wer kommt für das Gehalt auf? Welche Voraussetzungen für Kurzarbeit müssen vorliegen? Wie stellt man einen Antrag wegen Kurzarbeit in Folge von Corona?

Corona-Krise: Was ist eigentlich Kurzarbeit?

Aus wirtschaftlichen Gründen (Corona-Wirtschaftskrise) oder wegen eines unabwendbaren Ereignisses können Betriebe die Arbeitszeit vorübergehend verringern und Kurzarbeit anmelden. Dadurch können Arbeitnehmer bei einem vorübergehenden Arbeitsausfall weiter beschäftigt werden - auch im Falle des Coronavirus. Die Agentur für Arbeit zahlt das Kurzarbeitergeld. Das versteht man unterKurzarbeit.

Corona: Das sind die Voraussetzungen von Kurzarbeit

Unter folgenden Voraussetzungen, zum Beispiel wegen den Folgen von Corona, können Unternehmen Kurzarbeit anmelden. 

  • In einem Betrieb besteht ein erheblicher Arbeitsausfall.
  • Ein Lohnausfall muss bestehen, zum Beispiel wegen des Coronavirus.
  • Mindestens ein Arbeitnehmer muss im Betrieb angestellt sein.
  • Außerdem muss der Betrieb oder die Betriebsvertretung der Agentur für Arbeit unverzüglich schriftlich die Kurzarbeit anzeigen.

Corona und Kurzarbeit: Die Voraussetzungen für einen erheblichen Arbeitsausfall

Um Geld für Kurzarbeit während der Corona-Krise zu bekommen, muss ein erheblicher Arbeitsausfall vorliegen.

  • Es müssen wirtschaftliche Gründe vorliegen.
  • Zum Beispiel eine schlechte Konjunkturlage oder ein unabwendbares Ereignis (zum Beispiel eine Flut oder auch die Ausbreitung des Coronavirus).
  • Das Ereignis darf nicht vermeidbar sein.
  • Mindestens zehn Prozent der Beschäftigten haben im jeweiligen Monat einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als zehn Prozent.
  • Der Arbeitsausfall muss vorübergehend sein.
  • Das ist der Fall, wenn damit gerechnet werden kann, dass innerhalb der Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld wieder Vollarbeit eintritt.

Kurzarbeit und Corona: Die Voraussetzungen für einen erheblichen Arbeitsausfall

Bei Kurzarbeit im Falle von Corona fragen sich viele Arbeitnehmer, wann ein Arbeitsausfall vermeidbar ist.

  • Ein Arbeitsausfall ist vermeidbar, wenn er branchenüblich, betriebsüblich oder auf betriebsorganisatorischen Gründen beruht. Beim Coronavirus ist er unvermeidbar.
  • Vorrangige Urlaubswünsche der Arbeitnehmer dürften der Urlaubsgewährung nicht im Wege stehen und müssen unvermeidbar sein.

Corona und Kurzarbeit: Wie lange und wie viel Geld bekommen Arbeitnehmer?

Arbeitnehmer können das Geld für Kurzarbeit zwölf Monate lang bekommen. Auch beim Coronavirus. Außerdem kann die Dauer bis maximal 24 Monate verlängert werden. Das Kurzarbeitergeld bemisst sich nach dem Nettogehaltsausfall. Grundsätzlich bekommen Arbeitnehmer nämlich 60 Prozent vom Nettolohn. Wohnt ein Kind im Haushalt, beträgt das Kurzarbeitergeld 67 Prozent. Das gilt auch während der Corona-Krise.

Kurzarbeit und Corona: So stellen Sie den Antrag

Das Geld während Kurzarbeit infolge der Corona-Krise wird auf Antrag des Arbeitgebers oder der Betriebsvertretung gezahlt. Innerhalb von drei Monaten muss der Arbeitgeber oder die Betriebsvertretung den Antrag auf das Geld bei der zuständigen Agentur für Arbeit einreichen. Zuständig ist die Agentur für Arbeit, in deren Bezirk die für den Arbeitgeber zuständige Lohnabrechnungsstelle liegt. Mit dem Monat während der Verbreitung des Coronavirus, in dem Kurzarbeitergeld erstmals beantragt wurde, beginnt die Frist zu laufen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Arne Dedert

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