Lockdown

Bier landet im Abfluss: Brauereien müssen tausende Liter entsorgen

Die Kneipen bleiben geschlossen, die Zapfhähne zu. Die Brauereien müssen also Folge jetzt im großen Maße Bier wegschütten. (Symbolbild)
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Die Kneipen bleiben geschlossen, die Zapfhähne zu. Brauereien müssen als Folge des Lockdowns jetzt verdorbenes Bier wegschütten. (Symbolbild)

Kneipen zu, keine Feste und keine Gelegenheiten: Als Folge des Corona Lockdowns müssen Brauereien derzeit große Mengen an Bier entsorgen.

Darmstadt - Kneipen und Lokale geschlossen. Festivals, Veranstaltungen und Co. Fehlanzeige. In Hessen fließen dadurch laut einer Recherche des Radiosenders FFH gerade zehntausende Liter Bier in den Abfluss. Der Grund: Das in den hessischen Brauereien gelagerte Fassbier ist durch den Corona-Lockdown zum Ladenhüter geworden. Es herrscht schlichtweg kaum Bedarf an Fassbier.

Nun müssen Betreiber von Brauereien das Bier also entsorgen, sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht wurde. Der Inhalt aus 500 Fässern und damit gut 25.000 Liter Bier landeten nach FFH-Informationen beispielsweise bei der Darmstädter Privatbrauerei im Abfluss. Durch die geschlossene Gastronomie und ausgefallene Festlichkeiten gebe es einen Absatzrückgang von 100 Prozent zu beklagen, sagte Christoph Koehler von der Darmstädter Privatbrauerei dem Radiosender.

Bier landet im Abfluss: Brauereien leiden unter dem Lockdown

Doch nicht nur die fehlenden Feste und die geschlossene Gastronomie machen sich bemerkbar. Der Corona-Lockdown und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen machen sich auch im Handel und beim Absatz von Flaschenbier bemerkbar. Schließlich seien durch Corona auch „Trinkgelegenheiten wie Geburtstage, Hochzeiten und das Grillen mit Freunden weggefallen“, so Koehler gegenüber FFH. Hinzu käme, dass auch der Amateursport in Deutschland aktuell nicht stattfindet.

15.000 Fässer Bier wurden auch bei „Glaabsbräu“ in Seligenstadt entsorgt. Blutenden Herzens wie Chefin Emmanuelle Bitton-Glaab bei FFH bestätigte. Der Vertrieb von Fassbier mache bei der Brauerei demnach gut 60 Prozent des Umsatzes aus. Das Schlimmste an der aktuellen Situation sei laut Bitton-Glaab jedoch die fehlende Perspektive.

Zumindest sollen die Kosten für das verdorbene und deshalb entsorgte Bier seitens des Bundes im Rahmen der Überbrückungshilfe III erstattet werden. Dies bestätigte ein Sprecher des bayerischen Wirtschaftsministeriums gegenüber dem Sender. (yw)

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