Doppelte Terminvergabe

Stadt Darmstadt macht Land für Impf-Chaos verantwortlich – Ministerium reagiert

Die Vergabe der Impftermine in Hessen läuft seit Dienstag (12.01.2021). Die Stadt Darmstadt beschuldigt das Land Hessen der doppelten Terminvergabe. Das Innenministerium schießt zurück.

  • Seit Dienstag (12.01.2021) läuft in Hessen die Vergabe der Impf-Termine gegen Corona.
  • Technische Probleme bei der Anmeldung sorgten für Frust und Ärger.
  • Die Stadt Darmstadt spricht von großen Fehlern bei der Terminvergabe.

Darmstadt – Die Vergabe der Impftermine in Hessen ist chaotisch angelaufen. Über 400.000 Menschen, die 80 Jahre und älter sind, können sich seit Dienstag (12.01.2021) für einen Termin in einem der sechs regionalen Impfzentren in Hessen anmelden. Ab 19. Januar sollen die ersten Menschen ihren Schutz gegen Corona erhalten.

Zum Auftakt wurden am Dienstag (12.01.2021) über zehn Millionen Anmeldeversuche über die Hotline und das Online-Portal registriert, das System war völlig überlastet. Zudem zog sich eine technische Störung bis zum Nachmittag hin. Zwischenzeitlich musste das System sogar komplett heruntergefahren werden.

Bei der Terminvergabe für die Corona-Impfung kommt es in Hessen zu massiven Problemen. (Symbolbild)

Corona in Hessen: Innenministerium widerspricht Stadt Darmstadt bei Terminvergabe

Das Chaos komplett machte am Donnerstag (14.01.2021) eine Mitteilung der Stadt Darmstadt. Dort räumte die Stadt ein, dass es im Rahmen der Anmeldung für die Impfungen gegen Corona „leider auch zu Doppelvergaben von Terminen“ kam, umgekehrt hätten aber auch „einige Personen gleich mehrere Termine bekommen“. In Darmstadt nehmen sie das Land Hessen in die Pflicht. „Wir setzen darauf, dass hier die Anlaufschwierigkeiten durch das Land schnellstmöglich korrigiert werden“, erklären die kommunalen Verantwortlichen in der Pressemitteilung der Stadt Darmstadt.

Kurz darauf meldete sich das Hessische Innenministerium zu dieser Angelegenheit und dementierte die Aussagen aus Darmstadt. „Das Anmeldesystem schließt durch mehrere Sicherheitsmechanismen Doppelbuchungen für Impftermine aus. Außerdem ist es ausgeschlossen, dass eine Person mehrere Termine gebucht hat. Impfberechtigte können ausschließlich einen Termin für die Erstimpfung und einen Termin für die Zweitimpfung vereinbaren“, schrieb das Hessische Innenministerium in einer Pressemitteilung.

Corona in Hessen: Impftermine in zwei Impfzentren ausgebucht

Bis zum Donnerstagabend hätten laut Ministerium „rund 42.000 Hessinnen und Hessen einen Erst- und Zweittermin für ihre Corona-Schutzimpfung vereinbart“. Das Ergebnis einer Ad-hoc-Befragung der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie unter 118 Hochbetagten zeigt, dass über 70 Prozent bereit sind, sich impfen zu lassen. Die meisten davon möchten sich auch möglichst schnell mit einer Impfung vor dem Coronavirus schützen.

In sechs regionalen Impfzentren - hier Frankfurt - bekommen die Hessen ihren Schutz gegen Corona.

Nur müssen die Hochbetagten erst einmal zu den Impfzentren gelangen – für viele allein nicht denkbar. Lediglich ein Viertel der Befragten sieht sich in der Lage, selbstständig ins Impfzentrum zu kommen. Momentan sind sechs Impfzentren in Hessen geöffnet: in Kassel, Wiesbaden, Darmstadt, Frankfurt, Fulda und Gießen. Je nach Wohnort müssen die über 80-Jährigen weit über 80 Kilometer für eine Impfung zurücklegen. Die Termine in den Impfzentren in Fulda und Gießen seien bereits ausgebucht, teilte das Hessische Innenministerium mit. (Erik Scharf)

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare