Wohnungsbau

Marienplatz in Darmstadt für Millionen-Summe verkauft – Kritik an „zu geringem Preis“

Auf dem Marienplatz sollen östlich der Hinderburgstraße (li.) die Kita, das mäanderförmige Gebäude und an der Ecke der Hügelstraße und der Heidelberger Straße (re.) das Hochhaus errichtet werden.
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Auf dem Marienplatz sollen östlich der Hinderburgstraße (li.) die Kita, das mäanderförmige Gebäude und an der Ecke der Hügelstraße und der Heidelberger Straße (re.) das Hochhaus errichtet werden.

Eine Immobilienfirma hat für 14,2 Millionen Euro den Marienplatz in Darmstadt gekauft. Bald entstehen hier über 300 Wohnungen, etwa in einem 15-stöckigen Hochhaus.

Darmstadt – Nur wenige Tage nachdem dem neuen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan am Marienplatz im Stadtparlament zugestimmt wurde, hat die Stadt das Gelände in der Innenstadt am Mittwoch (02.06.2021) für 14,2 Millionen Euro an die Schweizer Immobilienfirma Implenia verkauft. Auf dem zentralen Platz unweit des Staatstheaters Darmstadt sollen nun ein mäanderförmiges Gebäude mit bis zu sechs Etagen sowie ein Hochhaus mit 15 Geschossen entstehen.

Damit ist für den derzeit brachliegenden Schotterplatz, der aktuell als Parkplatz genutzt wird, eine Bebauung geplant, die Raum für 310 Miet- und Eigentumswohnungen sowie eine Kita schafft. Die Bauplanung geht auf einen Entwurf zurück, der in Zusammenarbeit eines Darmstädter Architekturbüros mit einem Landschaftsarchitekten aus Kassel entstanden ist. Der Entwurf hatte sich 2019 in einem von der Stadt ausgeschriebenen Realisierungswettbewerb durchgesetzt und soll nun von dem Schweizer Immobilienentwickler umgesetzt werden.

Marienplatz in Darmstadt an Immobilienfirma verkauft: Stadtverordnete kritisieren Verkaufspreis

Während bei der Abstimmung über den Bebauungsplan (zwei Enthaltungen) noch größtenteils Einigkeit im Stadtparlament herrschte, sorgt der Verkauf nun für Streit zwischen den Parteien. Der baupolitische Sprecher der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Darmstadt, Oliver Lott, kritisierte laut Berichten der Frankfurter Rundschau den „deutlich zu geringen Kaufpreis“, Uli Franke (Linke) hatte gar eine Lösung mittels Erbpachtregelung gefordert, bei der die Stadt weiterhin Besitzerin des Platzes geblieben wäre.

Während der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung hatte Oliver Lott, der baupolitische Sprecher der SPD-Fraktion, den „deutlich zu geringen Verkaufspreis“ kritisiert. Uli Franke (Linke) hatte gefordert, die Flächen im städtischen Besitz zu belassen und eine Erbbaupachtregelung zu vereinbaren.

310 neue Wohnungen am Marienplatz in Darmstadt: Baubeginn wohl Mitte 2023

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) betonte dagegen, die Fläche sei „für einen guten Preis veräußert“ worden und werde nun „im Sinne der Allgemeinheit entwickelt“. Im Falle einer Erbpacht für den Marienplatz sei es schwieriger gewesen, so viele der für die Stadt wichtigen Aspekte im Entwurf umgesetzt zu bekommen, erklärte Partsch. Das umfasst auch die Zusage des Projektentwicklers, dass mindestens 25 Prozent der Wohnungen für geringe und weitere 20 Prozent für mittlere Einkommen zu errichten. Der Buchwert des Grundstücks liegt laut einem Bericht der Frankfurter Rundschau bei rund zweieinhalb Millionen, für den Haushalt der Stadt bedeutet das einen Gewinn von rund 12 Millionen Euro.

Baubeginn für die neuen Gebäude, die für ein Projektvolumen von – laut Immobilienentwickler Implenia – 100 Millionen Euro auf dem 1,4 Hektar großen Schotterplatz in Darmstadt entstehen sollen, ist laut aktuellen Planungen Mitte 2023. Für das Hochhaus, das im nordwestlichen Teil des Platzes entstehen soll, wird es noch einen Architektenwettbewerb geben. Vorerst steht das Gelände weiterhin wie gewohnt als Parkplatz zur Verfügung. (Sandra Kathe)

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