Angebot des Kreisverbands in der Münsterer Kulturhalle gut angenommen

1. 800 Tests beim Roten Kreuz

Der Dieburger Oliver Meseth nahm das Angebot wahr und ließ sich ebenfalls über Ostern in Münster testen.
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Der Dieburger Oliver Meseth nahm das Angebot wahr und ließ sich ebenfalls über Ostern in Münster testen.

Münster/Dieburg – Als am Ostersamstag Lutz Muntermann, der Kreisvorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die enorme Zahl von 525 Anmeldungen für das Corona-Testcenter in die Kulturhalle sah, eilte er – obwohl nicht zum Dienst eingeteilt –von Groß-Umstadt nach Münster, um die Kollegen zu unterstützen.

Auch an den Tagen davor und danach fielen die Wünsche für kostenlose Schnelltests, die der DRK-Kreisverband und der DRK-Ortsverein Münster gemeinsam vom 30. März bis zum 8. April in einer außergewöhnlichen Initiative anbieten, nicht gering aus. „Vor und während der Feiertage haben sich rund 1 800 Person auf das Virus überprüfen lassen“, bilanziert Muntermann. Ab Gründonnerstag schossen die Zahlen merklich in die Höhe: An diesem Tag wurden 297 Tests durchgeführt, am Karfreitag 301. Selbst am Ostersonntag kamen noch 268 Personen. Sie wurden von einem hochmotivierten Team aus Ehrenamtlichen, das bis zu sieben Personen umfasste, empfangen. Das Angebot nutzten auch zahlreiche Bürger aus den Nachbarkommunen, darunter Oliver Meseth (37) mit Tochter Josephine aus Dieburg. „Ich finde es sinnvoll, sich regelmäßig testen zu lassen. Schon deshalb, weil noch nicht genügend Impfstoff vorhanden ist und die Sache damit die einzige Möglichkeit darstellt, die Welle klein zu halten beziehungsweise der Dunkelziffer entgegenzutreten“, sagt der Beamte. Meseth nahm bereits einen kostenfreien Schnelltest in Dieburg wahr. Das jüngste Stäbchen in seinem Rachen war mit Blick auf die Osterbesuche seiner Familie, etwa bei den Schwiegereltern, gemünzt. „Wir halten uns natürlich an die strengen Kontaktbeschränkungen. Dazu sitzen wir im Freien“, kündigte er an. Dem stand letztlich nichts mehr im Wege, denn bereits nach etwas mehr als 90 Minuten hatte Meseth sein negatives Testergebnis und das der Tochter per SMS auf dem Handy.

Die Testungen in der Kulturhalle erwiesen als angenehm, da die Nase unberührt blieb. „Nase und Rachen geht gleichermaßen. Aus diesem Grund bevorzugen wir den Rachenabstrich“, erklärt Muntermann zu den Vorteilen der gewählten Anbieterfirma. Wie er ergänzt, lasse sich die Probe bei einem positiven Ergebnis sogar für den im Anschluss notwendigen PCR-Test heranziehen. Damit bleibe den Betroffenen die Fahrt zu einem Extra-PCR-Test in die Großstadt erspart. Stattdessen könne man sich direkt in Quarantäne begeben und müsse nicht noch einmal raus. Die Tests der Pfungstädter Anbieterfirma beinhalten zwei kleine Ampullen mit verschiedenen Flüssigkeiten. Sie werden kurz vor Gebrauch zusammengeschüttet und müssen dann zehn Minuten reagieren. Danach kommt das Stäbchen hinein, und nach wiederum zehn Minuten liegt das Ergebnis vor. Von den 1 800 im Münsterer Testcenter durchgeführten Proben erwiesen sich bisher nur zwei als positiv.

Das lässt Gedankenspiele zu: „Die Vernünftigen, die sich auch sonst an alle Regeln halten, kommen her, während jene, die das Virus überhaupt nicht interessiert, auch die Tests als nicht wichtig erachten“, vermutet Muntermann. Im Internet erhielten die DRK-Helfer bisher reichlich Dank für ihr Angebot, auch an den Feiertagen präsent zu sein und sich für das Gemeinwohl einzubringen. Besonders viel anerkennende Worte gab es laut dem Kreisvorsitzenden Muntermann von jenen, die Angehörige in Seniorenzentren haben und diese über Ostern besuchen wollten.

Von Michael Just

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