Engpass mit intelligentem Verkehrsleitsystem

Verkehrsbehinderungen auf der B26 kurz vor Darmstadt

Erleichtert zeigte sich Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), dass für die Umleitungen während der Arbeiten am Trogbauwerk ein intelligentes Verkehrsleitsystem zum Einsatz kommt.
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Erleichtert zeigte sich Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), dass für die Umleitungen während der Arbeiten am Trogbauwerk ein intelligentes Verkehrsleitsystem zum Einsatz kommt.

Am Nadelöhr Stadteinfahrt soll saniert werden. Auf der B26 kann es daher länger dauern.

Darmstadt/Dieburg – Wer aus dem Osten des Landkreises von Dieburg oder Groß-Zimmern über die B 26 nach Darmstadt fährt und nicht bei den ersten städtischen Ampeln abbiegt, passiert zwangsläufig eine Unterführung, die bis auf Weiteres das zweispurige Maß aller Dinge setzt. Oben kreuzen die Gleise der Odenwaldbahn als Leuchtturmprojekt des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) das Nadelöhr der Stadteinfahrt, unten stehen morgens auch die Schnellbusse im Stau. Es könnte jetzt noch ein paar Minuten länger dauern, denn an diesem Freitag, 3. Juli, beginnt die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil mit einer Notsanierung des in die Jahre gekommenen Bauwerks aus dem Jahr 1985.

Die Baumaßnahme, die genau in die hessischen Sommerferien eingepasst ist, also bis zum 16. August abgeschlossen sein soll, ist ein Kompromiss. Es gibt nämlich auch eine Vorplanung für die Aufweitung der Bundesstraße 26 zwischen Trogbauwerk und Darmstädter Ostbahnhof, um dem Autoverkehr mehr Stauraum zu bieten, damit den Trog selbst staufrei zu bekommen und den ÖPNV-Busverkehr zügig durch- und dann auf einer Extraspur am Reststau vorbeizuleiten.

Es wird aber noch mehr als zwei Jahre dauern, Planungsrecht für diese Baumaßnahme zu schaffen, und Hessen Mobil wollte den Trog im aktuellen Jahr 2020 grundlegend sanieren. Das hätte zwei zeitlich nahe aufeinander folgende Großbaustellen in einem sensiblen Bereich bedeutet, in dem auch so schon nach subjektivem Empfinden vieler Pendler aus dem Landkreis und darüber hinaus bis in den Aschaffenburger Raum jede Menge Lebenszeit sinnlos verloren geht.

Der Protest gegen die drohende Verdoppelung der Unbill war so stark, dass Hessen Mobil eingelenkt hat und nun nur eine „Sanierung light“ durchführt. Der Verkehr selbst, Tausalze und Witterung haben zwar mittlerweile zu Schäden an diversen Konstruktionsteilen geführt, aber zur Sicherung der Bausubstanz reicht vorerst die geplante Notsanierung. Dabei wird die korrodierte Bewehrung (also der angerostete Baustahl) freigelegt, entrostet und die Schadstellen wieder verschlossen.

Am Brückenbauwerk wird das Geländer abgebrochen und erneuert, ebenso der Betonbelag der Brücke, die für den gesamten Zeitraum der Baumaßnahme gesperrt bleibt. Die zweistreifige Fahrbahn der B 26 im Trogbauwerk muss halbseitig gesperrt werden. Die gesamte Baumaßnahme wird auf rund 400 000 Euro taxiert, die Kosten trägt der Bund.

Ursprünglich war daran gedacht, den Verkehr stadtauswärts in den Landkreis durch den Trog zu leiten, stadteinwärts über die Erbacher Straße. Das hätte für diesen Bereich und das angrenzende Edelsteinviertel eine hohe Dauerbelastung bedeutet. Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) zeigte sich deshalb bei einem Ortstermin in dieser Woche erleichtert, dass diese Belastung nun durch den intelligenten Einsatz von Technik entschärft wird.

Wie Andreas Moritz als Regionalbevollmächtigter von Hessen Mobil erläuterte, wird für die Trogpassage eine sogenannte Wechselampelschaltung zum Einsatz kommen. Die Baustellenampeln werden in beide Richtungen mit einem Stauradar versehen. Wenn dieses anschlägt, werden für die jeweilige Richtung LED-Vorwegweiser aktiviert, die dann auf die Umleitung über die Erbacher Straße verweisen – aber eben immer nur temporär. „Da werden sich die Verkehrsteilnehmer erst einmal dran gewöhnen müssen“, meinte Moritz beim Ortstermin, war sich aber sicher, dass sich das alles nach wenigen Tagen einspielt.

Für die Baustelleneinrichtung muss die B 26 zwischen dem Abzweig der Heinrichstraße und dem Ostbahnhof von Freitag, 3. Juli, 22 Uhr, bis Samstagmorgen, 4. Juli, 5.30 Uhr, vollständig gesperrt werden. Die Umleitung erfolgt in dieser Zeit über die Erbacher Straße. VON SEBASTIAN RICHTER

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