Barrierefreier Umbau des Gemeindehauses – Start des zweiten Bauabschnitts

Bauarbeiten nähern sich dem Ende

Dieburg – Seit Mitte 2018 sind im evangelischen Gemeindehaus an der Frankfurter Straße umfangreiche Bauarbeiten im Gange. Diese haben zum Ziel, Kirche und Gemeindehaus barrierefrei erreichbar zu machen. Der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Dieter Klages, erläutert den Stand der Umbauarbeiten beim ersten von zwei Bauabschnitten.

Fast fertig: Auch im neu angelegten Treppenhaus wurde die Wandfarbe entsprechend dem vorgefundenen historisch belegbaren Farbton gewählt.

Auf ein schmuckes, barrierefreies Haus kann sich die Kirchengemeinde nach Beendigung der Renovierungs- und Umbaumaßnahmen freuen. Das ist bei einem Rundgang durch das dreigeschossige Gebäude sehr gut zu erkennen, auch wenn die Räume stellenweise noch nach Baustelle aussehen. Die Arbeiten, die fast einer Entkernung des Gebäudes gleichkommen, starteten Mitte des Jahres 2018. Ziel dieses ersten Abschnittes ist vor allem der barrierefreie Umbau des Gemeindehauses. Aber auch dessen Ertüchtigung für die heutige Zeit gehört dazu, also unter anderem Renovierung aller Räume unter Beachtung von Brandschutzvorgaben und Denkmalschutzauflagen, Verlegung neuer Kabel und Schaffung der Voraussetzungen für die Nutzung moderner Veranstaltungstechnik. Vieles ist seit dem Beginn der Bauarbeiten geschehen: Anbau eines Aufzuges an der Hofseite, Vorbereitung einer behindertengerechten Toilette in ersten Stock, Schaffung eines zweiten Fluchtweges aus dem Erdgeschoss, Umgestaltung der Toiletten, Verlegung des Parketts und Einbau einer Akustikdecke im großen Saal im Erdgeschoss – diese Arbeiten waren im März 2020 erledigt (wir berichteten).

Nun erläutert Dieter Klages einige der wichtigsten Baufortschritte der letzten Monate: Mit einem halben Jahr Verspätung wurden im Erdgeschoss sowie im 1. Obergeschoss zur Frankfurter Straße hin Fenster eingebaut, die im oberen Drittel mit Sprossen versehen sind. Durch diese Gestaltungsvorgabe der Denkmalschutzbehörde soll das aus dem Jahr 1898 stammende Gebäude nach außen hin ein einheitliches Bild vermitteln. Alle dunklen Holzelemente, also Türen, Zargen und vor allem das Prunkstück des Gemeindehauses, die Treppe, die vom Erdgeschoss bis in den zweiten Stock führt, wurden erhalten und aufgearbeitet. So war eine Bezuschussung durch die Denkmalschutzbehörde möglich. In den beiden Obergeschossen sind die Flure jetzt mit Brandschutztüren versehen, im Erdgeschoss musste die vorhandene Holztür zum Großen Saal nach Brandschutzvorgaben ertüchtigt werden. Jeder Raum erhielt wieder die Farbgebung, die in früheren Zeiten dort zu finden war. So erstrahlen die Wände nun in neuem Glanz, der eine Raum in „Ultramarinblau“, ein anderer im Farbton „Schweinfurter Grün 50“. Im Erdgeschoss warten der neu gefertigte Einbauschrank, den die Gemeindegruppen wie Kirchenchor, Männertreff oder Posaunenchor für ihre Utensilien benötigen sowie die neue Einbauküche auf ihren Einsatz. „Beides wurde termingerecht geliefert und eingebaut – das muss betont werden“, sagt der KV-Vorsitzende. Denn volle Auftragsbücher und der Fachkräftemangel im Handwerk wirken sich sehr stark auf den Baufortschritt aus. Die Coronakrise hingegen bremste die Arbeiten nur wenig. „Ein Jahr sollten die Umbauarbeiten ursprünglich dauern. Nun sind es zweieinhalb Jahre, aber ein definitives Enddatum kann ich auch heute nicht nennen“, bedauert Dieter Klages. Wenigstens ist die Finanzierung gesichert. Denn seit Jahren wurden und werden unter dem Motto „Keine Barriere, nirgendwo“ fleißig Spenden gesammelt. Unzählige Benefiz-Aktionen unterschiedlichster Art sowie kleinere und größere Einzelspenden halfen, den für die zwei Bauabschnitte (Barrierefreies Gemeindehaus und Barrierefreies Außengelände) benötigten Eigenanteil von etwa 295 000 Euro zu erreichen. Seit März vergangenen Jahres sind wegen der Corona-Beschränkungen solche Aktionen natürlich nicht möglich, das Spendenaufkommen ist entsprechend gesunken.

„Für den ersten Bauabschnitt liegt der Eigenanteil der Gemeinde bei etwa 35 Prozent der Baukosten, das sind rund 160 000 Euro. Die zuständige Regionalverwaltung der EKHN (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) übernimmt den Rest“, erläutert der Vorsitzende des Kirchenvorstandes. „Für den zweiten Bauabschnitt, in dem vor allem die Kirche barrierefrei zugänglich werden soll und auch die Außenanlagen entsprechend umgestaltet werden müssen, ist ein Eigenanteil von 50 Prozent der anfallenden Kosten durch die Kirchengemeinde zu stemmen. Geplant ist eine Rampe, die aus Richtung Sakristei zu einem vergrößerten Podest vor dem Eingang unserer Kirche führen soll“, sagt Klages. Sowohl vom Grundstückszugang von der Frankfurter Straße aus, als auch von den Parkplätzen vor dem Gemeindebüro in der Forsthausstraße führen dann befestigte Wege bis zur Kirche und zum Aufzug hinter dem Gemeindehaus. Die dann umgestaltete Grünfläche zwischen Gemeindehaus, Kirche und Gemeindebüro kann zum Beispiel wieder für das Gemeindefest an Pfingsten genutzt werden. „Wir hoffen auf die baldige kirchenaufsichtliche Baugenehmigung. Dann kann auch der zweite Abschnitt starten.“ Einen Traum hat der Kirchenvorstand: „Es wäre sehr schön, wenn wir die Fassade des Gemeindehauses anlegen lassen könnten, damit auch das äußere Erscheinungsbild in neuem Glanz erstrahlt. Das würde einen niedrigen fünfstelligen Betrag kosten, den wir in der momentanen Finanzplanung noch nicht berücksichtigt haben. Daher hoffen wir weiterhin auf die außerordentlich lobenswerte Spendenbereitschaft unserer Gemeindeglieder, egal um welchen Betrag es sich handelt.“

Von Stephanie Stiefler

Rubriklistenbild: © Stiefler

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare