Das Dieburger „Schlogafe“ hat keine Zukunft

Biergarten ja – Schlossgartenfest nein

Der bekannte Gastronom Tobias Niestatek erhält den Zuschlag für den im vergangenen Jahr so beliebten Treffpunkt.

Der lauschige Biergarten im Schlossgarten wird zur Dauereinrichtung.

Dieburg – Das Echo in den Sozialen Medien ist eindeutig: „Super!“, „Sehr gute Entscheidung“, „Na, das sind ja mal gute Neuigkeiten“ hieß es am Donnerstag in Hunderten von Kommentaren, nachdem der Dieburger Anzeiger die Nachricht auf Facebook gepostet hatte. Grund für die allgemeine Freude: Der Magistrat hat einstimmig entschieden, den Biergarten im Schlossgarten zumindest für die nächsten drei Jahre an den bekannten Gastronomen Tobias Niestatek zu verpachten. Wenn es die elende Pandemie und das Wetter zulassen, soll der eingezäunte Biergarten auf einer Wiese unter Bäumen neben dem Festplatz von April bis Oktober öffnen. Auch Bürgermeister Frank Haus (parteilos) freut sich: „Ich bin mir sicher, dass Tobias Niestatek – wie man es nicht anders von ihm kennt – wieder ein rundes Angebot machen wird (...).“ Die langfristige Zusammenarbeit biete zudem die Möglichkeit für „vielleicht die ein oder andere zusätzliche Investition, um den Komfort noch einmal zu erhöhen“. 2020 hatte Niestatek den Biergarten mit seinem „Garten-Äffchen“ bereits bespielt. Allem Anschein und der öffentlichen Meinung nach erfolgreich. Ende Januar schrieb der Magistrat dann den Betrieb öffentlich aus (wir berichteten). „Das Ziel ist es, den historischen Park stärker zu beleben“, sagte Haus vor gut vier Wochen zu der Ausschreibung. Die sei übrigens nicht vorgeschrieben, doch man wolle auch anderen Gastronomen die Möglichkeit geben, sich um eine städtische Fläche zu bewerben. Neben Niestatek habe es nun noch einen weiteren Bewerber aus Dieburg gegeben, berichtet Haus. Der Magistrat habe sich „aufgrund des besten Konzepts und der besten Ausstattung“ jedoch für Niestatek entschieden.

Der bietet alles, was die Ausschreibung gefordert hatte: mobile Einheiten für Verkauf, Kühlung und Geschirrreinigung, hölzerne Möblierung und einen Zaun drumherum. Tische und Stühle auf der etwa 1 000 Quadratmeter großen Fläche sollen bisweilen umgestellt werden, um den Rasen zu schonen. Als Toiletten für die Gäste soll der seit Januar stehende neue – barrierefreie – Container neben dem Festplatz dienen. Niestatek betrieb bis Mitte 2019 die Römerhalle und eröffnete im Januar 2020 das Bistro „Kaffee-Äffchen“ im Minnefeld. Zudem ist er seit 2019 Pächter des Kiosks im Freibad. Seit Herbst bietet er Speisen zum Mitnehmen in der Zuckerstraße aus seiner Filiale „Kaffee-Äffchen – Winterquartier Café Ostheimer“.

Neben einem schönen Biergarten geht es bei der Vergabe auch um die Belebung des Schlossgartens. Mit Blick auf den Biergartenbetrieb im vergangenen Jahr sprach Haus sogar von der „wiederentdeckten Liebe zum Dieburger Schlossgarten“. Das 2019 letztmals ausgerichtete und aus Qualitätsgründen arg in die Kritik geratene Schlossgartenfest hat keine Zukunft mehr. Offiziell „beerdigt“ ist es zwar noch nicht, aber Bürgermeister Haus lässt keine Zweifel am Ende des einst stolzen Heimatfestes: „Das Stimmungsbild in der Verwaltung und in der Politik dürfte deckungsgleich sein und keine Zukunft für das Schlossgartenfest in der früheren Form sehen. Ein kleinteiligeres Fest halten wir aber für attraktiv und umsetzbar. Hierüber werden die Stadtverordneten im Laufe dieses Jahres entscheiden müssen.“ In diesem Jahr wollte eigentlich die Dieburger Feuerwehr für Ersatz sorgen und ihr 2020 ausgefallenes Fest zum 150-jährigen Bestehen im Schlossgarten groß feiern. Doch auch diese Sause ist Corona zum Opfer gefallen.

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