Corona-Krise

Stadt verzichtet vorerst auf Miete

Für Römerhalle, Museums-Café, Mini-Café, Spießfeld-Kiosk und Freibad-Kiosk gibt’s flexible Lösungen in der Corona-Krise. Die Freibad-Saison ist noch nicht verloren. VON JENS DÖRR

Dieburg – Unter anderem die Gastronomen trifft die Corona-Krise hart. Neben dem oft vollständigen Einbruch des Umsatzes, den nur wenige Betriebe durch einen Abhol- und Lieferservice nennenswert abfedern können, laufen die Kosten für die häufig gemieteten Objekte weiter. Auch die Stadt Dieburg tritt in mehreren ihrer Liegenschaften als Vermieter gastronomischer Einrichtungen auf. Bei Römerhalle, Museums-Café, Mini-Café, Spießfeld-Kiosk und Freibad-Kiosk verspricht Bürgermeister Frank Haus einen vorläufigen Mietverzicht beziehungsweise flexible Lösungen.

„Wir verzichten im April auf die Miete“, sagt Haus mit Blick auf die Römerhalle, das Museums-Café und das Spießfeld-Kiosk. Diese Angebote wären nun normalerweise in Betrieb, sind aktuell aber geschlossen. Nachgehakt, was das bedeute, konkretisiert der Rathaus-Chef: „Wir stunden die Miete zunächst.“ Im Fall einer Mietstundung muss die Miete trotzdem bezahlt werden, allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt. Man wolle abwarten, inwiefern die betroffenen Gastronomen die Soforthilfe des Bundes erhalten, die gerade kleineren Betrieben insbesondere Fixkosten wie eben Pacht und Miete bezahlen helfen sollen. Für den Fall, dass einer der Betreiber von Römerhalle, Museums-Café und Spießfeld-Kiosk diese Soforthilfe nicht erhalte, erklärt Haus: „Wenn die Unternehmen nichts kriegen, kann ich mir gut vorstellen, dass wir auf die Miete verzichten.“ Die Stundungsregelung ist zunächst auf den aktuellen Monat beschränkt.

Ein Sonderfall stellt für die Stadt derzeit das Mini-Café dar. Im und vor allem am Glaskasten auf dem Marktplatz wollte der zu Jahresbeginn im Bewerberverfahren ausgewählte Gastronom Jörg Zoller („Lehrer Lämpel“/„Witwe Bolte“) in den nächsten Wochen eröffnen. Das verschiebt sich nun. „Wir haben uns verständigt, dass wir den Vertrag erst unterschreiben, wenn absehbar ist, wie es mit der Corona-Krise weitergeht“, erläutert Haus das Prozedere. Für den neuen Betreiber fallen noch keine Objektkosten an. Am 1. Juni wolle man sich erneut über einen möglichen Zeitpunkt für die Neueröffnung des seit vorigem Herbst leerstehenden Mini-Cafés unterhalten.

Im Ludwig-Steinmetz-Bad ist die Saison noch nicht verloren. Die Stadt bereitet das Bad wie gewohnt vor.

Im Freibad bewirtete Gastronom Tobias Niestatek 2019 seine erste Saison. Dies durfte er mietfrei tun, investierte in das marode Kiosk und auch in die weitere Infrastruktur mit zusätzlichem Verkaufsanhänger allerdings mehrere tausend Euro aus eigener Tasche. Was sich schon nach Ende der Saison 2019 andeutete, bestätigt nun auch der Bürgermeister: Niestatek erhalte auch für dieses Jahr den Zuschlag, Speisen und Getränke im Ludwig-Steinmetz-Bad zu verkaufen.

Im Normalfall öffnet das Freibad am 15. Mai. Das steht in diesem Jahr auf der Kippe. Frank Haus zufolge bereitet es die Stadt nun zwar auf den Betrieb vor: „Wir tun so, als würde es am 15. Mai eröffnen – wohl wissend, dass das unwahrscheinlich ist.“ Die Hoffnung ruhe momentan eher darauf, zumindest einen Teil der Saison 2020 retten zu können.

Haus zufolge ist der partielle Betrieb zum Beispiel ab Juli möglich. Immer unter der Voraussetzung, dass sich die Corona-Pandemie zumindest in Hessen zum Guten wendet und das Land entsprechende kommunale Handlungen wie die Öffnung des Freibads zulässt.

Quelle: DA-imNetz.de

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