Stadt zahlt Lizenzkosten für Einzelhändler, Wirte und Veranstalter

Dieburg setzt auf „darfichrein“

Das Logo der Darfichrein GmbH, die die Kontaktdaten von Gästen und Besuchern erfasst.
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Das Logo der Darfichrein GmbH, die die Kontaktdaten von Gästen und Besuchern erfasst.

Dieburg – Die aktuellen Infektionszahlen lassen den Schluss zwar nicht zu, aber irgendwann werden Gaststätten und Sportanlagen wieder öffnen dürfen. Und sie werden wie schon im vergangenen Jahr die Kontaktdaten ihrer Gäste erfassen müssen, damit die Gesundheitsämter im Falle einer Infektion die Kontakte nachverfolgen können. Eine nicht nur datenschutzrechtlich bedenkliche Zettelwirtschaft soll es dabei jedoch nicht noch einmal geben. Denn oft genug saßen „Donald Duck“ oder „Spiderman“ an den Tischen.

Die Lösung heißt digitale Erfassung der Daten. Mehrere sogenannte Check-in-Apps versprechen derzeit Effizienz und Sicherheit. Ein wahrer Hype ist etwa um die App „Luca“ entstanden, die von Smudo, Musiker der Fantastischen Vier, mitentwickelt und beworben wurde. Andere Anbieter sind etwa Recover, Gastident, eGuest oder die Web-App „Darf ich rein.de“. Letztere unterstützt nun die Stadt Dieburg, denn sie übernimmt die Lizenzkosten „für ortsansässige Einzelhändler, Gastronomie- und Kulturbetriebe, Dienstleister, Vereine und Veranstalter“, wie Bürgermeister Frank Haus (parteilos) in dieser Woche ankündigte. „Die Corona-Auflagen stellen für viele eine Herausforderung dar. Wir möchten mit dem Angebot, die Gästeerfassung mit ,darf ich rein’ kostenfrei nutzen zu können, alle Gastronomen, Veranstalter und andere unterstützen. Auch die Vereine können hiervon profitieren und etwa Zuschauer auf dem Sportplatz mit dem neuen Tool re-gistrieren“, sagte Haus.

Mitglieder des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands zahlen 5 Euro pro Monat, andere Nutzer 10. Zusätzliche Standorte werden mit 2,50 oder 5 Euro berechnet. In Bayern fallen zudem auch Mitgliedsvereine des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) unter den ermäßigten Satz, in Hessen gibt es diese Regelung (noch) nicht. Die Kosten sind also überschaubar, aber dennoch ist die Initiative der Stadtverwaltung eine schöne Unterstützung. Die Betreiber der App erklären die Funktionsweise: „Gastgeber, Betriebe, kommunale Einrichtungen, Bildungs- und Kulturstätten erstellen auf darfichrein.de in wenigen Sekunden ein eigenes Konto. Dabei wird ein QR-Code generiert, der direkt ausgedruckt und sichtbar in den Lokalitäten des Betriebs angebracht werden kann. Die Gäste scannen den QR-Code mit dem Smartphone und geben ihre Kontaktdaten an. Dafür muss nichts installiert oder heruntergeladen werden. Die Daten werden verschlüsselt und sicher im Rechenzentrum der AKDB (Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern, d. Red.) gespeichert. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben werden die Kontaktdaten nach vier Wochen automatisch gelöscht. Allein auf Anforderung der Gesundheitsbehörden werden die Kontaktdaten der Gäste für ein bestimmtes Zeitfenster heruntergeladen, entschlüsselt und an die Behörden übergeben.“

Wer kein Smartphone besitzt, kann seine Daten freilich weiter auf einem Zettel hinterlassen. Darfichrein ist eine browserbasierte Webanwendung, sie funktioniert also ohne App oder Softwareinstallation. Durch einen persönlichen PIN kann der Gast zudem bei allen teilnehmenden Betrieben einchecken, ohne die Daten immer wieder neu eintragen zu müssen. Die Darfichrein GmbH ist ein deutschlandweit tätiges Tochterunternehmen der AKDB und des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands.

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