Anästhesiologische Gemeinschaftspraxis „BestSleep24“ in Groß-Umstadt hat neues Domizil gefunden

„Patienten sollen schmerzfrei nach Hause gehen“

Blick in einen der beiden OP-Säle in der Anästhesiologischen Gemeinschaftspraxis „BestSleep24“, die nach dem Aus im Dieburger Krankenhaus St. Rochus nun in Groß-Umstadt ihr neues Domizil gefunden hat. Links Betreiber Ibrahim El Jaar, rechts Zentrumsmanager Sebastian Steinhaus. Neben Steinhaus ist der 100 000 Euro teure Arthroskopie-Turm zu sehen, mit dem man etwa besonders detailreiche Kniespiegelungen machen kann.
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Blick in einen der beiden OP-Säle in der Anästhesiologischen Gemeinschaftspraxis „BestSleep24“, die nach dem Aus im Dieburger Krankenhaus St. Rochus nun in Groß-Umstadt ihr neues Domizil gefunden hat. Links Betreiber Ibrahim El Jaar, rechts Zentrumsmanager Sebastian Steinhaus. Neben Steinhaus ist der 100 000 Euro teure Arthroskopie-Turm zu sehen, mit dem man etwa besonders detailreiche Kniespiegelungen machen kann.

Nach dem Aus im Dieburger St.-Rochus-Krankenhaus hat die Anästhesiologische Gemeinschaftspraxis „BestSleep24“ in Groß-Umstadt ihr neues Domizil gefunden. 20 Ärzte mieten sich für ambulante OPs ein. Die Arthroskopie ist „auf einem neuen Level“.

Dieburg/Groß-Umstadt – Acht Fachärzte für Anästhesie, 17 pflegerische Mitarbeiter, 12 000 Narkoseleistungen pro Jahr: Das sind Eckdaten der Anästhesiologischen Gemeinschaftspraxis „Best-Sleep24“, die seit September 2019 neben Standorten in Mainaschaff und Aschaffenburg ihr neustes OP-Zentrum auf dem Groß-Umstädter Krankenhaus-Berg betreibt. Dort hat das privatwirtschaftliche, von den Anästhesisten Ibrahim El Jaar, Jörg Hoyer und Dieter Orth betriebene Zentrum nach dem Aus im Dieburger St.-Rochus-Krankenhaus sein neues Domizil gefunden. In der Kratzengasse zählte die Praxis zu den Letzten, die die Stellung hielten. Bis zum medizinischen Neustart auf dem Rochus-Areal, das die Stadt Darmstadt 2021 (wahrscheinlich an einen Investor und nicht an die Stadt Dieburg) verkaufen will, werden noch einige Jahre ins Land gehen. BestSleep24 dürfte dann nicht zu den Rückkehrern zählen: In Groß-Umstadt hat sich der Narkose-Dienstleister inzwischen eingelebt und trotz Corona gerade ein Rekordquartal verbucht.

„Das dritte Quartal war das bisher erfolgreichste“, freut sich Anästhesist und Geschäftsführer Ibrahim El Jaar. Auch der Gesamtwert stimme: Zwischen September 2019 und November 2020 habe man allein in Groß-Umstadt 1 260 ambulante Eingriffe betreut. Wobei man nicht etwa in erster Linie von der benachbarten Kreisklinik profitiere, sondern von Operateuren aus der ganzen Region: Orthopäden, Frauenärzte, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Chirurgen. Sie alle kommen in die Praxis, um dort zum einen die OP-Infrastruktur zu nutzen und zum anderen vom Fachpersonal betäuben zu lassen – von der Vollnarkose über den Dämmerschlaf bis zur intravenösen Regionalanästhesie. Aus Dieburg, Darmstadt, Rodgau und Aschaffenburg fahren die Operateure an. Zahnärzte sind ebenfalls darunter, „auch viele Zahn-OPs finden im Liegen statt“, sagt Sebastian Steinhaus. Er hat als Zentrumsmanager den perfekten Überblick zum – im doppelten Sinne – operativen Geschäft. Darüber hinaus narkotisieren die Anästhesisten auf Wunsch auch im Außendienst, besuchen etwa Kieferchirurgen, wenn diese größere Betäubungen von Patienten brauchen, diese aber in der eigenen Praxis behandeln wollen. Meist jedoch greifen die Operateure – derzeit 20 an der Zahl – auf die Infrastruktur im OP-Zentrum von BestSleep24 zurück.

Dort finden (ausschließlich geplante) Operationen in zwei OP-Sälen sowie in einem kleineren Eingriffsraum statt. Ein Schleusensystem führt die Patienten hinein und später, nach der Besinnung im Aufwachraum, wieder aus dem OP-Bereich hinaus. Durchgeführt werden in der Regel Eingriffe, die keinen Klinikaufenthalt nach sich ziehen. Ambulante OPs also, die El Jaar und Steinhaus in Zentren wie ihrem optimal aufgehoben sehen: „Früher war es gang und gäbe, dass beispielsweise selbst Orthopäden mit kleiner Praxis einen eigenen OP-Saal betrieben haben.“ Das jedoch sei heute „betriebswirtschaftlich selten sinnvoll“. Stattdessen mieten sich externe Operateure im Zentrum bedarfsgerecht ein und kaufen die Expertise der Anästhesisten und die Pflege in der Aufwachphase gleich hinzu. BestSleep24 will und muss dabei nicht nur mit Personal und Wissen punkten, sondern auch mit der technischen Infrastruktur. Beispielsweise ermöglicht ein „Beach-Chair-Tisch“ Schulteroperationen in einer Patientenposition zwischen Sitzen und Liegen. Je nach Eingriff wird die im Saal nötige Raumluftklasse eingestellt, der Eingriff dem Operateur bei modernstem Licht und maßgeschneiderter baulicher und apparativer Ausstattung erleichtert. Besonders stolz sind Ibrahim El Jaar und Sebastian Steinhaus auf einen neuen Videoturm, etwa für Kniespiegelungen. „Das ermöglicht dem Operateur Arthroskopie auf einem neuen Level“, sagt El Jaar, der mit den weiteren Gesellschaftern Hoyer und Orth allein in dieses neue Instrumentarium kürzlich 100 000 Euro investiert hat. All der technische und personelle Einsatz verfolge freilich stets das eine Ziel: „Die Patienten sollen nach einem Eingriff bei uns schmerzfrei nach Hause gehen.“

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