Inhaberin Judith Beier kündigt Ende des Spielbetriebs an

Abschied vom Theater im Lädchen

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Auf der Bühne: Theater im Lädchen-Chefin Judith Beier (rechts) mit Schauspielkollegin Agnieszka Kleemann.  

Dietzenbach - Es ist viel gelacht worden, bei der Aufführung vom „Männerschlussverkauf“ im Theater im Lädchen. Doch am Ende wussten die Zuschauer nicht, ob sie weinen sollten.

Denn Theaterhchefin Judith Beier verkündete, dass das Theater im Lädchen zum ersten Juli schließt: „Ich habe nicht mehr die Kapazität das Theater so zu führen, wie ich es gerne hätte. “ Beier, die das kleine Schauspielhaus seit September 2007 leitete, ist hauptberuflich als Schauspielerin unterwegs und häufig gebucht. „Das tut mir alles sehr Leid, vor allem, weil die Menschen hier so nett sind“, sagte Beier. Genauso traurig wie die Theaterchefin, zeigte sich dann auch das Publikum: „Es ist wirklich schade, dass es schließt, denn ein Klein-Theater in Dietzenbach ist ein Muss“, sagt Anneliese Weilmünster. Ein Trost bleibt den Fans vom Theater im Lädchen jedoch: Privatvorstellungen und der Schauspielunterricht sollen wie gewohnt weiter laufen, auch nach der Schließung.

Ganz regulär war der „Männerschlussverkauf“. „Ich habe letztens meinen Freundinnen gesagt, ich will zehn Kilo abnehmen. Fehlen jetzt nur noch 13“, sagte Frau Doktor Möbenbach und kicherte in sich hinein. Die Maße von 90-60-90 erfülle sie schon mal, sagt sie. Zumindest pro Bein. Judith Beier schlüpfte in die Rolle der aufbrausenden Putzfrau Möbenbach alias „Doktor Möbenbach“ und begeisterte so ihr Publikum.

Als selbst ernannte Beraterin in Männerfragen gab sie ihrer Kollegin Agnieszka Kleemann, der hilfesuchenden Gisela Mann, wertvolle Tipps. Mit dem Ziel, sich „fatale Männerbilder aus dem Kopf zu schlagen“, spielte Frau Doktor Möbenbach die Rollen von verschiedenen Männertypen.

Beier und Kleemann nahmen ihr Publikum mit auf eine Zeitreise vom Mittelalter bis hin in die Moderne und deckten das ein oder andere Männerklischee auf. Vom lüsternen Mönch über den Macho bis hin zum verzweifelten Dauersingle: Die satirische Darstellung traf den Humor der Zuschauer. Doch nicht nur Männerbilder wurden auf den Arm genommen, auch die Einstellung der Frauen kam auf den humoristischen Prüfstand. „Wussten Sie, wieso auf Modenschauen die Musik immer so laut ist?“, fragte Frau Doktor Möbenbach das Publikum. „Damit man das Geklapper der Knochen nicht hört“, gab sie die Antwort. Mit diesen und weiteren Scherzen nahm Beier den Schlankheitswahn gehörig auf die Schippe.

Bilder: Viel Theater in Hanau

Weitere Vorstellungen im Theater (Bahnhofstraße 33) sind am Freitag, 29. April, 20 Uhr: „Männer und andere Irrtümer“. Am Mittwoch, 4. Mai, 20 Uhr: „Die besten Tage meines Lebens“. Und am Freitag, 17. Juni, 20 Uhr: „Dick und Dünn“. (vk)

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