Wie geht es mit der Stadt weiter?

Änderungsvorschläge zur Zukunft

Dietzenbach - Wo geht es in Zukunft hin mit der Kreisstadt? Mit einer strategischen Zielplanung wurden dafür Leitlinien erarbeitet, Vereine, Bürger und Wirtschaftsvertreter befragt. Von Christian Wachter

Nachdem es inzwischen einen vorläufigen Entwurf des Papiers gibt, sind die Parlamentarier nicht mit allen Thesen einverstanden. Mit einer strategischen Zielplanung, so entschied man schon vor einiger Zeit im Rathaus, will man sich auf dem Weg in die Zukunft der Kreisstadt Marker setzen, an denen man sich orientieren kann. Unterstützung gab es von der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt), mit der man 2017 mit Vereine, Vertreter aus der Wirtschaft und Bürger befragte. Am Ende wollte man so Stärken und Schwächen herausfiltern, um dementsprechend handeln zu können (wir berichteten). Gerade zum Forum „Bürger“ allerdings waren am wenigsten Interessierte erschienen.

Inzwischen befassen sich die Parlamentarier mit dem vorläufigen Entwurf des Strategiepapiers der KGSt. Ein zentraler Punkt für die CDU ist das „Potenzial an freien Flächen“ und die im Papier geäußerte These, „dass das Stadtgebiet eine weitere Verdichtung im Innenbereich über die bereits geplanten Projekte hinaus erfahren“ müsse. Gerade hinsichtlich des Innenohrs des Spessartviertels sei man sich im Vorstand und in der Fraktion einig, dass es sich dabei um einen „großen Fehler“ handeln würde. Auch weil im Hinblick auf die bestehende das Potenzial für eine weitere Verdichtung erschöpft sei. „Viel wichtiger wäre es, die Potenziale im Außenbereich und der frei werdenden Flächen in den Gewerbegebieten in der Nähe der S-Bahn- Trasse nutzbar zu machen.“

Was Dietzenbach als Wirtschaftsstandort angeht, so seien rund 86 Prozent der befragten Unternehmen zufrieden. Aus Sicht der Christdemokraten zwar ein erfreulich hoher Anteil, dennoch werden in dem Papier zu wenig auf Negativaspekte und Verbesserungspotenziale eingegangen. Für Unverständnis habe bei der CDU-Tagung die These gesorgt, dass vorhandene Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten in Dietzenbach noch nicht zu den Qualifikationen der Absolventen passten.

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Die Grünen betonen ebenso, dass eine Bebauung des Innenohrs eine weitere Verdichtung des Spessartviertels zur Folge hätte, „was unbedingt zu vermeiden ist“. Auch den folgenden Punkt würden die Grünen gerne aus dem Papier entfernt sehen: „Die Heterogenität und Internationalität der Stadt sind in der Region einzigartig. Viele Maßnahmen und Angebote im sozialen Bereich wurden gezielt dafür konzipiert.” Es sei Augenwischerei, diese Punkte als Qualitätsmerkmal hervorzuheben: „Als Arrival-City (Einflugschneise für Neu-Zuzug) hat Dietzenbach sehr viele Menschen, die abgehängt wurden, und eine hohe Fluktuation. Da müssen wir einiges ändern und besser machen.“ Vielmehr solle man zu den Leitgedanken hinzufügen, darauf hinzuarbeiten, die sozialen Brennpunkte zu entschärfen.

Dass in dem Entwurf „Bebauungspläne flexibel ausgelegt“ werden sollen, um alternative und kreative Bauformen zu ermöglichen, sehen die Grünen ebenfalls kritisch: „Bebauungspläne sollten nicht flexibel ausgelegt werden, da ansonsten Unsicherheit entsteht und Raum für Überschreitungen.“ Sehr wohl sollen sie aber eben jene alternative und kreative Bauformen ermöglichen.

Rubriklistenbild: © Archiv: Häsler

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