Ärztezentrum geht in entscheidende Runde

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Noch stehen die Räume der ehemaligen Spielinsel und der Videothek an der Babenhäuser Straße leer.

Dietzenbach - Noch stehen die Räume der ehemaligen Spielinsel und der Videothek an der Babenhäuser Straße leer. Doch ab Februar, sagt Reinhold Jerwan, Obmann der Dietzenbacher Ärzteschaft, soll es hier mit dem Innenausbau losgehen. Von Nina Beck

Ein unausgesprochenes „Endlich!“ schwingt da mit, schließlich sei er schon öfters angesprochen worden, ob das noch was wird mit dem Ärztezentrum, das schließlich auch einen Beitrag zur Belebung der Altstadt leisten soll.

Auf der Stirnseite des U-förmigen Gebäudekomplexes wird eine Radiologische Gemeinschaftspraxis mit Computertomographie und Magnetresonanztomographie entstehen, auf einer Fläche von gut 1600 Quadratmetern. Die derzeit in Steinberg angesiedelten Radiologen ziehen dann in die Altstadt um.

Im Keller des gleichen Gebäudes schlummert noch ein altes Schwimmbad, das bis zu seiner Schließung vor zehn Jahren den Mietern des Hauses zur Verfügung gestanden hatte, wie Gottfried Werner von der Pfälzischen Projektentwicklungsgesellschaft erläutert. Dies ist über einen Zugang von oben erreichbar und könnte wieder in Betrieb genommen werden. Denn auch eine Praxis für Physiotherapie sei im Gespräch.

Ursprüngliche Überlegungen waren zwar dahin gegangen, dass der Tengelmann-Markt in die nun für die Radiologie vorgesehenen Räumlichkeiten ziehen und sich damit flächenmäßig nahezu verdreifachen könnte. Doch „nach vielen Gesprächen mit Ärzten, Bürgern und Einzelhändlern“, so Werner, sei in Abstimmung mit dem Lebensmittelmarkt „der Schwerpunkt auf die medizinische Versorgung“ gelegt worden – einerseits als Reaktion auf die vielen Anfragen von Ärzten, andererseits auch in Hinblick auf die geplante Ansiedlung von Tegut und Lidl auf Baufeld C. „Die Nachfrage wird nunmal nicht größer, da gäbe es dann ein Überangebot“, so Werner.

So bleibt der Lebensmittelmarkt nun an seiner ursprünglichen Stelle, zur Babenhäuser Straße hin gelegen, wird aber laut Werner „hochwertig umgestaltet“. Bereits renoviert worden ist die Apotheke in dem Gebäudekomplex, für eine Drogerie, wie es ursprünglich angedacht war, sei nun „kein Platz mehr“. Auch von weiteren Plänen – unter anderem war, wie berichtet, eine überdachte Passage vorgesehen – hat die Projektentwicklungsgesellschaft nun Abstand genommen. „Das ist jetzt noch eine Bestands sanierung, die eigentliche bauliche Substanz bleibt ja unberührt“, so Bürgermeister Stephan Gieseler. Insofern sei auch kein städtebaulicher Vertrag mehr nötig.

Auch die anhaltende Parkplatzdiskussion ist nun gelöst: Zwar fallen die bisher bestehenden 56 Parkplätze im Innenareal für die Allgemeinheit weg und stehen dann ausschließlich für die Ärzte sowie als Krankenwagenzu- und -abfahrt zur Verfügung. Doch dafür werden etwa 45 Stellplätze auf dem ehemaligen Parkdeck der Post entstehen. „Wir orientieren uns an der Stellplatzordnung“, sagt Werner.

Spätestens bis Jahresende, damit rechnen sowohl er als auch Reinhold Jerwan, sollen alle im Ärztezentrum angedachten Praxen samt Notdienstzentrale, die ebenfalls ihren Standort in die Altstadt verlegt, und Radiologie ihren Betrieb in dem Gebäudekkomplex aufgenommen haben. Auch die Sanierung der Außenfassade soll dann abgeschlossen sein.

Die Häuser Babenhäuser Straße 31, 31a und 33 werden ab dem ersten Stock komplett mit Arztpraxen belegt sein, eine Fläche von rund 2500 Quadratmetern. Über insgesamt fünf Eingänge sind die einzelnen Praxen zu erreichen, an jedem Eingang gibt es auch einen Aufzug, wie Jerwan erläutert. Zwei Gynäkologen, zwei Zahnärzte, vier Internisten, ein Dermatologe, zwei Kinderärzte und die Radiologen (vermutlich bis zu vier) stünden bereits als Mieter fest. Für das oberste Geschoss über dem Tengelmann-Markt ist darüber hinaus die Ansiedlung eines „weiteren großen medizinischen Zentrums“ bis Jahresende geplant, zu dessen fachlicher Ausrichtung Werner aber zum jetzigen Zeitpunkt noch keine weiteren Angaben machen will.

Sicher ist jedenfalls: Auch die Notdienstzentrale, wochentags neben der Kreisstadt auch zuständig für Dreieich, Obertshausen, Hausen, Langen und Heusenstamm, wird in dem Gebäudekomplex ihr neues Quartier beziehen. Statt bisher 60 Quadratmeter am Seniorenzentrum Steinberg steht dem Ärzteteam auf dem Areal der ehemaligen Spielinsel eine fünfmal so große Fläche zur Verfügung. Neben zwei Behandlungs räumen ist so auch Platz für Ärztezimmer und Sozialräume, eine kleine Küche, ein Büro und Personalräume im Keller sowie einen großzügigen Besprechungsraum. Außerdem ist ein direkter Durchgang zur Radiologie geplant. Bis Juni, hofft Jerwan, sollen hier die Arbeiten abgeschlossen sein.

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