„Alles dauert seine Zeit“

+
Die Zustände in afrikanischen Kliniken, sagt der Dietzenbacher Horst Peter Jäger, seien für uns kaum vorstellbar – doch hätten sie sich in den vergangenen Jahren verbessert.

Dietzenbach - (nl) Vor nunmehr zwei Wochen ist der 62-jährige Dietzenbacher, der ehrenamtlich für den Senior-Experten-Service (SES) nach Ghana gereist ist, um die dortige Krankenhausverwaltung zu unterstützen, in Nkwanta angekommen.

Minus zehn Grad beim Abflug in Frankfurt, ein Zwischenstopp in Lagos/Nigeria, 30 Grad Plus dann bei der Ankunft am Abend in Accra, der Hauptstadt Ghanas, und am nächsten Tag, nach einer Übernachtung, wartete noch einmal eine achtstündige Autofahrt auf Horst Peter Jäger, zuletzt über eine staubige Sandpiste. Sein Ziel: das im Norden des Landes gelegene Nkwanta, genauer: das dortige Krankenhaus.

Zeit für einen ersten, kurzen Zwischenbericht in die Heimat: „Seit nunmehr zwei Wochen“, schreibt Jäger in einer E-Mail, „analysiere ich die momentane Situation des Krankenhauses und versuche, Vorschläge zu erarbeiten. Da ich aber von Informationen abhängig bin, die ich aus verschiedenen Gründen – zum Beispiel Stromausfall, kein Papier vorhanden, Drucker defekt, Fotokopierer defekt und so weiter – sehr verzögert bekomme, dauert eben alles so seine Zeit. Die Segnungen funktionierender Büroausstattung und Kommunikation weiß man erst so richtig zu schätzen, wenn man einmal tief in Afrika arbeitet.“ Abgesehen davon, dass die Arbeitsbedingungen durch die regelmäßigen Stromabschaltungen erschwert würden, leide vor allem die Wasserversorgung darunter, da die Tanks dann nicht mehr gefüllt werden können, so Jäger – und das in der Trockenzeit mit Tagestemperaturen um die 30 Grad und Nachtwerten von zwölf. „Es ist mehr als trocken“, so Jäger, überall würden Buschfeuer entzündet, lägen Staub und Rauch in der Luft.

Neu ist das Klima für den Senior-Experten indes keineswegs. Bereits vor zwei Jahren hatte er schon einmal ehrenamtlich in dem Bezirkskrankenhaus von Nkwanta, das etwa zwei Millionen Menschen versorgt, gearbeitet. Nun will er schauen, welche von ihm damals angeregten Veränderungen die Verwaltung bereits aufgenommen hat und wo weiterhin beispielsweise Abläufe transparenter gemacht werden müssen. Jäger, der seit 1996 jedes Jahr auch mit seiner Frau nach Kamerun reist, bleibt für sechs Wochen in Ghana.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare