Freundeskreis Kostjukovitschi stellt Pläne vor

Alles Gute für die Schwester

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Eindrücke der Städtepartnerschaft Dietzenbach-Kostjukovitschi (von oben links im Uhrzeigersinn): Sommerfreizeit von weißrussischen Kindern und Jugendlichen in der Kreisstadt, Besuch des Schwimmbads in Kostjukovitschi, Weißrussen und Kreisstädter beim Zirkus Chicana, Lehrerinnen hospitieren an der Ernst-Reuter-Schule, Tänze und Musik in einem weißrussischen Kindergarten.

Dietzenbach - Der Freundeskreis Kostjukovitschi veröffentlicht jedes Jahr einen Jahresbrief mit Rückschau und Ausblick auf die Aktivitäten mit Dietzenbachs weißrussischer Partnerstadt. Von Ronny Paul 

„Ein interessantes Jahr 2017 liegt hinter uns und ein spannendes vor uns“, bilanziert Vorsitzender Dietmar Kolmer. Für Dietzenbachs ehemaligen Ersten Stadtrat ist das Amt, das er vor zwei Jahren von der Vereinsgründerin und Ehrenbürgerin Kostjukovitschis, Dörte Siedentopf, übernommen hat, eine spannende Aufgabe: „15 bis 20 Stunden beschäftige ich mich pro Woche mit Kostjukovitschi.“ Zehnmal sei er auch schon dort gewesen, schätzt der von den Mitgliedern im September im Amt bestätigte Vorsitzende.

Eine Arbeits- und eine Bürgerreise führten 2017 in den Osten, eine Sommerfreizeit von Kindern und Jugendlichen sowie eine Lehrerfortbildung in den Westen. Auch Termine in der weißrussischen Botschaft und im Auswärtigen Amt in Berlin standen in Kolmers Kalender. Dabei ging es etwa darum, Fördermittel zu generieren, um die Menschen in Dietzenbachs Partnerstadt, die etwa 180 Kilometer Luftlinie von Tschernobyl entfernt liegt, zu unterstützen.

Die Bewohner leiden unter dem radioaktiven Niederschlag des sich im kommenden April zum 32. Mal jährenden Reaktorunglücks. Weite Teile Weißrusslands sind nach wie vor verstrahlt und unbewohnbar. Die Krebsraten steigen auch bei jüngeren Kindern. Die vor zwei Jahren zur Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannte und nach Berlin umgezogene Dörte Siedentopf, Allgemeinmedizinerin im Ruhestand, hat den Kontakt zur weißrussischen Kleinstadt 1990 geknüpft.

2017 hat der Vereinsvorstand auf der sogenannten Arbeitsreise verschiedene Bildungseinrichtungen in Kostjukovitschi sowie Spendenempfänger besucht. Um auszuloten, wo Hilfe nötig ist, waren etwa Schulen und Kindergärten sowie das Regionalzentrum für soziale Betreuung die Anlaufpunkte.

Bei der Bürgerreise waren 14 Dietzenbacher, darunter Erster Stadtrat Dieter Lang und Ex-Bürgermeister Jürgen Heyer, dabei, auch, um die Wiederverschwisterung zu feiern. Seit 2009 ist Kostjukovitschi offizielle Schwesterstadt. Dieses Jahr ist eine Rückverschwisterung in der Kreisstadt für Ende Mai geplant. Dazu kommen neben Bürgern unter anderem der stellvertretende Bürgermeister, die Kreissportlehrerin, die Leiter des Schwimmbads, des Gymnasiums, des Rettungs- und Feuerwesens und des Kreiskrankenhauses. Ziel sei es, dass sie sich in Dietzenbach in ihrem jeweiligen Fachgebiet umfangreich informieren und Anregungen mit nach Hause nehmen. Das Programm werde bei einer weiteren Arbeitsreise des Vorstands im März geplant, informiert Kolmer.

Tradition hat die zweiwöchige Sommerfreizeit von Kindern und Jugendlichen aus Kostjukovitschi, die „frühestens ab dem 20. Juni bis spätestens 15. Juli“ wieder ansteht. Dazu sucht der Freundeskreis Dietzenbacher, die bereit sind, Gäste aufzunehmen. Wer Interesse hat, kontaktiert den Vorsitzenden unter s 0175 2962439 oder per Mail an dietmar@kolmer.de.

Im April reist Kolmer in die Lutherstadt Wittenberg zur 10. Deutsch-Belarussischen Partnerschaftskonferenz mit deutschen und weißrussischen Vertretern. Im Mittelpunkt steht dort der Austausch über Aspekte von Städtepartnerschaften und der gegenseitigen kulturellen Beeinflussung.

Die angelaufene Fortbildung von zehn Lehrerinnen aus Kostjukovitschi in Kooperation mit der Ernst-Reuter-Schule geht im August in die nächste Runde. „Das ist für die Lehrer enorm wichtig“, betont Kolmer. Im Anschluss an den Besuch im vergangenen Jahr habe sich ein Lehrerstammtisch in Kostjukovitschi gebildet.

Ein kultureller Höhepunkt ist für den 17. März geplant. Dann kommt das Minsker Streichquartett in die Kirche St. Martin, um ein Stück von Joseph Haydn aufzuführen. Das kam über den gemeinnützigen Freundschaftsverein Mainz-Minsk zustande. Der Erlös kommt deutschlandkundigen Seminaren weißrussischer Studenten und Akademiker zugute.

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