Alte Starenkästen für 10.000 Euro abzugeben

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Starenkästen wie dieser haben ausgedient. Die CDU beantragt, die Blitzanlagen abzumontieren, da inzwischen neun moderne grauschwarze Säulen Verkehrssünder überwachen.

Dietzenbach -  Vielleicht nicht gerade im Internet-Auktionshaus oder in der Zeitung, aber irgendwie, wahrscheinlich geflüstert ins Ohr eines Kollegen, hat Jürgen Rogg ein bisschen Dietzenbacher Trödel angeboten und damit tatsächlich Begehrlichkeiten geweckt. Von Barbara Scholze

„Es gibt eine nahe gelegene Kommune, die an unseren alten Starenkästen interessiert ist“, teilte der Bürgermeister im parlamentarischen Bauausschuss mit. Rund 10.000 Euro könnten die ausgedienten Geräte in die Stadtkasse spülen, sogar den kompletten Abbau wolle der Käufer übernehmen.

Für eine kleinere Gemeinde lohne es sich, die metallenen Säulen mit neuartigen Digitalkameras auszustatten, sagte Rogg. Eine Möglichkeit, die die Stadtverwaltung für Dietzenbach nicht gesehen hatte. Mit dem Auslaufen der veralteten Filmtechnik investierte die Kommune rund eine halbe Million Euro in digitale Tempo- und Rotlicht-Blitzer, die jetzt als futuristische Säulen allerorten das Stadtgebiet zieren oder verunstalten, je nach Betroffenheit der autofahrenden Bürger (wir berichteten).

Insgesamt sieben Metallsäulen sind damit überflüssig geworden. Ein Antrag der CDU sieht vor, diese „so wirtschaftlich wie möglich zu verwerten“. Günter Steinheimer (GDL) erinnerte indes an eine „erzieherische Wirkung“ allein beim Anblick der Säulen. „Wir sollten sie nur verkaufen, wenn wir wirklich größere Einnahmen erzielen.“ Nicht nur wegen des Geldes, auch aus Imagegründen plädierte Rogg für einen Abbau der alten Blitzer. „Wir müssen ja nicht hessenweit Spitzenreiter sein, was die Anzahl der Überwachungsgeräte angeht.“

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