Mehrfamilienhaus geplant

„Lost Place“ in Dietzenbach: Altes Forsthaus muss weichen

Die Tage des alten Forsthauses an der Offenthaler Straße sind gezählt. Es wird abgerissen, auf dem Gelände entsteht ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt 16 Wohneinheiten.
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Die Tage des alten Forsthauses an der Offenthaler Straße sind gezählt. Es wird abgerissen, auf dem Gelände entsteht ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt 16 Wohneinheiten.

Im Internet ist es als „Lost Place“ zu finden, jetzt wird es abgerissen. Das Alte Forsthaus in Dietzenbach weicht einem Mehrfamilienhaus.

Dietzenbach – Der Name soll erhalten bleiben und an längst vergangene Zeiten erinnern. Die Gestaltung indes wird vollkommen anders, bietet neuen Wohnraum und verleiht dem Stadt-Entrée am westlichen Rand des Hexenbergs ein neues Bild. Das alte Forsthaus an der Offenthaler Straße ist dieser Tage Geschichte. Das Gebäude samt den Nebenanlagen, alles im Besitz der Stadt, wird abgerissen.

Dort, wo einst die Weidmänner residierten, entsteht moderne Wohnbebauung – ein Mehrfamilienhaus mit 16 Wohnungen. Den Zuschlag dazu hat nach unzähligen Jahren Leerstand die Firma Procon Projektgesellschaft mbH aus Nidderau erhalten. 980  000 Euro hat der Bauträger für das rund 3 500 Quadratmeter große Grundstück an die Stadt gezahlt.

Altes Forsthaus in Dietzenbach als „Lost Place“ bekannt

Im Jahr 1953 gebaut, ist das alte Forsthaus heute verwaist und verfallen. Im Internet gilt es als „lost place“, als „vergessener Ort“, der besonders bei Hobbyfotografen beliebt ist. Unter Denkmalschutz steht die Immobilie nicht. „Aber das Grundstück hat bis vor kurzem noch an einen verwunschenen Dornröschengarten erinnert“, erzählt Procon-Geschäftsführer Nenad Crnjak nun auf Anfrage. Alles sei völlig eingewachsen und zugewuchert gewesen, sodass man die Fläche kaum betreten konnte.

„Wir mussten zuerst den Wildwuchs beseitigen“, sagt Crnjak. Vor allem die Bäume seien dabei zuvor von Spezialisten untersucht worden. „Aber auch da war alles Wildwuchs, der da eigentlich nicht hingehört.“ Inzwischen habe die Untere Naturschutzbehörde ihr Okay gegeben, sodass mit der Entkernung der Gebäude begonnen werden konnte. „In zwei bis drei Wochen ist das Grundstück leer“, teilt der Geschäftsführer mit.

Wohnraum ist in Dietzenbach heiß begehrt

Da Wohnraum in Dietzenbach heiß begehrt ist und Grundstücksflächen rar sind, hatte die Stadt mit einem wertig aufgemachten Exposé nach einem Käufer für das Forsthausgelände gesucht. Geworben wurde dabei auch mit der guten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und der Nähe zum Waldstadion sowie zum Schwimmbad. Mehrere Interessenten hatten sich beworben, darunter auch der potenzielle Bauherr eines Einfamilienhauses. Die Entscheidung für Procon war in der Stadtverordnetenversammlung aber unter anderem wegen der Anzahl von Appartements gefallen.

Auf einer überbaubaren Fläche von rund 720 Quadratmetern werden auf dem Forsthausgelände also 16 neue Wohnungen entstehen, die alle für den Verkauf bestimmt sind. „Die Vermarktung beginnt in Kürze“, kündigt Crnjak an. Geplant sind jeweils vier Zwei- und Vierzimmerwohnungen sowie acht Einheiten mit je drei Zimmern.

Dazu kommt eine Tiefgarage mit insgesamt 24 Stellplätzen. „Das Mehrfamilienhaus ist als Niedrigenergiehaus angelegt, wir erreichen nicht ganz Passivhausstandard, aber fast“, kündigt der Bauträger an. Das gesamte Ensemble werde barrierefrei errichtet, zu den Erdgeschosswohneinheiten gehöre jeweils ein Gartenanteil.

Lärmschutz ist Thema intensiver Diskussionen bei Ausschreibung

Intensiv diskutiert wurde in der Vorbereitung für die Ausschreibung immer wieder auch der Lärmschutz. Wie Procon mitteilt, habe man sich dafür eine besondere Lösung einfallen lassen. „Wir werden alle Balkone mit faltbaren Glaselementen ausstatten“, sagt Crnjak. Das biete nicht nur eine Nutzung während des ganzen Jahres, sondern auch Schutz vor den Geräuschen der vorliegenden Straße. „Das ist effektiver als jeder herkömmliche Lärmschutz.“

Nach dem Abriss des alten Forsthauses sollen ab Mai die „sichtbaren Arbeiten“ für den Neubau beginnen. Bezugsfertig werden die Wohnungen voraussichtlich Anfang des Jahres 2023 sein, wobei der Procon-Geschäftsführer betont: „Da ist ein Zeitpuffer eingerechnet, das ist mir lieber so.“ Von einer wirklichen Besonderheit berichtet er ganz am Ende seiner Ausführungen noch: „Da eine nicht unerhebliche Waldfläche zu dem Grundstück gehört, wird jeder, der eine Wohnung erwirbt, zugleich auch Waldbesitzer im Gemeinschaftseigentum.“ (Barbara Scholze)

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