Premiere zu Weihnachten möglich

Ex-Kreisstädter übt sich als Regisseur in der Fantasy-Filmbranche

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Schauspielerin Jasmin Wagner und Kollege Mario Ganß in einer Szene des Fantasy-Streifen „t=E/x²“.

Dietzenbach - Der ehemalige Kreisstädter Andreas Z Simon möchte einen Fantasy-Film erschaffen, der anders ist. Von Daniel Kolb

Mit jeder Sekunde reisen wir einen kleinen Moment in die Zukunft und alle getroffenen Entscheidungen verändern diese. Schöne Erlebnisse dauern dabei oft zu kurz an und verblassen auf Dauer zu schnell in der Erinnerung. Ein schlimmes Erlebnis mit der Zeit muss auch Merlin (Mario Ganß) bewältigen. Er steckt in einer Zeitschleife fest und muss aus dieser entkommen.

Bereits 2012 startete das ambitionierte Fantasy-Filmprojekt (wir berichteten), das auf den Titel „t=E/x²“ hört, mit Mario Ganß und Jasmin Wagner – in den 1990er Jahren auch bekannt als Sängerin Blümchen – in den Hauptrollen. Ambitioniert einerseits, weil Regisseur und Ex-Dietzenbacher Andreas Z Simon in dem Genre eine Lücke auf dem deutschen Filmmarkt sieht, die es zu füllen gilt. Andererseits wirkt das ganze Team des Films unentgeltlich mit. Zwei Faktoren, die es auf diesem Niveau selten zu sehen gibt. Simon beschäftigt sich selbst sehr mit Fantasy sowie Science-Fiction und hat sich das Ziel gesetzt „einen neunzig minütigen Fantasy-Film zu erschaffen, der anders ist“. Der fertige Film soll eine Mischung aus dem Streifen „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit Bill Murray in der Hauptrolle und Star Trek sein.

Nachdem eine erste Grundfinanzierung durch die Internetseite www.startnetxt.de/tex (rund 10.000 Euro) ermöglicht wurde und Simon selbst rund 20.000 Euro in das Projekt investiert hat, um etwa Reisekosten nach Teneriffa abzudecken, galt es vor allem ein Problem in den Griff zu bekommen: Zeitpunkte zu finden, an denen alle Mitglieder des Teams Freizeit haben. Dieser Prozess zog sich bis Ende 2015 hin. Doch seitdem sind alle nötigen Dreharbeiten abgeschlossen und der Film startet in die Postproduktion: „Der Schnitt des Films ist dabei noch das kleinste Problem. Aber wir brauchen auch eine professionelle Farbkorrektur, zahlreiche Toneffekte, eine richtige Surround-Tonmischung und eine Studio-Aufnahme des Soundtracks“, erklärt Simon. „Damit wir hier aber keine qualitativen Einbußen haben, wollen wir an dieser Stelle mit Profis arbeiten. Ich rede aktuell mit TV-Sendern, Produktionsfirmen, der hessischen Filmförderung und so weiter, um den Film am Ende auch so gut aussehen lassen zu können, wie er es verdient hat.“

Zauberer Gandalf geht am Flughafen in die Luft

Neben der schwierigen Terminfindung galt es noch, die Hürde des Drehbuches zu nehmen. „Der Film spielt innerhalb einer Zeitschleife und vieles läuft tatsächlich sogar rückwärts. Es gibt also Szenen, die wir vorwärts drehen, die aber nachher rückwärts abspielen werden. Dann gibt es Szenen, die wir vorwärts drehen, aber so tun, als wäre es rückwärts. Das hat uns nicht selten beim Dreh vollständig verwirrt.“ Unterstützend stand Simon dabei stets Kameramann Matthias Martinez aus Messel zur Seite, der wohl als einziger – natürlich neben dem Regisseur selbst – den Überblick behalten hat, wie der Ex-Dietzenbacher anmerkt. Außerdem dankt Simon seinem „Fels in der Brandung“, Jasmin Wagner, auf die er sich stets zu 100 Prozent verlassen konnte und Mario Ganß, der in jeder Szene vorkommt und daher bei jedem Drehtag dabei sein musste. Neben den vielen gemeisterten Hürden gab es aber auch Grund zur (Schaden-)Freude. In der ersten Einstellung des Films taucht Merlin nachts aus einem See auf. Zwar klingt das recht simpel, doch betont Simon, dass Ganß im kalten, schlammigen See voller Algen möglichst lange unter Wasser bleiben musste. „Das wird eine schöne Szene, von Mario großartig gespielt, aber für das Team ein kleiner Schadenfreude-Moment“, berichtet der Regisseur.

Der ehemalige Dietzenbacher, der seine Kindheit und Jugend in der Kreisstadt verbrachte, lebt nun in Wiesbaden und ist bereits als Musikvideo-Regisseur aus der Sendung „Dein Song“ im Kinderkanal bekannt. Das kleine Team aus professionell Schaffenden im Filmgeschäft möchte vor allem einen Film für Anhänger des Genres entwerfen. „Ich sitze momentan Vollzeit an dem Problem der Postproduktion. Eine Premiere erwarte ich jedoch nicht viel früher als Weihnachten“, sagt Simon. Für alle Unterstützer, die sich bei der ersten Aktion auf genannter Website wohlwollend beteiligt haben, wird es eine private Vorab-Premiere geben, verrät Simon.

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