Steigende Besucherzahlen

Groß"ARTig"e Werke ausgestellt

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Eine große Vielfalt ist bei der Ausstellung im Kapitol des Bürgerhauses zu sehen. 

Dietzenbach - Die "ARTig" gehört seit Jahren zu den kulturellen Höhepunkten der Kreisstadt und die steigende Besucherzahl bezeugt die zunehmende Bedeutung der dreitätigen Ausstellung. Von Burghard Wittekopf 

Dieses Jahr präsentierten 28 Künstler aus Dietzenbach und dem Rhein-Main-Gebiet zum elften Mal ihre Werke im Kapitol des Bürgerhauses. Bereits am Eröffnungstag ist dieses sehr gut besucht. Bürgermeister Jürgen Rogg betont die Bedeutung der Ausstellung. „Dieses Jahr gibt es sehr interessante Neuerungen.“ Eine ist die Möglichkeit, sich zu festen Zeiten intensiv mit Kunstwerken und Künstlern zu beschäftigen. Dazu stehen fünf Kunstschaffende jeweils eine Stunde lang dem Publikum Rede und Antwort. Die zweite Neuerung ist der sonntägliche Frühschoppen mit Musik, der vom Bürgerhausteam angeboten wird. Ebenfalls neu ist eine eigens entworfene Begleitbroschüre mit Überblick über die Teilnehmer und kurzer Beschreibung ihrer Themen und Kontaktdaten.

Aber Rogg bringt auch eine bedauerliche Nachricht mit, denn Darina Blahova, allseits geschätzte langjährige Mitarbeiterin aus dem Fachbereich Kultur, geht in Rente. Rogg dankt ihr für ihr unermüdliches Engagement. Wie in den vergangenen Jahren gibt es eine Sonderausstellung zu einem festgelegten Thema – in diesem Jahr hieß es „Stille“. Arno Kuchinka interpretiert das Thema, indem er eine „leere Sprechblase“ malt. Eine Verpflichtung zur Sonderaktion bestand nicht.

Jeder Künstler kann seine Ausstellungsfläche selbst gestalten. Und bei den Beiträgen ist fast alles erlaubt: Malerei in unterschiedlichen Formen und Techniken, Zeichnungen, Skulpturen und Fotografien. Um den aktuellen Charakter der ARTig zu gewährleisten, dürfen allerdings nur Werke gezeigt werden, die dort bislang noch nicht zu sehen waren.

Vielfalt und Qualität der auf der ARTig gezeigten Werke sind groß. Viele Gäste suchen das Gespräch mit den Künstlern und informieren sich über Motive und Techniken. „Großartige Werke“, „enorme Vielfalt und Einzigartigkeit“, lauten die Eindrücke der Besucher. Und so manches Werk wechselt den Besitzer.

Das mit Abstand größte Bild (es konnte nicht in seiner gesamten Länge gezeigt werden) präsentiert Irene L. Narciso. „Ich liebe und lebe Kunst“, gesteht die Offenthalerin. „Wenn ich eine Idee habe, dann muss ich sie sofort umsetzen.“ Ihre Bilder strahlen farbenfroh, denn sie liebt Farben. Ihr zweites Tätigkeitsfeld ist die Fotografie. „Ich versuche immer Tiere in Bewegung zu zeigen.“ Das sei keine einfache Aufgabe. „Manchmal brauche ich für ein einziges Foto viele Stunden.“

ARTig 2017: Bilder zur Kunstausstellung

Ein Vertreter der „Fine Art Fotografie“ ist Jens Olaf Prießnitz. Er sucht Strukturen in der Natur. Seine Motive findet er zum Beispiel im Becken des Rheins. „Die Motive habe ich vor vielen Jahren einmal bei Niedrigwasser gesehen und ich wollte sie schon immer einmal ablichten. Aber es hat lange gedauert, bis der Rhein wieder so wenig Wasser hatte, dass ich diese Fotos machen konnte.“

Realistisch gemalte Bilder zum Thema Automobil, präsentierte die aus Rödermark stammende Künstlerin Brigitte Zips. „Ich halte Szenen fotografisch fest und übertrage die Objekte dann auf die Leinwand.“ Ihre Themenreihe „Einsam in Tokio“ zeigt nächtliche Szenen. Die sich in den Scheiben der Autos spiegelnde Leuchtreklame wirkt sehr realistisch und detailgetreu.

Ausdruckstarke Farben und räumliche Tiefe sind die Variablen, die Sandra Homberg in ihren Werken verarbeitet. „Ich liebe natürliche Motive“, sagt die Künstlerin, die gerne mit Acryl, Aquarell, Holz und Beton arbeitet. So verbindet sie ihre Gemälde von Vögeln mit echten Federn um die räumliche Wirkung herauszuarbeiten.

„Reduce to the Maximum“ ist das Motto von Frohnatur Arno Kuchinka - der sich auch gerne scherzhaft als Mister ARTig vorstellt - und meint damit, dass der Betrachter nicht durch zu viel Informationen überfordert werden darf. Kuchinka verarbeitet eigene Erfahrungen in seinen Werken.

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