Auf der Überholspur

Dietzenbacher Filmemacher Martin Wolf dreht bereits für Popstars

Martin Wolf hat Filme über das Heimatmuseums gedreht. Doch auch Sänger Wincent Weiss gehörte schon zu seinen Auftraggebern.
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Martin Wolf hat Filme über das Heimatmuseums gedreht. Doch auch Sänger Wincent Weiss gehörte schon zu seinen Auftraggebern.

Filme sind seine Leidenschaft. Bereits in seinem Kinderzimmer in Dietzenbach nahm sich Martin Wolf beim Singen auf. „Allerdings waren die Videos, die ich auf Youtube gestellt habe, anfangs ziemlich unprofessionell“, gesteht er. Doch mit der Zeit probierte sich der heute 29-Jährige immer mehr aus und machte aus seinem Hobby einen Beruf. Seit Ende 2018 ist er nun Jungunternehmer und zieht mit MAWO Media einen Auftrag nach dem anderen an Land.

Dietzenbach – Dazu gehören etwa auch drei Filme über das Dietzenbacher Heimatmuseum. „Es gibt viele Menschen, denen gar nicht bewusst ist, wie modern und professionell konzipiert das Museum ist“, sagt Wolf, der im Herzen Dietzenbacher geblieben ist, aber mittlerweile Heusenstamm wohnt. Deshalb haben ihn der ehemalige Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, Hans-Erich Scholze, und die Museumsleiterin Maria Polatowski-Ruprycht beauftragt, die Ausstellung mit seiner Kamera einzufangen. Entstanden sind daraus ein Trailer sowie jeweils ein Film über das Fachwerkhaus und das gesamte Museum. „Die Szenen vom Fachwerkhaus sind insbesondere für Menschen mit Behinderungen gedacht“, sagt der Filmemacher. Da das Gebäude nicht barrierefrei sei, können sie den dortigen Teil der Ausstellung nicht anschauen.

Während Wolf die Zuschauer in den beiden Filmen chronologisch nach den Epochen durchs Museum führt, gibt er ihnen im Trailer nur kleine Probierhappen aus den verschiedenen Räumen. „Die Menschen sollen schließlich durch den Film Lust auf einen Besuch im Museum bekommen“, sagt der Freiberufler. Daher sei es ihm auch wichtig gewesen, dass die Vorschau weniger als eine Minute dauere. Schließlich werde die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen immer geringer. „Deshalb ist es auch wichtig, bereits in den ersten 15 Sekunden einen Spannungsbogen aufzubauen“, erläutert er. Dann sei die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Zuschauer bis zum Ende dran bleiben.

An den Auftrag fürs Heimatmuseum ist Martin Wolf durch die Werbekampagne für Edie-Strom gekommen. „Ich habe damals unter anderem einen Werbeclip mit Altbürgermeister Jürgen Heyer im Museum gedreht“, sagt Wolf. Auch die anderen Clips und die Fotos stammen von ihm. „Es war mein erster großer Auftrag“, sagt er.

Seither ging es für den kreativen Kopf in rasantem Tempo steil bergauf. So klopfte etwa der Popsänger Wincent Weiss bei ihm an. Gemeinsam mit seinem ehemaligen Kommilitonen Simon Lehnert drehte er für den Künstler ein Musikvideo zu dem Lied „So gut“. „Ich habe den Anfang und das Ende des Videos angefertigt“, sagt Wolf. Die Animationen im Mittelteil habe Lehnert produziert.

Darauf folgte gleich der nächste große Auftrag. Dieses Mal war es die Internetkünstlerin und Sängerin Leonie, auch bekannt als „Leolixl“, die den Freelancer buchte. Die Künstlerin wollte ein Video zu ihrem neusten Song „Vielleicht Verliebt“.

Trotz aller Erfolge ist Martin Wolf auf dem Boden geblieben. „Dass es bereits jetzt so gut läuft, ist nicht selbstverständlich“, sagt er. Dazu gehöre durchaus etwas Glück. Sein Können spielt dabei jedoch sicherlich auch eine Rolle. Denn er erhält aktuell so viele Aufträge, dass er sie kaum noch alleine bewältigen kann. „Ich überlege derzeit, ob ich eine studentische Hilfskraft einstellen soll, die mir das ein oder andere abnimmt“, sagt Wolf. Zudem denke er darüber nach, mit Lehnert zu fusionieren. (Von Anna Scholze)

Infos im Internet: mawo-media.de

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