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Alles aus einer Hand: Dialogistiker will altes Firmen-Credo auch in Dietzenbach umsetzen

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Von: Anna Scholze

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Neuer Ort, neues Lager: Dialogistiker-Geschäftsführer Christopher Mickelthwate legt großen Wert auf die Gemeinschaft im Unternehmen. © Scholze, Anna

Die Dietzenbacher Unternehmenswelt hat einiges zu bieten. In loser Reihenfolge werfen wir einen Blick hinter die Kulissen. Diesmal haben wir die neu angesiedelte Firma Dialogistiker besucht.

Dietzenbach – Alles aus einer Hand: Das ist das Credo des im Jahr 1964 gegründeten Traditionsunternehmens Dialogistiker. Bis vor kurzem noch in Frankfurt tätig, ist die Firma nun nach Dietzenbach in die Robert-Bosch-Straße gezogen. Von dort aus bietet das Unternehmen ihren Kunden individuelle und personalisierte Dialogmöglichkeiten an. Und das gleich auf mehreren Wegen. So können Onlineshops die Dialogistiker etwa damit beauftragen, ihre Werbung sowohl per Mail als auch postalisch zu verschicken. Die Bestellungen werden im Call-Center der Dietzenbacher Firma entgegengenommen und anschließen aus dem Lager heraus verschickt. Ebenso werden von den Mitarbeitern der Firma auf Auftrag Rechnungen verfasst.

Zum Repertoire des Betriebs gehören darüber hinaus weitere Dienstleistungen. „Wir erstellen etwa für die Eintracht Frankfurt die Dauerkarten“, erzählt Geschäftsführer Christopher Mickelthwate. Dazu schicke der Verein die entsprechenden Informationen, daraus werden die Karten gefertigt und verschickt. Für die Fernhochschule SRH versenden die Dialogistiker Broschüren an potenzielle Studierende. „Interessierte können auf der Internetseite der Hochschule angeben, welcher Studiengang für sie in Frage kommt“, sagt Mickelthwate. Die Information erreicht das Unternehmen am nächsten Morgen um sieben Uhr. Hieraus erstellen seine Mitarbeiter bis 15 Uhr eine Broschüre, in der die Interessenten persönlich angesprochen werden und die alle wichtigen Informationen zu ihrem angegebenen Studienfach enhalten. Das fertige Produkt liegt am nächsten Morgen im Briefkasten.

Sorgen, dass das Druckerzeugnis von dort direkt in den Müll wandern könnte, macht sich Mickelthwate nicht. Er sagt: „Wenn Menschen mit ihrem Namen begrüßt werden, schmeißen sie das Printprodukt nicht so schnell weg.“ Zudem habe sich gezeigt, dass die Lebensdauer hier länger sei, als bei einer Mail.

In ihren Anfängen haben sich die Dialogistiker insbesondere auf Lagern und Versenden von Ware konzentriert. „Mein Vater hat damals gemerkt, dass es bei Unternehmen in diesem Bereich einen Bedarf gibt“, erzählt der heutige Firmenchef. Später seien dann nach und nach weitere Leistungen dazu gekommen. Dabei seien viele Dienstleistungen auf Wunsch der Kunden entstanden, wie Mickelthwate weiter ausführt.

Dass die Firma nach 58 Jahren nun den Standort gewechselt hat, hänge vor allen Dingen damit zusammen, dass man in Frankfurt an Grenzen gestoßen sei. „Gerade in den Monaten Oktober bis Dezember ist bei uns sehr viel los“, sagt Mickelthwate. Dies liege zum einen am Weihnachtsgeschäft und zum anderen daran, dass viele Unternehmen ihre Budgets noch ausgeben müssten. Auf der Suche nach einem Gebäude habe man sich zunächst in Frankfurt umgeschaut. Da es jedoch sehr schwer sei, ein genügend großes Büro mit Lagerfläche zu finden, habe man irgendwann größere Kreise gezogen. Fündig geworden ist das Unternehmen Dialogistiker dann in der Kreisstadt. Hier haben die 35 Mitarbeiter eine Bürofläche von 800 Quadratmetern und eine Lagerhalle von rund 2000 Quadratmetern zur Verfügung. „Meine Projektleiter laufen nur die Treppe hinunter und sind direkt in der Halle“, sagt Mickelthwate begeistert.

Zudem fühle er sich in Dietzenbach mehr wie in einer Großstadt, als es in der Mainmetropole der Fall gewesen sei. „In Frankfurt waren wir im Riederwald ansässig“, erzählt der Geschäftsführer. Und auch wenn es schön gewesen sei, direkt am Wald zu arbeiten, sei das Industriegebiet sehr klein. Neben den Dialogistikern gab es nur zwei weitere Unternehmen. In Dietzenbach hingegen sei das anders. „Wenn bei den Nachbarunternehmen Schichtwechsel ist, laufen hier zahlreiche Mitarbeiter durch die Straßen“, erzählt der Chef, der auch auf Gemeinschaft Wert legt. Und so wird am neuen Standort nicht ausschließlich gearbeitet. Christopher Mickelthwate hat eine geräumige Küche in die frisch bezogene Immobilie einbauen lassen. Und da steht in den Pausen auch mal der Chef am Herd und bekocht seine Mitarbeiter. (Anna Scholze)

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