CDU fordert Neubau

Streit um Standort für neue Grundschule

Der Kreis hatte im November 2020 das ehemalige Gebäude der HKS abgerissen. Ob die Schule auf ihr ursprüngliches Gelände zurückkehrt, steht derzeit noch nicht fest.
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Der Kreis hatte im November 2020 das ehemalige Gebäude der HKS abgerissen. Ob die Schule auf ihr ursprüngliches Gelände zurückkehrt, steht derzeit noch nicht fest.

Der Förderverein der Helen-Keller-Schule (HKS) wehrt sich gegen den Vorschlag, dass die Ganztagsschule in Dietzenbach ihren bisherigen Standort langfristig für eine Grundschule räumen soll.

Dietzenbach – Ein Antrag der CDU für die nächste Sitzung der Stadtverordneten am Freitag, 28. Mai, sorgt für Unruhe. Die Christdemokraten wollen den Magistrat beauftragen, sich beim Kreis Offenbach dafür einzusetzen, dass auf dem Gelände der Helen-Keller-Schule (HKS) in der Etruskerstraße eine weitere Dietzenbacher Grundschule entsteht. Die Ganztagsschule mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ musste 2018 vorübergehend in ein Bürogebäude in der Voltastraße im Gewerbegebiet ziehen.

Beim ursprünglichen Gebäude der HKS wurden damals bauliche Mängel sichtbar, so dass es schlussendlich abgerissen werden musste. „Dietzenbach hat schon im Schulentwicklungsplan darauf hingewiesen, dass die Stadt in nächster Zeit eine Lösung im Grundschulbereich benötigt und es längerfristig nicht damit getan ist, an den vorhandenen Schulen aufzustocken“, heißt es in dem CDU-Antrag. Vielmehr mache es die Wohnbebauung der Stadt dringend erforderlich, gerade im Stadtteil Steinberg eine weitere Grundschule einzurichten. Das Areal der HKS sei dazu ausgezeichnet geeignet, da hier bereits eine Turnhalle noch immer vorhanden sei.

HKS-Förderverein: Neue Grundschule in Dietzenbach nicht zu Last der Schwachen

Dass die HKS nun nach dem Vorschlag der CDU nicht mehr auf ihr Areal zurückkehren soll, hat den Förderverein der Ganztagsschule zu einer klaren Stellungnahme bewogen. „Wir bewerten diesen Antrag als einen Versuch, die Schwächsten in der Gesellschaft weiter und auf Dauer an den Rand zu drängen“, heißt es darin. Zudem betont der Verein, dass die Keller-Schule nicht gegen künftige Grundschülerinnen und Grundschüler ausgespielt werden wolle. „Deshalb hoffen wir auf einen annehmbaren Vorschlag zur Errichtung einer weiteren Grundschule, der nicht zu Lasten der Schwachen geht“, machen die Mitglieder deutlich. Denn diese lernten ohnehin schon unter schwierigen Bedingungen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Manuel Salomon stellt auf Nachfrage klar, dass es sich hierbei um ein Missverständnis handelt. „Unsere Grundidee war nicht, dass die Helen-Keller-Schule nicht mehr zurückkehrt“, erläutert er. Vielmehr habe die Partei von Seiten der Kreisverwaltung gehört, dass man sich für die HKS nach einer anderen Unterbringungsmöglichkeit umsehe. „In einem ersten Schritt muss aber natürlich geklärt werden, ob es solch eine Alternative für die Schüler gibt“, fährt Salomon fort. Sollte das nicht der Fall sein, ziehe die CDU ihren Antrag zurück. Bestehe jedoch die Option, dass die Mädchen und Jungen an einem anderen Ort unterrichtet werden, würde sich der Stadtverband wünschen, dass das Grundstück an der Etruskerstraße für den Bau einer Grundschule verwendet wird. Von Seiten des Kreises heißt es auf Nachfrage hingegen, dass man im kommenden Jahr anhand des Schulentwicklungsplans sehen werde, inwiefern für die Jüngsten zusätzliche Kapazitäten benötigt werden.

Streit um Standort für Schulen in Dietzenbach: HKS ist offen für räumliche Veränderung

Um die schwierige Situation der Bildungseinrichtungen für die Kleinsten weiß auch HKS-Schulleiter Berthold Geist. „In Gesprächen mit Landrat Oliver Quilling haben wir signalisiert, dass wir durchaus offen für eine räumliche Veränderung wären“, erzählt er. Allerdings sei man derzeit lediglich dabei, verschiedene Optionen in Betracht zu ziehen. So sei es etwa denkbar, dass die Helen-Keller-Schule mit der Dezentralen Schule, die ihren Verwaltungssitz im Kreishaus hat, zusammen geht. „Es gibt jedoch noch keine konkreten Pläne“, so Geist. Deshalb ärgere es ihn, dass die Christdemokraten den Antrag bereits zum jetzigen Zeitpunkt stellen. „Dieser hat insbesondere bei den Eltern und Schülern den Eindruck entstehen lassen, dass man sich nicht um eine Lösung für unsere Schule kümmern will“, erklärt der Direktor. Deshalb habe der Förderverein wohl auch die klaren Worte gewählt.

Insgesamt jedoch hoffen Verein und Schulleiter, dass für die Schüler der Helen-Keller-Schule eine vernünftige Möglichkeit gefunden wird. Denn das Gebäude in der Voltastraße kann nur für eine gewisse Zeit als Schule dienen. „Es ist gut, dass wir hier rausgehen können und Räumlichkeiten haben, die besser sind als Container“, sagt Geist. Auch sei es damals die beste Lösung gewesen. Allerdings sei es problematisch, dass sich Schule und Turnhalle an zwei verschiedenen Orten befinden. Zudem könnten die Keller-Schüler nicht dauerhaft im Gewerbegebiet unterrichtet werden. Ihm sei jedoch bewusst, dass es seine Zeit brauche, bis die HKS an einen geeigneteren Ort ziehen könne. (Anna Scholze)

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