Ausstellung zum 1. Weltkrieg

Die Leiden und Träume der Soldaten

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Auf über 120 Bögen sind im Heimatmusem Feldpostkarten und Briefmarken aus den Ersten Weltkrieg zu sehen.

Dietzenbach - „So etwas gab es in Hessen, wenn nicht in ganz Deutschland, in dieser Form noch nicht“, schwärmt Manfred Wrzesniok beim Schlendern durch die Ausstellung im Heimatmuseum. Von Khang Nguyen

Manfred Wrzesniok hält eines der Ausstellungstücke in den Händen.

Ganz enthusiastisch resümiert er die Zeit zwischen 1914 und 1918 anhand von Briefmarken, Feldpost, Fotografien, Grafiken und gar Relikten aus jener Zeit – zum Beispiel ein riesiger Granatsplitter. Da scheut der Ehrenvorsitzende des Briefmarken- und Münzensammler-Vereins auch keinen Körperkontakt: „Hier, nimm den mal in die Hand“, sagt er, während er einem das schwere Stück Metall entgegenhält und stolz auf das Zusammengetragene ist. Zurecht, denn nicht zuletzt hat der begeisterte Briefmarken- und Geschichtsfan den Großteil zur Briefmarkenschau „Der Erste Weltkrieg im Spiegel von Briefmarken und Feldpost“ beigesteuert. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern und Freunden hatte der Verein am Freitagabend zur Vernissage der Ausstellung geladen. Auf über 120 Bögen können Besucher anhand von sehr gut erhaltenen Schrifterzeugnissen aus der damaligen Zeit den Krieg mitverfolgen – angefangen beim Attentat von Sarajevo über die einzelnen Eroberungen bis hin zu den Anfängen Hitlers.

„Feldpost war der Briefverkehr von der Front in die Heimat und zurück“, erklärt Dagobert Dobrowolski bei der Führung. Der Ernst dieses Themas sei in den einzelnen Schriften sehr gut wiederzuerkennen: „In den Briefen spiegeln sich Leben und Leiden, Hoffnung und Träume der Soldaten, aber auch deren Familien wider.“ Ein real getreuer Spiegel des Ersten Weltkrieges, der auch in einer Sonderrubrik nicht geschönt wird: Auf einem Tisch werden Fotografien gezeigt, auf denen die Deutschen an den Leichen der Feinde vorbeischreiten. „Es war verboten, deutsche Gefallene zu fotografieren“, erklärt Dobrowolski. Das sei schlecht für die Propaganda gewesen.

Dieses nüchterne Bild möchte Wrzesniok nun auch weiteren Generation weitergeben: „Schulklassen und Kinder sind herzlich eingeladen vorbeizuschauen.“ Die Ausstellung im Heimtamuseum (Darmstädter Straße 7+11) ist noch bis zum 26. Oktober montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr sowie sonntags in der Zeit von 15 bis 18 Uhr zu besichtigen. Unter Tel.: 06074/41742 können Interessenten noch freie Termine für Führungen erfragen und sich vorab anmelden. Der Eintritt ist frei.

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