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Auswechslung bei den Freien Wählern

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Von: Anna Scholze

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Dietzenbacher Stadtverordnetenversammlung
In der Dietzenbacher Stadtverordnetenversammlung wird Ulrich Naumann künftig Marc Beidl ersetzen. © p/Stadt Dietzenbach

Für die Freien Wähler (FW-UDS) beginnt das neue Jahr mit einer personellen Veränderung: Marc Beidl, bei der letzten Kommunalwahl erstmals in die Dietzenbacher Stadtverordnetenversammlung gewählt, hat sein Mandat niedergelegt.

Dietzenbach –  Streitigkeiten, so betonen er und der Fraktionsvorsitzende Jens Hinrichsen, habe es nicht gegeben. Auch die Vermutung von Hinrichsen, er habe zu viel von seinem Mitstreiter gefordert verneint Beidl. Es sei vielmehr so, dass zu Beginn der Legislaturperiode davon auszugehen gewesen sei, dass drei Freie Wähler im Parlament sitzen. Damit spielt er auf den Austritt von Jürgen Balzar aus der Fraktion im vergangenen April an. „Die Arbeit hätte auf viel mehr Schultern verteilt werden können“, erläutert Beidl, der sich bisher vor allem den Themen Bau und Soziales angenommen hatte.

Zudem, so gesteht er ein, habe er sich wohl vor allem selbst überfordert. „Ich habe mich immer sehr detailliert in die Themen eingelesen. Schließlich wollte ich einen fundierten Beitrag zu den Diskussionen leisten“, betont der Organisator der Gesellschaftsspieltage „Dietzenbach spielt!“. Doch das sei mit seiner Arbeit als Pilot immer schwerer vereinbar gewesen. Seinen Beruf nennt er nun auch als Hauptgrund für seinen Rückzug als Stadtverordneter. „Zu Anfang hat es noch so ausgesehen, als könne ich meine Tätigkeit für die Lufthansa und mein Ehrenamt als Stadtverordneter besser miteinander in Einklang bringen“, sagt Beidl. Doch mittlerweile sitze er wieder häufiger im Flugzeug und habe auch als Ausbilder mehr zu tun.

Stadtverordnetenversammlung Dietzenbach: Ulrich Naumann rückt nach

In der Fraktion der FW-UDS wird Beidl, der auch als Laufcoach und Jugendwart des SC Steinberg bekannt ist, durch Ulrich Naumann ersetzt. Sein Nachfolger, so versichert Beidl, habe sich bereits gut eingearbeitet. „Noch bevor ich meinen Rücktritt offiziell bekannt gegeben habe, hat er sich bereits in den Ausschusssitzungen über die derzeitigen Geschehnisse informiert“, teilt der ausgeschiedene Stadtverordnete mit.

In Dietzenbach ist Naumann unter anderem für sein ehrenamtliches Engagement bei der Tafel bekannt. Einige Eltern werden ihn auch noch als Mitbegründer des einstigen Waldkindergartens Hoppetosse kennen. In der Politik aktiv ist er seit dem Herbst 2020. „Jens Hinrichsen hat mich damals gefragt, ob ich Interesse hätte, bei seiner Partei mitzumachen“, erinnert sich Naumann, der seit dem Jahr 1988 in Dietzenbach wohnt.

Naumann wird Mitglied des Bauausschusses

Als Stadtverordneter wird er die FW-UDS im Bauausschuss vertreten. „Hier werden Themen besprochen, die unsere Stadt nachhaltig verändern“, sagt Naumann. Er selbst wolle dazu beitragen, dass sich die Dinge im Sinne der Dietzenbacher entwickelten. Dabei engagiere er sich nicht in dem Glauben, dass er die Welt verändern könne. „Vielmehr geht es mir darum, Gedanken zu den Diskussionen beizutragen, die vielleicht etwas verändern können“, betont der einstige Prozessentwickler.

Sorgen, dass in der Opposition mit der Mehrheitskoalition aus SPD, Grünen und Linke seine Frustrationstoleranz überstrapaziert werden könne, macht sich Naumann nicht. „Wenn ein Antrag kommt, der im Sinne der Dietzenbacher ist, werde ich diesen nicht ablehnen, nur weil er vielleicht von der Koalition kommt“, macht der Vater von fünf Kindern deutlich. Denn das halte er für engstirnig. Zudem habe er in seinem Berufsleben schon mit den unterschiedlichsten Menschen zusammengearbeitet, ohne dass es zu Streitigkeiten gekommen sei. „Ich bin also jemand, der sich mit jedem unterhalten kann“, betont Naumann abschließend. (Von Anna Scholze)

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