Klassiker im Bürgerhaus

Wenn Alice im Wunderland Ballett tanzt

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Die Kostüme und Requisiten der Ballettaufführung von Alice im Wunderland sind in Handarbeit entstanden.

Dietzenbach - Der Geschichte von „Alice im Wunderland“ haben sich die Ballett-Schüler von Sim Aktel-Saberi angenommen und drei Mal im Bürgerhaus auf die Bühne gebracht. Die Aufführung deckte alle Sparten ab, die bei der Lehrerin unterrichtet werden. Von Burghard Wittekopf 

Seit zwölf Jahren lernen Mädchen und Jungen in der Ballettschule von Sim Aktel-Saberi die Kunst des Balletts. „Tanz ist nicht nur ein Hobby, sondern Tanz ist Leidenschaft, wenn nicht sogar Lebensphilosophie“, steht auf der Homepage der Schule. Wie in den vergangenen Jahren präsentieren die Schüler auf der Bühne ihr Können. Dieses Jahr haben sie die Geschichte von „Alice im Wunderland“ aufgeführt. „Schon in meiner Kindheit habe ich den Film sehr geliebt“, sagte Aktel-Saberi, Inhaberin der Ballettschule. „Für das Ballett ist die Geschichte sehr gut geeignet, denn man kann daraus viele unterschiedliche künstlerische Figuren herausnehmen.“

Die Geschichte von „Alice im Wunderland“ ist erstmals 1865 als Kinderbuch von Lewis Caroll erschienen. Die Handlung: Die junge Alice betritt eine fiktive Welt, die von Paradoxa und Absurditäten nur so strotzt. Sie trifft auf ein weißes Kaninchen, das auf eine Uhr starrt und meint, dass Alice zu spät komme. Im weiteren Verlauf begegnet Alice der Grinsekatze, dem Märzhasen und dem verrückten Hutmacher. Letzten Endes kommt sie zum Herzkönig – und zur Herzkönigin, die liebend gern jemandem den Kopf abschlagen lassen möchte. Sie fordert Alice auf, mit anderen Tieren und Menschen, die wie Spielkarten aussehen, Croquet zu spielen, wobei ein Flamingo der Schläger und ein Igel der Ball sind. Zuletzt werden alle bis auf Alice von der Herzkönigin zum Tode verurteilt, jedoch vom König begnadigt, sodass die Königin nicht weiterspielen kann.

Die Choreografinnen Aktel-Saberi, Franziska Stürwold und Emily Müller haben die Tänze auf die unterschiedlichen Gruppen der Ballettschule zugeschnitten. Mehr als ein halbes Jahr Vorbereitung war notwendig, um die 32 Szenen zu choreografieren, Kostüme mit den Müttern der Kinder zu schneidern und die Musik auszuwählen. Das Bühnenbild war wieder dezent gehalten, es bestand aus einem Tisch und ein paar Stühlen. Wie in den vergangenen Jahren rückte die Lichtgestaltung in den Vordergrund. Beeindruckende Hintergrundbilder nahmen die Besucher auf die Reise der Alice mit.

Bilder: Alice im Wunderland im Capitol

Die Aufführung deckte alle Sparten ab, die in der Ballettschule unterrichtet werden: Neben Ballett und Stepptanz kamen auch Modern Dance und Hip-Hop zum Einsatz. In den Hauptrollen wirkten Mona Wessely und Iladya Aktel als Alice, Mara Herterich als Grinsekatze, Julia Gröbel als Märzhase und Katharina Heringhaus als Hutmacher. Das Publikum bei den Aufführungen im Bürgerhaus-Capitol spendete jeweils tosenden Beifall. So wundert es nicht, dass Aktel-Saberi von der Resonanz und den vielen Blumengeschenken sichtlich ergriffen war.

Die Ballettschule übernahm sie einst von ihrer Lehrerin Janet Seymour. Nach wie vor besteht ein Kontakt zwischen den beiden Tänzerinnen. So findet jährlich an Ostern ein Austausch zwischen der Ballettschule Aktel-Saberi und der Ballettschule Seymour in England statt. Aktel-Saberi ist mit der Entwicklung der Ballettschule glücklich. Nur einen Wunsch hat sie: Sie möchte, dass sich mehr Jungen für das Tanzen begeistern lassen.

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