Dietzenbacher gibt zwei von drei Taten zu

Besoffener und bekiffter 28-Jähriger vergewaltigt Frauen

Dietzenbach - Ein 28-jähriger Dietzenbacher steht seit gestern wegen drei Vergewaltigungen vor Gericht. Zwei Taten hat er zugegeben. Von Silke Gelhausen-Schüßler 

„Wenn ich trinke und kiffe, kenne ich keine Grenzen!“ – das hat Salim A. mehrfach zum Leidwesen verschiedener Frauen bewiesen. Drei Vergewaltigungen soll der 28-Jährige 2015 in Dietzenbach verübt haben, seit gestern muss sich der Arbeitslose vor dem Landgericht Darmstadt verantworten. Vier Verhandlungstage bis Mitte April hat die 15. Strafkammer eingeplant, der Angeklagte sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft, in der ihn seine Verlobte regelmäßig besucht. „Sie hat mir verziehen!“, lautet die Antwort auf die Frage nach dem derzeitigen Verhältnis zueinander.

Denn Tat Nummer zwei und drei gibt der Marokkaner unumwunden zu, den ersten erzwungenen Geschlechtsverkehr Anfang März mit einer Ex-Freundin bestreitet er – der sei einvernehmlich gewesen: „Wir hatten bei einem Bekannten zusammen geraucht und getrunken, danach dort im gleichen Bett übernachtet. Wir wollten das beide!“ Laut Anklageschrift soll er der jungen Frau mit einem Küchenmesser gedroht haben, sie umzubringen, wenn sie sich nicht ruhig verhalte.

Am 17. September macht er eine Dietzenbacherin zu Opfer Nummer zwei. Die Hausfrau tritt als Nebenklägerin auf, äußert sich gestern als erste Zeugin. Die 56-Jährige: „Ich war am späten Abend auf meiner regelmäßigen Leergut-Sammel-Tour, die ich wie üblich am S-Bahnhof-Mitte beendete. Als ich durch die Unterführung ging, fiel mir an der Treppe zu den Gleisen ein schmaler junger Mann auf. Ich ging vorbei, weiter zum Sandhügel hinter den Parkplätzen. Plötzlich packt mich jemand von hinten mit den Worten: ,Halt, Polizei, was machst du hier?’ und schmeißt mich um. Dann dreht er mir die Arme nach hinten und würgt mich.“ A. soll die Frau zu einem Obdachlosenzelt im Gebüsch gezerrt haben. Dort sei er zuerst oral, dann vaginal von hinten in sie eingedrungen. Sie habe versucht, sich zu wehren: Der Angreifer soll sie brutal festgehalten, den Mund zugedrückt und sie wieder gewürgt haben.

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Nach beendeter Untat habe er sich entschuldigt: „Er sagte, es täte ihm leid, ich solle ihn nicht anzeigen, es wäre ein Fehler gewesen!“, erinnert sich die Nebenklägerin. Vorsitzende Richterin Barbara Bunk fragt nach den Folgen der Tat. „Die Beschwerden in der Schulter, die ich vorher schon hatte, sind durch das Nachhintenreißen der Arme verschlimmert worden“, erklärt die Zeugin. Doch viel ärger seien die psychischen Folgen. „Ich kann nicht mehr alleine aus dem Haus gehen, ich schlafe nicht länger als eineinhalb Stunden pro Nacht und mein Tinnitus ist wieder da!“

Eine Woche später, am 25. September, die dritte Tat: Zu der Zeit wohnte A. im Spessartviertel. Er soll sich vorher mit Bier, Wodka, Koks und Speed betäubt haben. „Ich war so besoffen, dass ich es nicht mehr bis in meine Wohnung im 6. Stock geschafft habe. Deshalb wollte ich im 2. Stock zum Fahrstuhl. Dort kam mir eine Frau entgegen, die in ihre Wohnung ging. Ich bin ihr hinterher bis ins Schlafzimmer. Dort ist es dann passiert.“

Das 81-jährige Opfer schildert die Tat anders. A. soll geklingelt, sie nach dem Öffnen zu Boden gebracht und ihr ein Kissen auf das Gesicht gedrückt haben. Dann habe A. sie zum Vaginalverkehr gezwungen. Zum Oralverkehr kam es nicht, weil die Dame ihm deutlich gemacht haben soll, dass sie dann zubeißen würde. Als „Entschädigung“ soll A. ihr drei Goldringe von den Fingern gezogen haben. Dann flüchtete er.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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