Türkische Straßengang

Bewährung für früheren Dietzenbacher Osmanen-Chef

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Führende Mitglieder der verbotenen türkisch-nationalistischen Straßengang "Osmanen Germania BC" sind zu mehrjährigen Haft- oder Jugendstrafen verurteilt worden.

Stuttgart/Dietzenbach - Führende Mitglieder der verbotenen türkisch-nationalistischen Straßengang "Osmanen Germania BC" sind zu mehrjährigen Haft- oder Jugendstrafen verurteilt worden. Darunter auch der frühere Chef des "World Chapters“, das zeitweise seinen Sitz in Dietzenbach hatte.

Der ehemalige Stuttgarter Osmanen-Präsident muss nach dem Urteil des Landgerichts Stuttgart vom heutigen Donnerstag sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Der ehemalige sogenannte Vize-Weltpräsident bekam eine Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten. Gegen zwei Angeklagte - darunter den früheren "Weltpräsidenten" - wurden Bewährungsstrafen verhängt. Die Gruppe soll teilweise von Südhessen aus geführt worden sein, das World Chapter hatte seinen Sitz in Dietzenbach, wo auch der "Weltpräsident" wohnte.

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Den sieben Angeklagten im Alter zwischen 20 und 49 Jahren wurden unter anderem gefährliche Körperverletzung, räuberische Erpressung und Drogendelikte zur Last gelegt. Von den ursprünglichen Vorwürfen des versuchten Mordes und versuchten Totschlags rückten Anklage und Kammer im Laufe des zehnmonatigen Prozesses ab.

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Die rockerähnliche Gang war wegen Gefährdung der Allgemeinheit im Juli 2018 bundesweit verboten worden. Nach Angaben des Gerichts ging es in der Verhandlung aber nicht um die politische Dimension der "Osmanen", sondern um Bandenkriminalität und interne Bestrafungsaktionen: Etwa um das brutale Vorgehen gegen ein abtrünniges Mitglied im baden-württembergischen Herrenberg im Jahr 2017. Dem einstigen Chef der "Osmanen" in Gießen wurden dabei Zähne ausgeschlagen und ihm wurde in den Oberschenkel geschossen.

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Der Vorsitzende Richter sagte, es handle sich bei den "Osmanen" nicht um eine bis ins letzte durchstrukturierte Organisation, sondern "eher um ein großes Franchise-Unternehmen", in dem jeder mit genügend Geld seinen eigenen Ableger gründen könne. (dpa)

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