Stadt installiert crossmediale Haltestellen

Bewusstsein für die Kunst stärken

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Ralf Spiegel (von links), Heike Breuksch, Bürgermeister Jürgen Rogg und Detlev Kindel weihten die Haltestelle an den „Fünf Kontinenten“ von Guntram Prochaska am Hessentagspark ein.

Dietzenbach - Mit insgesamt zwölf neuen Kunst-Haltestellen will die Stadt das Bewusstsein für Kunst im öffentlichen Raum stärken. Gestern hat Bürgermeister Jürgen Rogg sie offiziell eingeweiht und auch auf die erste Kritik am Standort des Schildes am „Deiwelche“ reagiert. Von Patrick Eickhoff

Zwölf neue Haltestellen gibt es jetzt in der Kreisstadt. Jedoch hält dort kein Bus, Taxi oder gar Anhalter. Die sogenannten Kunst-Haltestellen informieren über ausgewählte unterschiedliche Werke und deren Künstler. Das neue Informationssystem wurde jetzt von Bürgermeister Jürgen Rogg an den „Fünf Kontinenten“ am Hessentagspark feierlich eingeweiht. „Ich freue mich, dass wir die Kunstwerke aus unterschiedlichen Epochen in dem System zusammenfließen lassen“, sagte er.

Kunst im öffentlichen Raum, auch als Public Art bezeichnet, gehört seit Jahrzehnten zu Dietzenbach. Das „Deiwelche“ und der „Aussscheller“ oder auch der „Waldgeisterstamm“ sind feste Teile des Stadtbildes. Insgesamt zwölf Werke sind mit einer Haltestelle versehen worden. Dazu gehören auch der Steinberg-Kreisel, die vier Fraktionen, die Fünf Kontinente, die Vélizy-Brücke, die Pädong-Figuren, das Ballett der Bewegung, der Stadtbrunnen, das Marterl und der Wolfstock. Ziel ist es, die Bürger mit mehr Informationen zu den Kunstwerken zu versorgen. „Dabei hat sich auch für unser Team viel Neues aufgetan“, erläutert Rogg.

Die Stadt reagierte auf die Kritik und setzte die Haltestelle am „Deiwelche“ um.

Mit dem Gedanken, mehr über die Künstler und deren Werke zu informieren, initiierte die Stadt die Kunst-Haltestellen. Auf denen sind kurze informative Texte zu den einzelnen Werken und Künstlern zu lesen, dort ist aber auch ein QR-Code angebracht. „Der verweist auf die städtische Homepage und versorgt die Interessenten mit zusätzlichen Informationen rund um Kunst und Künstler“, erläutert Ralf Spiegel, Initiator und Koordinator des Objekts.

„Namhafte Künstler haben in den vergangenen Jahrzehnten sichtbar ihre Spuren hinterlassen und so lassen wir sie nicht in Vergessenheit geraten“, betont Jürgen Rogg. Spiegel schließt sich an: „Wir wollen mit den Haltestellen die bewusste Wahrnehmung sowie das Verständnis von Kunst im öffentlichen Raum stärken.“ Das Besondere an dem Projekt ist, dass frühere Mitarbeiter der Stadt sich ehrenamtlich für die Kunsthaltestellen engagiert haben. So hat Detlev Kindel, ehemaliger Abteilungsleiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, an der Auswahl der zwölf Objekte mitgemischt und vor allem die Hintergrundinformationen recherchiert sowie die Texte geschrieben. Heike Breuksch hat ihre langjährige Erfahrung als Tiefbau-Ingenieurin eingebracht und sich um die konkreten Standorte der Stellen sowie deren Aufstellung gekümmert. „Dass beide ehemaligen Mitarbeiter des Rathauses sich auch im Ruhestand so einbringen, zeigt ihre Verbundenheit“, freut sich der Bürgermeister.

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Bezüglich des Standortes hatte es zu Beginn dieser Woche leichten Ärger gegeben. So schrieb Harald Fuchs in einem Leserbrief an unsere Zeitung vom „unpassenden Schild unterm Deiwelchen“. Der Gesamteindruck des Kunstwerkes sei durch die Platzierung des Schildes vernichtet worden. „Keiner der wenigen Touristen, die die Stadt besuchen, wird sich unter das Deiwelchen für ein Foto stellen“, schrieb er und kritisierte damit den Standort des weiß-grünen Schildes. Am gestrigen Donnerstag, bereits vor der Einweihung, wurde die Haltestelle von den Mitarbeitern der Stadt umgesetzt. Jetzt steht es links vom Deiwelche. „Der Ort war vielleicht etwas unglücklich gewählt und wir haben uns dafür entschieden, es zu verlegen“, erläutert Rogg.

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