Autodoktoren der Brillanz-Autopflege

Die mit dem Blech kommunizieren

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Berkant Albayrak strahlt in einer Maschine Felgen ab und lackiert sie anschließend neu. 

Dietzenbach - Ob Kratzer, Dellen oder Schrammen: Das Team der Brillanz-Autopflege setzt alles daran, das geliebte Automobil aufzuhübschen. Dabei kommen innovative Methoden zum Zuge. Von Barbara Scholze 

Wir haben den Autodoktoren an der Justus-von-Liebig-Straße 90 Minuten bei der Arbeit zugeschaut. Schade, dass das Wetter nicht zu einem Aufenthalt im Freien einlädt. Die kleine Sitzecke vor dem Brillanz-Verwaltungs- und Werkstattgebäude mit dem Gärtchen drumherum sieht einladend aus. „Es gibt ja noch etwas neben Auto und Blech“, stellt Berkant Albayrak fest.

Aber auch dem 43-jährigen Geschäftsführer ist erstmal keine Ruhe vergönnt. Gerade hat er das Auto eines Kunden angenommen, der es sich nun in der modernen Lounge gemütlich gemacht hat. Ausgerüstet mit Laptop und Papieren nutzt er die Wartezeit zum Arbeiten. „Ich muss demnächst meinen Jahresbericht abgeben und kann hier weitermachen“, erzählt er. Müsste er gleich weg, hätte er sich eines der zehn Werkstattersatzfahrzeuge ausleihen können. Oder das E-Bike, das im Eingangsbereich steht. „Es wird ganz gerne mal ausprobiert.“

Draußen hat sich Serviceleiter Ismet Karaosman derweil die Parkplätze betrachtet und überlegt, wie sie neu einzuteilen sind. Jetzt bespricht er mit einem Mitarbeiter einen neuen Kundenauftrag. „Einer muss darauf achten, dass die Prozesse gut laufen und die Fäden in der Hand halten“, sagt Albayrak. Erfordere mancher Auftrag doch nicht nur Kompetenz, sondern auch Erfahrung und kreatives Denken. „Wir hatten kürzlich eine Aufgabe, bei der wir wirklich mit allem ranmussten“, erinnert er sich. Einem Gastronomen waren fünf Liter Ketchup auf dem Rücksitz der schicken Mercedes E-Klasse ausgelaufen. „Da heißt es gut zu überlegen, was die Oberfläche am besten verträgt.“ Schlussendlich sei alles wieder perfekt sauber gewesen. „Und der Kunde war glücklich, dass er die Sitze nicht neu beziehen lassen musste.“

Die Aufgaben, die die beiden Männer mitgebracht haben, die jetzt vor der Theke stehen, sind nicht ganz so anspruchsvoll. Der 5er-BMW des älteren Herren hat ein paar Kratzer und hinten eine Delle gleich über der Stoßstange. Jetzt gilt es herauszufinden, warum die Reparatur ansteht, ob der Schaden lediglich stört oder es um einen Verkauf geht. „Das meiste können wir mit Smart Repair erledigen“, sagt der Geschäftsführer. Im Gegensatz zu konventionellen Methoden müssen bei dieser Kleinstreparatur keine Teile ausgebaut werden, sodass sie schneller und günstiger ist und laut Albayrak sowohl bei Kratzern und Dellen, aber auch bei Schäden am Polster verblüffende Erfolge bringt. Hand an das Fahrzeug legen wird gleich Spezialist Marek Kaletka. Vor allem mit Dellen kennt er sich aus, am liebsten zieht oder drückt er sie. „Klingt einfach, erfordert aber Erfahrung und Konzentration“, sagt Albayrak. Kaletka zähle dabei zu den absoluten Talenten. „Es gibt regelrechte Koryphäen und professionelle Dellendrücker, die mit dem Blech kommunizieren“, weiß der Chef. Die größte Herausforderung sei ein Hagelschaden an einem Mercedes Vito gewesen. „500 kleine Beulen, das war ein hartes Stück Arbeit.“

Kunde Nummer zwei, der geduldig gewartet hat, hat bereits Erfahrung mit Brillanz. „Ich habe ein Leasingfahrzeug, das ich demnächst zurückgeben muss“, erzählt der Angestellte einer Bank. Gemeinsam mit Serviceleiter Karaosman betrachtet er den blauen Audi, der auf den ersten Blick untadelig aussieht. „Es gibt schon ein paar Stellen, da müssen wir genauer hinsehen“, sagt Karaosman. Mit dem Kunden legt er fest, was bis zur Abnahme gemacht werden muss. Ist es dann so weit, wird ein Mitarbeiter von Brillanz Auto und Mensch zum TÜV begleiten.

An neun Standorten im Rhein-Main-Gebiet ist die Brillanz-Autopflege vertreten, fast alle in Autohäusern, lediglich in Dietzenbach ist für die Öffentlichkeit geöffnet. Dort gibt es weitere Aufbereitungsplätze an der Paul-Ehrlich-Straße, ebenso wie eine Waschstraße und eine Fotostation für das perfekte Gebrauchtwagenfoto. Etwa 500 Fahrzeuge machen die 45 Mitarbeiter täglich fit. „Ja, es ist ein stressiger Job, aber ich lege größten Wert darauf, dass auch das Team nicht zu kurz kommt“, sagt Albayrak, der seit 24 Jahren im Geschäft ist. So ist Brillanz unter anderem Mitglied der Charta der Vielfalt, einer Initiative, die mit Anerkennung und Wertschätzung Vielfalt in die Arbeitswelt bringen will.

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