„Keine leichte Entscheidung“

Brüder Tatar schließen Café Central nach zwei Jahren

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Özkan (links) und Özgür Tatar haben nach zwei Jahren das Café Central geschlossen.

Dietzenbach - Das Bedauern ist groß. Auf die Ankündigung in Facebook, dass das Café Central am Masayaplatz ab sofort geschlossen ist, folgten weit mehr als hundert Kommentare. Von Ronny Paul

Von „Sehr traurig“ und „Ihr werdet fehlen“ über „Bei euch war es am Schönsten und Gemütlichsten hier“ bis zu „Ich wollte extra aus Mörfelden nur zum Frühstücken kommen“ kommentieren die Nutzer die Meldung. Das Konzept der Brüder Ozkan und Özgür Tatar ist nicht nur bei den Kreisstädtern angekommen. Mit Cocktailsesseln, Schirmständern, Reisekoffern, Kommoden und Lampen im Stil der 1960er Jahre, alten Fotos und Streckenpläne von U-Bahnen europäischer Großstädte und dem Gesamtmotto Reisen haben die Tatars wohl einen Nerv getroffen beziehungsweise eine Lücke gefunden (wir berichteten), die nun in Dietzenbach wieder besteht. „Das Café ist zwei Jahre sehr gut gelaufen, es war immer voll – auch mit Besuchern von Außerhalb“, sagt Özkan Tatar. Viele Mitarbeiter aus Kreis- und Rathaus waren Stammgäste dort, im Internetportal Tripadvisor ist das Café aufgrund vieler positiver Bewertungen als Nummer eins unter den Dietzenbacher Restaurants gelistet.

Doch nun der für Außenstehende plötzliche Schritt: die Schließung. Am Geld lag es nicht: „Wir haben gut Gewinn gemacht“, sagt Özgür Tatar. Das angenehme Publikum und die Atmosphäre werde er vermissen. Doch die Tatars haben andere Pläne. „Ein Tag hat nur 24 Stunden, wir haben Familie und Kinder und wollen zu 100 Prozent bei der Arbeit sein“, begründet Özkan Tatar den Schritt zur Schließung.

Denn die Brüder, denen neben der Ladenfläche des Cafés auch die des Radshop nebenan gehört, gehen zurück zu ihren Wurzeln in die Immobilienbranche. „Wir haben ein weiteres zeitintensives Projekt in Heusenstamm, um das wir uns kümmern müssen.“ Özkan Tatar deutet an, dass es sich dabei um Umnutzung in Wohnraum handelt. „Wir machen lieber zu, und die Menschen behalten uns gut in Erinnerung.“ Das sei keine leichte Entscheidung gewesen, schließlich sei das Café auch so etwas wie ihr Baby, in das sie viel Herzblut – vom Estrich bis zu den Kaffeetassen – gesteckt haben. „Wenn wir das andere Projekt nicht hätten, hätten wir niemals zugemacht“, betont Özgür Tatar.

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Name und Konzept des Cafés sowie das gesamte Mobiliar stehen für Bewerber zur Verfügung, sagt Özkan Tatar. Es könne aber auch ein ganz neues Konzept Einzug finden. „Wir wollen das Café in gute Hände weitergeben.“ Der neue Pächter solle Erfahrung mitbringen. Es gebe auch bereits ein paar Interessenten, die das Café weiterführen wollen, sagt er. Jedoch freuen die Brüder sich über jeden weiteren Bewerber. Das solle bis Ende Januar, Anfang Februar über die Bühne gehen. „Und mit ein bisschen Werbung läuft das Café weiter so gut“, sind die beiden sich sicher.

Interessenten können sich an die Brüder wenden (kontakt@cafecentral.bar) – ebenso diejenigen, die noch Gutscheine besitzen. „Die werden wir alle noch auszahlen, wenn sich die Besitzer bei uns melden“, versichern die Tatars.

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