Zeichen für Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Bürgermeister von Kostjukovitschi und Dietzenbach unterzeichnen Kooperationsvertrag

Die Tinte ist trocken: Bürgermeister Aliaksandre Gorbatschowski (links) und sein Amtskollege Jürgen Rogg unterzeichnen den Kooperationsvertrag. Foto: ron
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Die Tinte ist trocken: Bürgermeister Aliaksandre Gorbatschowski (links) und sein Amtskollege Jürgen Rogg unterzeichnen den Kooperationsvertrag.

Die Städtepartnerschaft zwischen Dietzenbach und Kostjukovitschi hat seit gestern einen weiteren Mosaikstein dazubekommen.

Dietzenbach –  Aliaksandre Gorbatschowski, Bürgermeister der weißrussischen Kommune, war mit einer kleinen Delegation zu Gast im Rathaus und hat mit seinem Amtskollegen Jürgen Rogg Tinte unter einen Kooperationsvertrag gesetzt. Dieser beinhaltet den Bau einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach des zentralen Bezirksgymnasiums in der weißrussischen Partnerkommune. „Mit diesem Projekt möchten beide Städtepartner ein Zeichen setzen für gemeinschaftliche Anstrengungen für Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie ein Umdenken in der Bevölkerung anstoßen“, betont Rogg.

Ziel ist eine dezentrale, ökologisch nachhaltige Energieversorgung in einem Land, das das Gros seiner Energie aus der Atomkraft gewinnt. Das Investitionsvolumen von rund 78 000 Euro speist sich aus Fördermitteln und Spenden. Fördergeld kommt zu 90 Prozent vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Den Rest decken Spenden ab, unter anderem von der Sparkasse Langen-Seligenstadt und der Maingau Energie GmbH. Den entsprechenden Projektantrag hatte der CDU-Stadtverordnete Dietmar Kolmer stellvertretend für die Kreisstadt bei der zuständigen Stelle – der Engagement Global gGmbH, einer 100 prozentigen Tochter des Bundes – eingereicht. Kolmer, ehemaliger Erster Stadtrat und Vorsitzender des Freundeskreises Kostjukovitschi, ist der Hauptinitiator: „Mit dem Projekt werden wir langfristig ein Drittel des Strombedarfes – die Grundauslastung – des zentral gelegenen Bezirksgymnasiums mit erneuerbaren Energien decken können.“ Dabei gehe es in erster Linie um den transnationalen Austausch beider Stadtverwaltungen und um die Förderung des ökologischen Bewusstseins, insbesondere bei jungen Menschen. Kolmer: „Neben der Reduzierung der CO2-Emissionen und der Energiekosten wird es eine pädagogische Aufbereitung geben – auf beiden Seiten.“ Wenn die Anlage steht, solle der Unterrichtsanteil von Physik und Chemie in Kostjukovitschi erhöht und die Nachhaltigkeit von Solarenergie thematisch in den Lehrplan eingebunden werden. Auf deutscher Seite ist eine gemeinsame Veranstaltung von Ernst-Reuter- und Heinrich-Mann-Schule geplant, an der rund 200 Schüler teilnehmen werden. Die weißrussische Jugendbotschafterin für nachhaltige Energie, Vitalina Petrusevich, wird über das Projekt und die Hintergründe referieren.

Die Projektfördermittel sind allerdings an Bedingungen geknüpft. Unter anderem muss es eine öffentliche Ausschreibung geben und die Auftragsvergabe nach Vergaberecht geschehen. Dietzenbach agiert als eine Art Treuhänder, bekommt die Fördermittel und transferiert das Geld erst bei Rechnungsvorlage für den Bau der Anlage nach Weißrussland.

Bei der Planung und Installation des Solarpanels kommen die Städtischen Betriebe Dietzenbach ins Spiel. Deren Technischer Leiter Michael Würz war frühzeitig in das Projekt eingebunden und auch schon vor Ort. So wird er auch bei Aufbau und Abnahme der Anlage dabei sein.

Gorbatschowski, der seit etwa einen Monat Bürgermeister Kostjukovitshis ist, lobt: „Der pädagogische Ansatz für die Kinder und Jugendlichen gefällt mir sehr gut. Die Jugend ist unsere Zukunft, für die wir eine nachhaltige und gesunde Infrastruktur schaffen wollen.“ Er hoffe, dass die Städtepartnerschaft dadurch weiter gestärkt wird.

Die Inbetriebnahme der Solaranlage ist für Juni anvisiert, verbunden mit einem Delegationsbesuch.

VON RONNY PAUL

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