Bacher, Rogg und Lang beantworten Fragen zur E-Mobilität

Dietzenbachs Busse sind zu teuer

Dietzenbachs Bürgermeisterkandidaten beantworten Fragen zur E-Mobilität.
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Dietzenbachs Bürgermeisterkandidaten beantworten Fragen zur E-Mobilität.

Da der Wahlkampf in diesem Jahr nur eingeschränkt möglich war, hatten unsere Leser die Möglichkeit, den Bürgermeisterkandidaten Fragen zu stellen. Im letzten Teil dieser Serie stellt nun Norbert Kern Fragen: Wie stehen Sie zur schnellstmöglichen Anschaffung von Elektrobussen? Alle städtischen Fahrzeuge als E-Mobil?

Dietzenbach – Lang: Die E-Mobilität ist ein wesentlicher Bestandteil der Verkehrs- und Energiewende, und die Ergebnisse von Pilotprojekten mit E-Bussen weisen darauf hin, dass Linienbusse bis 2030 in Deutschland vollständig elektrisch betrieben werden können. (...) Auch unser städtischer Fuhrpark, wo es ja schon E-Fahrzeuge gibt, wird diesem Trend folgen und ich werde mich dafür einsetzen, dass die E-Mobilität zunimmt (...).

Nun zum Stadtbus: Da unser Dietzenbacher Stadtbus lediglich mit drei Fahrzeugen betrieben wird, war die Anschaffung von E-Bussen bisher viel zu teuer und Investitionen in die Ladeinfrastuktur betriebswirtschaftlich nicht vertretbar.

Großbetriebe mit einer Busflotte von 50 und mehr Fahrzeugen haben da einen Kosten-Nutzen-Vorteil. (...) Daher wäre eine Umstellung auf E-Busse am besten im gesamten Kreis Offenbach in interkommmunaler Zusammenarbeit am ehesten zu realisieren. Hinzu kommt, dass die E-Busse in der Vergangenheit eine zu geringe Fahrleistung hatten, um eingesetzt zu werden. (...)

Rogg: Bereits vor der Anschaffung unserer aktuellen Stadtbusse 2017 haben wir eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsprüfung und eine Praxisstudie durchgeführt. Damals waren wir weit weg von einer Wirtschaftlichkeit und auch die notwendige Investition für Ladeinfrastruktur für lediglich drei Busse stand in keinem Verhältnis. Durch eine intelligente Vertragsgestaltung bei der Anschaffung können wir bei Marktveränderungen im E-Bus-Bereich schnell reagieren. Weiterhin gehe ich davon aus, dass wir den Weg zu emissionsfreien Bussen gemeinsam mit der KvG gehen werden. Erst durch die kreisweite Zusammenarbeit in diesem Bereich ist die Umstellung wirtschaftlich darstellbar. (...)

Bereits vor gut sechs Jahren stellten wir das erste E-Auto in den Dienst. Seither haben wir nicht nur konsequent die Ladeinfrastruktur mit unserem Partner Maingau vorangetrieben, sondern drei weitere E-Fahrzeuge bei der Verwaltung, einige E-Nutzfahrzeuge bei den Städtischen Betrieben und Stadtwerken, ein Segway sowie Pedelecs im Einsatz. Bei jeder Neuanschaffung wird die Möglichkeit des wirtschaftlichen Einsatzes von E-Fahrzeugen geprüft.

Bacher: Ich bin dafür, dort, wo es Sinn macht, die städtische Flotte auszutauschen. Bei PKW und Bussen ist das aktuell gut möglich, bei schweren Nutzfahrzeugen wie der Müllabfuhr, Hubwagen und dem Unimog nur bedingt.

(...) Elektrisch betriebene Stadtbusse werden dem Ansehen von Dietzenbach einen weiteren Pluspunkt verleihen. Sie sind außerdem geräumiger, verfügen für die Fahrgäste über USB-Ladestationen und weitere Vorteile.

Viele andere Städte sind dabei, umzustellen. Stattdessen wurden 2019 in Dietzenbach weiter Dieselbusse angeschafft.

Das ist auf Dauer auch schlecht für die Stadtkasse, denn E-Busse sind durch die Fördergelder in der Anschaffung attraktiv und im Betrieb günstiger als Dieselbusse. (...) Was in anderen Städten in Hessen möglich ist, geht auch bei uns. Die Versäumnisse der letzten Jahren werden uns auch in Zukunft belasten. Wir müssen endlich anfangen, zukunftsorientiert zu planen und zu handeln. (ans)

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