Dietzenbacherin erzählt

Vier Tage Hölle: Wie es sich anfühlt, an Corona zu erkranken

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Eine Frau aus Dietzenbach erzählt von ihrer Corona-Erkrankung. Mittlerweile geht es ihr besser. (Symbolbild)

Wie ist es, mit dem Coronavirus infiziert zu sein? Eine Frau aus Dietzenbach berichtet aus eigener Erfahrung von ihrer Covid-19-Erkrankung.

  • Eine Dietzenbacherin war anCovid-19 erkrankt
  • Mit dem Coronavirus infizierte sie sich auf einer Veranstaltung
  • Vier Tage durchlitt die Dietzenbacherin schlimmste Qualen

Dietzenbach – Zuerst war da nur dieser Husten. Er kam plötzlich, von jetzt auf gleich. Am Anfang habe sie sich nichts dabei gedacht, erzählt eine Dietzenbacherin, die nicht möchte, dass ihr Name in der Zeitung erscheint.  Dass sie wenige Tage später positiv auf das Coronavirus getestet wird, ahnt die Mutter einer Tochter nicht bei diesen ersten Hustenanfällen. Im Telefongespräch berichtet sie von ihren Erfahrungen vor und nach dem Testergebnis.

Frau aus Dietzenbach Coronavirus-Infektion: Am Anfang stand trockener Husten

Es ist der 11. März, ein Mittwoch. Die Unsicherheit, die das Virus in dieser Woche verbreitet, ist groß, noch weiß niemand so recht, wie die Lage tatsächlich einzuschätzen ist. Erste Veranstaltungen werden abgesagt, einige finden nach wie vor statt. Auch eine größere in Frankfurt, die sie an diesem Mittwochabend mit einer Freundin besucht. Die beiden Frauen fahren gemeinsam mit dem Auto hin und stecken sich wohl beide an diesem Abend mit dem Virus an.

In den nächsten Tagen geht der Alltag der Dietzenbacherin recht normal weiter. Arbeit, Einkauf, alles wie immer. Sonntags dann bemerkt die Frau zum ersten Mal etwas: „Ein trockener Husten war das“, sagt sie. Am darauffolgenden Montag geht sie erneut zur Arbeit. Die meisten Kollegen sind mittlerweile im Homeoffice, nur ein Notdienst hält im Büro die Stellung. „Und wieder war da ab und zu dieser komische Husten.“ Einen weiteren Tag später erhält die Dietzenbacherin eine Mail von den Organisatoren der Veranstaltung, die sie in der Woche zuvor besucht hatte. „Die informierten darüber, dass eine Person, die dort war, positiv auf Corona getestet wurde.“

Schnell wird klar: Die Frau aus Dietzenbach ist an Covid-19 erkrankt

Sorgen hätte sie sich zu diesem Zeitpunkt zwar noch immer keine gemacht. Trotzdem lässt sie sich gleich am nächsten Morgen krankschreiben. Weil bald darauf auch weitere Symptome hinzukommen, vereinbart sie mit dem Gesundheitsamt einen Termin, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen. „Ich wurde für Montag bestellt.“ Die Freundin, mit der sie gemeinsam die Veranstaltung besucht hatte, auf der es wohl zur Ansteckung kam, hat mittlerweile ein positives Testergebnis. „Als Kontaktperson teilte mir das Gesundheitsamt noch vor meinem eigenen Test mit, ich und meine Tochter dürften die Wohnung nicht mehr verlassen.“

Zum Husten hinzukommen nach und nach Gliederschmerzen und Geruchs- und Geschmacksverlust, dann auch Fieber, erzählt die Mutter. Ob sie Angst hatte vor der Krankheit? „Nein, eigentlich nicht. Währenddessen ging es mir auch viel zu schlecht, um darüber nachzudenken.“ Vier Tage lang sei es die Hölle gewesen. „Ich habe nur gelegen, konnte gar nicht aufstehen, habe mich wirklich krank gefühlt.“ Glücklicherweise habe ihre Familie sie die ganze Zeit unterstützt. „Die waren einkaufen für uns, haben dann alles in Beuteln an den Balkon gehangen“, sagt sie. Noch am Tag des Tests, am Montag, 23. März, habe sie sich sehr schwach gefühlt. Dann geht es langsam bergauf.

Warten auf die Bestätigung: Das Coronavirus ist weg – Dietzenbach

Bei ihrer Tochter, mit der sie rund um die Uhr zusammen ist, treten keinerlei Symptome auf. Dennoch gehe das Gesundheitsamt davon aus, dass sich der Teenager mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit angesteckt haben muss. „Wir können uns in der Wohnung ja schlecht aus dem Weg gehen, teilen Bad und Küche.“ Getestet wird sie nicht. „Das sind all die Fälle, die nicht in die Statistik eingehen“, sagt die Mutter. Darüber ärgere sie sich, auf die Zahlen gebe sie darum nichts.

Sie hat aber einen Tag nach dem Test endlich Gewissheit: positiv. Täglich ruft das Gesundheitsamt ab diesem Zeitpunkt bei ihr an. „Um die Symptome abzufragen.“ Von den Mitarbeitern habe sie sich die ganze Zeit über gut behandelt gefühlt. „Sie waren immer sehr freundlich.“ Nur einmal, ganz am Anfang, da sei eine von ihnen etwas pampig gewesen. „Aber die haben halt wirklich viel um die Ohren aktuell.“

Am Samstag, 29. März, kann die Dietzenbacherin am Telefon endlich sagen, dass sie komplett symptomfrei ist. „Bevor man aber wieder raus darf, muss man 48 Stunden ohne Symptome sein“, erläutert sie. Am Montag darauf bekommt die Dietzenbacherin dann das Okay. „Nur noch auf das offizielle Schreiben muss ich warten. Das liegt vielleicht schon im Briefkasten.“

VON LENA JOCHUM

Das Coronavirus grassiert in Dietzenbach. Bürgermeister Jürgen Rogg richtet sich an die Bürger. Die Stadt stellt Informationen wegen Corona zur Verfügung.

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