Polizei und Ordnungsamt um Hilfe gebeten

Hilferuf der WEG Rosenpark: Corona-Partys und ein anonymer „Schmutzbrief“

Zum einen sollen Jugendliche im Spessartviertel sogenannte Corona-Partys feiern, zum anderen kursieren Gerüchte über die Wohnungseigentümergesellschaft (Symbolbild).
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Zum einen sollen Jugendliche im Spessartviertel sogenannte Corona-Partys feiern, zum anderen kursieren Gerüchte über die Wohnungseigentümergesellschaft (Symbolbild).

Zum einen sollen Jugendliche im Spessartviertel sogenannte Corona-Partys feiern, zum anderen kursieren Gerüchte über die Wohnungseigentümergesellschaft.

Dietzenbach – Von Corona-Partys auf dem Parkdeck am Rohrbrunner Weg sowie im 17. Stock des Hochhauses im Spessartviertel ist in dem Hilferuf der WEG Rosenpark die Rede, in dem deren Geschäftsführer, Alexander Minch und Wolfgang Meinhardt, sich an Ordnungsamt und Polizei wenden. Es gebe immer mehr Beschwerden von Mietern und Eigentümern, „dass jugendliche Gruppenversammlungen dort stattfinden. Laut dem Schreiben der Geschäftsführer „rauchen diese Drogen und saufen“ zudem würden Anwohner von ihnen belästigt und angespuckt. „Achtung, es besteht große Virusgefahr, da in diesem Haus rund 1000 Menschen leben“, heißt es weiter in dem Appell (Anm. d. Red.: In den fünf Hochhäusern des Spessartviertels leben mehr als 3000 Menschen). Und direkt an Polizei und Ordnungsamt schreibt die WEG: „Bitte sorgen Sie für Ordnung und Sie verhindern eine massive Verbreitung des Virus.“

Laut Andreas Bamberg, dem stellvertretenden Dienstellenleiter der Dietzenbacher Wache, kontrollieren Polizei und Ordnungsamt im Spessartviertel täglich. Natürlich kümmere man sich darum, sei mehrfach auf den Aufruf hin auch dort gewesen. „Doch noch keine dieser geschilderten Umstände konnten wir beobachten“, sagt Bamberg, weder auf dem Parkdeck, noch im 17. Stock des Hochhauses. Und es habe auch noch keine Anzeigen bei der Polizei wegen Anspuckens oder sonstiger Belästigungen in der vergangenen Zeit gegeben. Anwohner, die etwas bemerken oder die belästigt werden, sollen sich bei der Polizei oder beim Ordnungsamt melden.

Dietzenbach: Corona-Partys und ein „Schmutzbrief“

Auch beschäftigt ein „anonymer Schmutzbrief“, wie die Geschäftsführer ihn betiteln, die WEG. In diesem wird gemutmaßt, die WEG Rosenpark habe offene Verbindlichkeiten. Von unbezahlten Rechnungen in Höhe von einer Million Euro für Fernwärme, Wasser und Müllgebühren ist die Rede. Die Gemeinschaft sei pleite, das sei zwar noch nicht offiziell und amtlich, könne es aber „jederzeit“ werden. In dem offenen Brief ruft der anonyme Schreiber, hinter dem die WEG eine Ex-Hausverwaltung vermutet, dazu auf, „die Herrschaft der Hausverwaltung mit ihren kriminellen Machenschaften zu beenden“. Die 2018er Wahl der Hausverwaltung wurde übrigens vom Amtsgericht Offenbach im Oktober für ungültig erklärt. „Nunmehr zum zehnten Mal hintereinander seit 2009“, wie ein Eigentümer im Hinblick auf die wechselnden Hausverwaltungen und die ständig neuen Gerichtsverfahren anmerkt.

Dietzenbach: Geschäftsführer der WEG Rosenpark nennen Behauptungen „frei erfunden“

Die Geschäftsführer der WEG Rosenpark nennen die Behauptungen in dem anonymen Brief „frei erfunden“. Man habe einen Anwalt eingeschaltet, die Polizei ermittele wegen Rufschädigung sowie Verleumdung. „Dieser Brief ist völlig unrealistisch und von einem kranken Menschen geschrieben“, teilen die Geschäftsführer weiter mit. Vielmehr habe die WEG keine Schulden und alle Rechnungen seien bezahlt. Auch seien die Verkehrswerte der Wohnungen „massiv gestiegen“. „Die WEG steht so gut da, wie schon lange nicht.“

Vonseiten der Stadt, die über die Wohnungsgesellschaft Dietzenbach, 91 Wohnungen in dem Quartier besitzt, heißt es auf Nachfrage: „Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir aus datenschutzrechtlichen Gründen keine öffentlichen Aussagen zu Kunden der Stadtwerke GmbH, den Städtischen Betrieben und der EVD tätigen können.“

VON RONNY PAUL

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