Sars-CoV-2 und Covid-19

Coronavirus: „Wie an Ostern oder Weihnachten“ - Hamsterkäufe zehren am Warenbestand der Supermärkte in Dietzenbach

Wegen des Coronavirus nehmen Hamsterkäufe in Dietzenbach zu. Bewohner haben Angst vor Sars-CoV-2 und der Lungenkrankheit Covid-19.
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Ein ungewohntes Bild: Aus Angst vor dem Coronavirus tätigen viele Menschen Hamsterkäufe. Das hat leere Regale bei Aldi und Rewe zur Folge.

Wegen des Coronavirus nehmen Hamsterkäufe in Dietzenbach zu. Bewohner haben Angst vor Sars-CoV-2 und der Lungenkrankheit Covid-19.

  • Supermärkte in Dietzenbach melden verstärkte Nachfrage
  • Grund für die Hamsterkäufe ist die Angst vor dem Coronavirus Sars-CoV-2 und der Lungenkrankheit Covid-19 
  • Einige Unternehmen in Dietzenbach leiden jedoch unter der Angst vor dem Coronavirus

Dietzenbach - Das Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich in Deutschland aus, in Hessen gibt es bereits mehrere bestätigte Fälle. Auch in Dietzenbach sind die Bürger besorgt, an der Lungenkrankheit Covid-19 zu erkranken. Das Thema Corona ist auch in der Kreisstadt überall präsent. Die Menschen decken sich vorsorglich mit Konserven, Desinfektionsmitteln, Mundschutz und Nudeln ein.

Dietzenbach: Angst vor Coronavirus Sars-CoV-2 und Krankheit Covid-19 sorgt für Hamsterkäufe

Diese Hamsterkäufe sorgen allerdings bei Edeka Richter in Steinberg für erhöhten Stress: „Es ist wie an Ostern oder Weihnachten, nur mit dem Unterschied, dass wir uns auf diese Festtage jeweils vier Wochen vorbereiten“, so Jürgen Richter, der Geschäftsführer von vier Edeka-Märkten ist. Gefragt sind in seinen Märkten vor allem lang haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Konserven, Tiefkühlprodukte, aber auch Toilettenpapier erfreut sich erhöhter Nachfrage.

Dietzenbach und Coronavirus: Vor allem im ländlichen Raum wird mehr gekauft

„Der Umsatz hat sich um rund 30 Prozent erhöht, man merkt vor allem, dass die Leute größere Einkäufe tätigen, sie kaufen teils kistenweise Konserven. Am größten war der Ansturm von letzter Woche Mittwoch zum Wochenende hin, weil es immer mehr Coronavirus-Fälle in Deutschland gab“, so Richter. Der Geschäftsführer merkt vor allem einen Unterschied zwischen den Filialen, die eher ländlich liegen und den städtischen Filialen in Dietzenbach oder Offenbach. In den ländlicheren Filialen sei der Ansturm deutlich größer als in der Stadt. „Auf dem Land haben die Leute häufig mehr Platz, viele Häuser haben einen Lagerraum oder einen großen Keller“, so Jürgen Richters Theorie zu dem unterschiedlichen Kaufverhalten. Eine Entspannung der Lage sieht Richter erst, wenn sich auch die Nachrichtenlage um das Virus entspannt.

Ein ungewohntes Bild: Aus Angst vor dem Coronavirus tätigen viele Menschen Hamsterkäufe. Das hat leere Regale bei Aldi und Rewe zur Folge.

Dietzenbach: Hamsterkäufe bei Rewe, Aldi und Edeka wegen Coronavirus

Auch andere Märkte in der Kreisstadt sehen sich mit einer gesteigerten Nachfrage konfrontiert. Bei Rewe in der Altstadt sind die Nudelregale ebenfalls leer geräumt. Nun werde die Frequenz der Belieferungen der Filialen erhöht, um die gesteigerte Nachfrage zu decken, berichtet eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage unserer Redaktion.

Bei dem Discounter Aldi kommt es auch zu gähnend leeren Regalen. In einer Dietzenbacher Facebook-Gruppe postet ein Nutzer ein Bild aus der Aldi-Filiale an der Otto-Hahn-Straße. Darauf zu sehen: jede Menge leere Paletten. Nur noch ein Stück Pappe erinnert daran, dass hier mal Lebensmittel verkauft wurden. Der Nutzer beschreibt die Szenerie wie folgt: „Die ehemalige Nudel-Abteilung" im Aldi Dietzenbach.“

Dietzenbach: Unternehmen haben Angst vor Coronavirus Sars-CoV-2 und Krankheit Covid-19

Viele Menschen äußern unter dem Post Unverständnis über das Verhalten der Kunden. Die einstimmige Meinung: Die Menschen reagieren einfach über.

Während sich Supermärkte und Discounter über erhöhten Umsatz freuen können, gibt es aber auch Unternehmen, die unter der Ausbreitung des Coronavirus zu leiden haben. Bei der Zahnarztpraxis Steinborn & Kollegen am Theodor-Heuss-Ring rufen täglich mehrere Patienten an und sagen Termine ab, da sie wegen des Coronavirus nicht das Haus verlassen wollen, wie Zahnarzt Günter Steinborn berichtet.

Angst vor Coronavirus in Dietzenbach: Kopfnicken statt Handschlag zur Begrüßung

Beim Audi-Zentrum Brass treibt die Angst vor dem Virus ebenfalls ungewöhnliche Blüten. Kunden fragen das Autohaus an, ob sie die Autos von Zuhause aus anschauen können, und begrüßt werden die Kunden von den Mitarbeitern auch nur noch mit einem Kopfnicken statt dem gewohnten Handschlag. „Die Schutzmaßnahme wird durchaus positiv aufgenommen“, sagt Brass-Geschäftsführer Artan Statovci.

Von Lukas Reus und Burghard Wittekopf

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