„Da geht noch mehr“

Dietzenbachs Bürgermeisterkandidat Dieter Lang über Wirtschaftsleistung und Arbeitsplätze

Wirtschaftsleistung ankurbeln: Dieter Lang will trotz Krise weiter kommunale Investition etwa in die Infrastruktur tätigen. Auf dem
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Wirtschaftsleistung ankurbeln: Dieter Lang will trotz Krise weiter kommunale Investition etwa in die Infrastruktur tätigen. Auf dem

Bürgermeisterkandidat und Erster Stadtrat Dieter Lang sieht herausfordernde Zeiten auf Dietzenbach zukommen. Wie auch die anderen Kandidaten, Bürgermeister Jürgen Rogg und Grünen-Politiker René Bacher, geht er von einem erheblichen Minus in der Stadtkasse aus. „Das vergangene Jahr wird mit einem Fehlbetrag von mehreren Millionen Euro abschließen.“

Dietzenbach – Für den Haushalt 2021 sei nach der bisherigen Prognose mit einem coronabedingten Defizit von mehr als sechs Millionen Euro zu rechnen. Die Summe könne weder mit kommunalen Mitteln noch durch Einsparungen ausgeglichen werden, meint Lang. Das Eingreifen der Landesregierung ist aus Sicht des Sozialdemokraten dringend erforderlich. Denn bereits vor der Coronakrise sei Dietzenbach wie auch die anderen hessischen Kommunen chronisch unterfinanziert gewesen. Dies verstärke sich nun durch die Folgen der Pandemie. So geht Lang auch noch für 2022 von finanziellen Herausforderungen aus. Den Jahren 2023 und 2024 blickt Lang indes zuversichtlich entgegen. „Meiner Einschätzung nach wird es dann möglich sein, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Zeitraums von 2017 bis 2019 wieder zu erreichen“, begründet er seine Zuversicht.

Lang: Eine Steuererhöhung gilt es, zu vermeiden

Damit es zu einem Aufschwung kommt, gilt es nach dem Dafürhalten des derzeitigen Ersten Stadtrates eine Steuererhöhung zu vermeiden. Denn die Wirtschaftskraft der Firmen sei ohnehin schon belastet und dürfe deshalb keiner weiteren Belastung ausgesetzt werden. Um die Gewerbetreibenden zu fördern, hält er es darüber hinaus für notwendig, kommunale Investitionen etwa in den Straßenbau sowie in Kitas und Schulen weiterhin zu tätigen. „Denn wenn wir aufgrund der aktuellen Situation nicht investieren, fehlen den entsprechenden Unternehmen Aufträge“, so Lang.

Doch nicht allein durch den Ausbau der Infrastruktur verspricht er sich eine Steigerung der wirtschaftlichen Leistung. Auch hält der Sozialdemokrat es dazu für entscheidend, dass bei der künftigen Ansiedlung von Gewerbe auf die Steuereinnahmen, den Flächenverbrauch und die Schaffung von Arbeitsplätzen geachtet wird. Im Hinblick auf Letzteres habe man sich Dietzenbach einst auf eine Kennzahl von zehn Stellen je 1 000 Quadratmeter Gewerbefläche geeinigt.

Lang will sich für bezahlbare Wohneinheiten einsetzen

Geht es nach ihm, braucht es für die Verbesserung des Arbeitsmarktes darüber hinaus Unternehmen, die aus zukunftsfähigen Branchen stammen, nachhaltige Produkte herstellen und weitere Arbeitsplätze schaffen können. „Da geht noch mehr.“ Denn nach seiner Einschätzung habe man das Potenzial hier in der Vergangenheit nicht ausreichend ausgeschöpft. „Nicht bei jeder Firmenansiedlung hat man auf die vereinbarte Kennzahl geachtet“, so Lang.

Für den Standort Dietzenbach erachtet er nicht allein die wirtschaftliche Leistungssteigerung für entscheidend, sondern auch den Umgang mit der Grundsteuer B in den kommenden Jahren. „Eine Erhöhung der Steuer bedarf der Abstimmung mit den Nachbarkommunen, um einen eventuellen Nachteil für die Kreisstadt zu vermeiden.“ Denn komme es allein hier zu einer Anhebung der Steuern, werde die Stadt etwa für Investoren unattraktiv und ihre Entscheidung falle auf eine andere Kommune im Kreis. Allerdings, betont Lang, wäre eine Erhöhung der Abgaben in der derzeitigen Situation das falsche Signal. Denn dieses Vorgehen belaste die Haus- und Immobilienbesitzer und über die Umlagen auch die Mieter. Bei der Entstehung weiteren Wohnraumes will sich Lang für bezahlbare Wohneinheiten einsetzen. „Reihenhausbau und ein dem jeweiligen Wohnquartier angemessener, etwa dreistöckiger Geschossbau sind einer großräumigen Einzelhausbebauung in der Priorität vorzuziehen.“ Darüber hinaus will auch Lang prüfen, inwiefern bauliche Verdichtungen möglich sind. (Anna Scholze)

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