„Letztlich siegt der Klassiker“

Daniela Rogge hat mit der „Spielzeugkiste“ ihr Glück gefunden

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Daniela Rogge hat auch in der Spielzeugkiste eine kleine Ecke zur Unterhaltung aufgebaut.

Dietzenbach - Ob hinter kleinen Ladentheken in der Altstadt oder in großen Hallen im Gewerbegebiet: Die Dietzenbacher Unternehmenswelt hat einiges zu bieten. In loser Reihenfolge werfen wir einen Blick hinter die Kulissen. Diesmal haben wir uns die Spielzeugkiste von Daniela Rogge angeschaut, die in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen feiert. Von Patrick Eickhoff 

Cluedo, Monopoly, Jenga. Klassiker, die jeder kennt und gespielt hat. Doch wie sieht’s mit dem Fidget-Spinner oder dem Fidget-Cube aus? Die Szene ist im Wandel. Längst gibt es nicht mehr nur die altbewährten Klassiker der Brettspielindustrie zu kaufen, sondern auch Drohnen und anderes Zubehör. „Doch letztlich siegt der Klassiker“, ist sich Daniela Rogge sicher. Seit zehn Jahren betreibt sie in der Dietzenbacher Altstadt die „Spielzeugkiste“. Denn neben Trends, die oft schneller verschwinden, als sie gekommen sind, sind es die bewährten Spiele, die ihr Herz höherschlagen lassen.

Mit denen kennt sich die 43-Jährige aus. Bevor sie sich vor zehn Jahren selbstständig gemacht hat, war sie als Erzieherin tätig. „Da war es mit das Schönste, gemeinsam mit den Kindern zu spielen und neue Dinge zu entdecken.“ Ihr Sohn war damals vier Jahre alt, als „Spielwaren Altmannsberger“ in der Kreisstadt schloss. „Und plötzlich gab es keinen Spielwarenladen mehr.“ Dann kam ihr gemeinsam mit ihrem Mann die Idee, den Laden weiterzuführen. „Manchmal muss man auch mal mutig sein“, sagt sie heute. „Die Zeit mit den Kollegen als Erzieherin war wirklich toll, aber es hat sich einfach richtig angefühlt.“

Der Mut wurde belohnt. Nach neun Jahren ist die Spielzeugkiste mittlerweile in die Schmidtstraße umgezogen. „Mit der Hilfe von ganz vielen fleißigen Freunden ging das ganz schnell.“ Das Ziel bleibt: „Spiele zum Erlebnis zu machen“. Dafür hat sich Rogge gemeinsam mit ihren vier Mitarbeitern Einiges einfallen lassen. Regelmäßige Spielenachmittage, einen Verleih oder auch die Geburtstagskisten. „Das passt ja zu unserem Namen“, sagt sie. Dabei haben die Kinder die Möglichkeit, sich ihren eigenen Korb voll mit ihren Wünschen zu packen. Familienmitglieder oder geladene Gäste können in den folgenden Tagen Teile daraus kaufen. „Eine Art Entscheidungshilfe, die besonders für Kinder im Kindergartenalter, wenn man vielleicht noch nicht genau weiß, was der andere sich wünscht, nützlich sein kann.“

Und trotz der Allgegenwärtigkeit von Spielen jeder Art ist Daniela Rogge die Lust daran nicht vergangen. „Tagsüber im Laden und abends wird dann daheim gespielt“, erzählt sie. „Ich kann froh sein, jeden Tag gerne auf die Arbeit zu kommen – die strahlenden Kinderaugen, wenn sie durch die Gänge stöbern, sind unfassbar süß.“ Doch sie schildert anschließend noch eine Beobachtung, die in gewisser Weise auch auf sie selbst zutrifft.

„Sobald die Kinder oder Enkel sich im Laden umgucken, fangen die Erwachsenen an und schauen selbst mal, was es so Neues gibt. Um immer auf dem neusten Stand zu sein, fährt sie auf unterschiedliche Messen. „Nicht nur, weil es Spaß macht, wir wollen ja unseren Kunden gute Qualität bieten“, erläutert sie. Und Qualität, das muss nicht immer das neuste Spiel sein. „Auch wenn man es nicht direkt vermutet, aber es gibt auch bei uns saisonale Produkte.“ Im Sommer sind das Drachen, Kreide und Spiele für draußen. Brettspiele und der klassische Küchenladen oder Puppen laufen in der Herbst- und Winterzeit besser.

Doch die Spielzeugkiste hat nicht nur einen Umzug in größere Räume mitgemacht, sondern auch einen digitalen Wandel. Spiele bei denen mit dem Smartphone gearbeitet werden muss oder auch Drohnen sind neu in den Regalen zu finden. „Ich glaube, das ist der Versuch, auch die Kinder mit ins Boot zu holen, die lieber mit dem Handy beschäftigt sind als mit Brettspielen.“ Doch nicht nur dort verändert sich das Bild. Der bekannte Buchautor Sebastian Fitzek hat sein eigenes Spiel herausgegeben. Die sogenannten „Escape Rooms“, die es mittlerweile in ganz Deutschland gibt, lassen sich auch nach Hause holen. „Doch Monopoly und Co. werden davon nicht eingeholt.“

Bilder: OP-Leser machen Kinder glücklich

Auch das wachsende Online-Geschäft hat Rogge registriert. „Viele wollen jedoch das Spielzeug vorher mal in den Händen halten und die Qualität überprüfen“, erläutert sie ihren Vorteil. „Und im Spielzeugladen kann man sich auch einfach mal inspirieren lassen, man entdeckt schließlich immer wieder was Neues.“

Im Jubiläumsjahr lädt die Spielzeugkiste zu verschiedenen Veranstaltungen ein. Am 11. Juni gibt es eine kostenlose Schulanfängerbox. Fünf Tage später das große Torwandschießen zur Fußball-Weltmeisterschaft. Und nach der Goldtalersuche im August steht auch im Oktober wieder ein gemeinsamer Spielenachmittag an. Alle genauen Daten gibt es auf spielzeugkiste-dietzenbach.de.

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