Fahrrad als Hoffnungsträger

Kommunalwahl: Parteien sprechen über Verkehr, Umwelt und Klima

Kommunalwahl
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Zur Kommunalwahl am 14. März vergleichen wir die Programme der Parteien in fünf unterschiedlichen Punkten miteinander. 

Zur Kommunalwahl am 14. März vergleichen wir die Programme der Parteien in fünf unterschiedlichen Punkten miteinander. Heute widmen wir uns den Themen Klima, Verkehr und Umwelt.

Dietzenbach – Am 14. März wählen die Dietzenbacher eine neue Stadtverordnetenversammlung. Doch was sind die Vorstellungen und Ziele der zur Wahl stehenden Parteien? Wir haben einen Blick auf die Wahlprogramme geworfen - heute mit den Schwerpunkten Klima, Verkehr und Umwelt. Den Vergleich der Wahlprogramme zu den Themen Sicherheit und Spessartviertel finden Sie hier.

CDU Dietzenbach

Die Christdemokraten gehen beim Thema Umwelt vor allem auf die Vermüllung von Straßen und öffentlichen Plätzen ein. Dem wollen sie mit einem Drei-Stufen-Konzept entgegenwirken. Es sollen mehr Mülleimer aufgestellt werden, bei der Beseitigung soll mehr Personal zum Einsatz kommen und auch „Mülldetektive“ etabliert werden. Illegale Müllentsorgung soll zudem stärker geahndet und bestraft werden.

Beim Thema Klima will die CDU weg von Verboten, wie beispielsweise bei Steingärten. Stattdessen wollen sie Anreize für ökologisches Handeln schaffen und mehr Bäume auf öffentlichem Grund pflanzen. Beim Verkehr möchte die CDU den Ausbau von Radschnellwegen, der Ladestationen für E-Autos, Parkverbote für Lkw in Wohngebieten und eine Verlängerung der S2 zum Ringverkehr Richtung Urberach beziehungsweise Darmstadt vorantreiben.

SPD Dietzenbach

Die Sozialdemokraten fordern eine „klimagerechte Planung von Neubauten und Sanierung von Bestandsimmobilien“, damit seien vor allem städtische Gebäude wie Kindertagesstätten gemeint.

Beim Thema Verkehr setzt die Dietzenbacher SPD vor allem darauf, dass das Fahrrad mehr gefördert wird. Konkret sollen beispielsweise die Offenbacher und Lindenstraße (L3001) fahrrad- und fußgängerfreundlich umgestaltet werden. Erste Schritte wurden dort bereits gemacht (wir berichteten). Dieses Konzept der L3001 soll auch auf weitere Straßen ausgeweitet werden. Ebenso wollen die Sozialdemokraten Raddirektverbindungen „zum Beispiel von Seligenstadt über Dietzenbach zum Flughafen Frankfurt“ sowie barrierefreie Bushaltestellen im gesamten Stadtgebiet.

AfD Dietzenbach

Die Alternative für Deutschland (AfD) will für den Erhalt des städtischen Grüns eine Bürgerstiftung beziehungsweise -beteiligung einführen, damit die Finanzen der Stadt gerade in Dürresommern entlastet werden. Außerdem fordert die Partei einen Campingplatz, einen rechtskräftigen Bebauungsplan für Gärten und den Ausbau von Solarenergie und Erdwärme.

Grüne Dietzenbach

Die Umweltpartei will Dietzenbach bis zum Jahr 2035 klimaneutral machen. Öffentliche Bauten sollen künftig klimaverträglich entstehen, Bestandsgebäude umgerüstet werden, Energie soll zukünftig zu 100 Prozent aus Erneuerbaren stammen und alle städtischen Liegenschaften nur Ökostrom beziehen. Die Grünen wollen den Baumbestand erhalten und eine „Neupflanzungsprämie“ auf brachliegenden Flächen. Außerdem widmen sie sich dem Thema Lichtverschmutzung: Öffentliche Beleuchtung soll vollständig auf LED-Technik umgerüstet und – wo möglich – mit Bewegungsmelder ausgestattet werden. Steingärten sollen bei Neubauten verboten, eine Umgestaltung bezuschusst werden.

Beim Thema Verkehr fordern die Grünen Verkehrberuhigung von mehr Straßen, vor allem in der Altstadt, Radschnellwege in benachbarte Städte und eine Verlängerung der S2 bis nach Darmstadt. Außerdem wollen sie sich für mehr Ladestationen für E-Autos, weitere Kreisverkehre und eine Barrierefreiheit im Öffentlichen Nahverkehr stark machen.

FW-UDS

Die Freien Wähler wenden sich in ihrem Programm vor allem dem Verkehr zu. „Da sind dicke Bretter zu bohren“, heißt es. Konkret fordern sie ein Wochenendangebot für den Busverkehr. Dies soll den Pkw-Verkehr reduzieren. Weitere Forderungen sind der Ausbau der Fahrradwege – allerdings sollen nicht einzelne Radwege in der „Luxusvariante“ gebaut werden, sondern „lieber in vielen kleineren Schritten Missstände“ korrigiert werden, wie zum Beispiel die Beleuchtung der Radwege.

Linke Dietzenbach

Die Linkspartei will die Preise für den ÖPNV senken. „Benachteiligte Bevölkerungsgruppen dürfen nicht in ihrer Mobilität eingeschränkt werden, weil die Fahrpreise für sie nicht bezahlbar sind“, heißt es. Das Auto sei deshalb noch das beliebteste Fortbewegungsmittel, weil gute Alternativen fehlten. Konkrete Alternativen sind für die Linke Car-Sharing-Programme, Leihradsysteme und die Reaktivierung des Sammeltaxi-Programms.

Dietzenbacher Liste

Die Dietzenbacher Liste (DL) sieht als ersten wichtigen Schritt die Reduktion des Schwerlastverkehrs durch die Stadt an, da dieser nur negative Aspekte wie schlechtere Luft und kaputte Straßen mit sich bringe. Die Partei will auch die Radwege ausbauen. Dazu soll beispielsweise die Offenbacher Straße einspurig werden und es soll mehr Platz für Fahrradfahrer und weniger Platz für Autofahrer geben. Außerdem sollen die Ladestationen für E-Autos und erneuerbare Energien gefördert werden.

FDP Dietzenbach

Die FDP will den vorhandenen Individualverkehr mit Autos erhalten und ein „gleichberechtigtes Nebeneinander aller Verkehrsmittel“ erreichen. Bei dem Ausbau der S-Bahn wollen die Liberalen die Regionaltangente Süd (Offenbach – Frankfurt Süd) voranbringen, sowie eine zweigleisige Verlängerung der S2 hinaus nach Rödermark und Dieburg. Alternativ sei hier noch der „Anschluss Dietzenbachs an die Regionaltangente West und/oder Ost“ vorgesehen.

Im Stadtverkehr wollen die Liberalen Ampeln – wo möglich – durch Kreisverkehre ersetzen, um Lärm und Abgase zu reduzieren. Außerdem wollen sie die Förderung des Radverkehrs durch zusätzliche Radschnellwege und wettergeschützte Fahrradboxen. (Von Lukas Reus)

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